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20.10.2022 | 05:55

TubeSolar, BASF, Nordex: Energiewende meistern, mit diesen Aktien

  • Solaranlagen
  • Erneuerbare Energien
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  • Chemie
Bildquelle: unsplash.com

Innovative Photovoltaik-Unternehmen wie TubeSolar trotzen der Krise. Ihre patentierten Solar-Röhren-Anlagen ermöglichen eine doppelte Nutzung von Freiflächen. Der Einsatz bringt Bauern damit doppelt Gewinn, sowohl durch den landwirtschaftlichen Betrieb und zusätzlich durch die Erzeugung von Solarstrom. Wie wertvoll Energiegewinnung in dieser Europäischen Krise ist, beweist auch der neueste Coup der Landwind Gruppe zusammen mit der Nordex AG. Ganze 12 Windkraftanlagen erzeugen in Zukunft 81,6 MW Strom. Unternehmen wie die BASF AG spüren die explodierten Strompreise. Daher wird der Rotstift zu Einsparungen von 500 Mio. EUR jährlich außerhalb der Produktion angesetzt. Wird der Standort Ludwigshafen am Rhein bestehen bleiben?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , TubeSolar AG | DE000A2PXQD4

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Inhaltsverzeichnis:


    BASF auf 500 Mio. EUR Sparkurs außerhalb der Produktion

    Die BASF AG in Ludwigshafen am Rhein steckt mitten im digitalen Turnaround. Keine leichte Aufgabe für den Chemieriesen, denn ausgerechnet am Standort Deutschland kämpft das Unternehmen mit explodierten Energiepreisen, die die Produktionskosten in die Höhe treiben. Ein starker Gewinneinbruch im dritten Quartal ist die Folge. Nun soll ein rigoroser Sparkurs die Kosten außerhalb der Produktion um rund 500 Mio. EUR jährlich senken. Mehr als die Hälfte der Einsparungen sollen am Standort Ludwigshafen realisiert werden. Dabei schließe man Stellenstreichungen nicht aus. Sowohl Unternehmens-, Service- und Forschungsbereiche als auch die Konzernzentrale sollen gestrafft werden.

    Mit einem Nettoergebnis von 909 Mio. EUR (Q3 2021: 1.253 Mio. EUR) aufgrund nicht zahlungswirksamer Wertminderungen liegen die Ergebnisse deutlich unter dem Vorjahresquartal und deutlich unter dem allgemeinen Analysten-Konsens. Eine der Ursachen im Nettoergebnis sind die nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen auf die Beteiligung an der Wintershall Dea in Höhe von rund 740 Mio. EUR. Entstanden aus der Teilabschreibung der Beteiligung der Wintershall Dea an der Nord Stream AG, die die Pipeline Nord Stream I betreibt. Und diese ist bekanntermaßen ohne Gas und zudem in der Ostsee beschädigt worden.

    Im dritten Quartal 2022 lag der Umsatz bei 21,946 Mio. EUR - ein Anstieg von 12% gegenüber dem Vorjahresquartal (19,669 Mio. EUR). Dieser Anstieg lag hauptsächlich an höheren Preisen. Auch Währungseffekte, vor allem aus dem USD, wirkten sich positiv aus. Die Absatzmengen waren im Vergleich zum Vorjahresquartal jedoch rückläufig. Der Umsatz lag leicht über den durchschnittlichen Analystenschätzungen für das dritte Quartal 2022 (21,076 Mio. EUR).

    Mit Hochdruck arbeitet der Konzern an weiteren Straffungen zur mittel- und langfristigen Strukturanpassung, um am Standort Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit einem aktuellen Kurs von 45,12 EUR sprechen Analysten eine Kaufempfehlung aus.

    TubeSolar - Hopfenbauer wagt Feldversuch mit Doppelnutzung

    Bisher galt für Agrar-Flächen das Entweder-oder-Prinzip. Bauern können entweder ihre Felder für landwirtschaftliche Produktion nutzen oder ihre Ländereien mit Photovoltaik-Anlagen bedecken. So ging herkömmliche Nutzfläche verloren. Dank der patentierten Lösung der TubeSolar AG ist eine doppelte Nutzung dieser Agrarflächen möglich. Es kann also regulär Landwirtschaft und Energie-Erzeugung mit Solarzellen betrieben werden. Bei der aktuellen Energiekrise in Europa eine denkbar pragmatische Lösung. Statt herkömmlicher Flächenmodule setzt das Augsburger Unternehmen auf Röhrenmodule, die ähnlich einem Gerüst über die genutzten Flächen installiert werden. Diese Röhren-Solaranlagen bieten im Einsatz zahlreiche intelligente Vorteile. So reduziert die Teilbeschattung durch die Solarröhren den Wasserbedarf in trockenen Regionen und schützt die Pflanzen vor Sonneneinstrahlung. Die Leichtbauweise ermöglicht ebenfalls Wind- und Schneebeständigkeit, die Solarmodule sind robuster und auch in Regionen mit wechselhaftem Wetter einsetzbar.

