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20.07.2021 | 04:48

Alphabet, Aspermont, Palantir – Big Data in neuer Dimension!

  • Big Data
  • Medien
Bildquelle: pixabay.com

Informationen verbreiten sich heutzutage in Sekundenschnelle und werden von Maschinen mit entsprechenden Handels-Algorithmen sofort in bare Münze umgesetzt. Von der originären Unternehmensmeldung vergehen meist einige Minuten, bis entsprechende Nachrichtendienste den Informationsgehalt entsprechend gefiltert und analysiert haben. Denn die Analyse einer Mitteilung ist per se erst nach einer fachlichen Prüfung möglich. Moderne Systeme mit Künstlicher Intelligenz arbeiten mit Key-Wörtern, die die jeweilige Ausprägung der Nachricht nach einem internen Scoring auswerten und dem Entscheidungsträger in Blitzgeschwindigkeit zuleiten. Wir werfen ein Spotlight auf einige Protagonisten des Big Data Analytics-Sektors.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , ALPHABET INC.CL C DL-_001 | US02079K1079 , ALPHABET INC.CL.A DL-_001 | US02079K3059

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Inhaltsverzeichnis:


    Alphabet – Die Krake