    Erfunden wurden die runden Solarröhren von der diplomierten Elektrotechnikerin Dr. Vesselinka Petrova-Koch bereits 2011. Um die Erfindung zu kommerzialisieren, bot sie die kostengünstige Photovoltaik-Technologie dem Augsburger Unternehmen Osram® an. Vielen Anlegern ist der Name aus der Leuchtmittelproduktion bekannt. Osram® selbst ist mittlerweile in die österreichische AMS integriert.

    Kurz vor der Übernahme 2019 griff die Firma TubeSolar AG beim Patent von Frau Dr. Petrova-Koch zu. Der Standort von TubeSolar AG ist auf dem ehemaligen Firmengelände des OSRAM®-Werks in Augsburg.

    Die TubeSolar AG verfügt über zwei erfahrene Firmenlenker an der Spitze. Jürgen Gallina war über 20 Jahre in technischen Leitungsfunktionen bei Osram® tätig, während Felix Mantke, seit 01.01.2022 im Vorstand, ein sehr erfahrener M&A- und Kapitalmarktexperte ist.

    Wie nutzbringend die PV-Technik von TubeSolar sein wird, zeigt sich ab Frühjahr 2023 im Bundesland Bayern. Dann wird eine Agri-Photovoltaikanlage auf dem Hopfenfeld von Landwirt Josef Wimmer errichtet, bei der die leichten TubeSolar-Module Solarstrom in etwa sieben Metern Höhe über seinem Hopfenfeld erzeugen und gleichzeitig die Hopfenpflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung, Hagel und Starkregen schützen. Wimmer wagt den Feldversuch und ist sich bewusst, dass Innovationen mutige Menschen wie ihn brauchen, um zu beweisen, was möglich ist.

    Nordex - Großauftrag mit 81,6MW lässt Aktienkurs leicht steigen

    Eine Buchung von zwölf Windturbinen bei der Nordex AG durch die Landwind Gruppe lässt EE-Investorenherzen höher schlagen. Die Nordex-Gruppe liefert zwölf N163/6.X Anlagen, die auf vier verschiedene Windparkabschnitte in Ostniedersachsen verteilt werden. Der Auftrag beinhaltet auch einen zwanzigjährigen Premium-Service für die Anlagen. Eine Windkraftanlage hat eine reguläre Lebensdauer von zwei Jahrzehnten.

    Das Projekt "Gevensleben" - benannt nach dem Hauptsitz der Landwind-Gruppe in Niedersachsen - soll zur Errichtung von Windparks in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel beitragen. Die Anlagen der 6-MW-Klasse auf Hybridtürmen mit einer Nabenhöhe von 164m werden ab dem Winter 2023 in Betrieb gehen und dann jährlich rund 180 Mio. kWh Ökostrom produzieren sowie 128.000t CO₂ einsparen.

    Karsten Brüggemann, Vice President Region Central der Nordex Group, freut sich über den Auftrag der Landwind-Gruppe: “Wir sind stolz darauf, wiederholt mit der Landwind-Gruppe zusammenzuarbeiten und die Zuverlässigkeit unserer Technologie ein weiteres Mal unter Beweis stellen zu können. Die Turbinen des Typs N163/6.X gehören mit 6,8 MW installierter Nennleistung aktuell zu unseren leistungsstärksten Anlagen. Für unseren langjährigen Partner können wir damit Lösungen anbieten, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Projekts zugeschnitten sind und gleichzeitig die Energiewende in Deutschland erneut ein gutes Stück voranbringen.” Die Nordex AG installierte bisher Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 41 GW in über 40 Märkten und erzielte im Jahr 2021 einen Umsatz von rund 5,4 Mrd. EUR. Die Aktie zog leicht an um 0,56% auf 8,62 EUR.


    Innovative Unternehmen wie die TubeSolar AG bieten kosteneffiziente PV-Lösungen zur Doppelnutzung von Freiflächen. Damit ermöglicht das Unternehmen besonders in dieser Krisenzeit Landwirten eine zusätzliche Einnahmequelle. Wie wertvoll der Ausbau Erneuerbarer Energien in Zukunft wird, beweist ebenfalls die landwind Gruppe mit ihrem Großauftrag an die Nordex Gruppe. Zwölf Windturbinen werden im östlichen Niedersachsen in Deutschland für ordentlich Wirbel sorgen. Der Aktienkurs zog leicht an. Auf Sparkurs hingegen setzt die BASF AG, die mit voller Wucht in hohen Produktionskosten und im digitalen Turnaround steckt. 500 Mio EUR pro Jahr sollen gespart werden - außerhalb der Produktion. Analysten sehen Kauf- und Haltepotenzial.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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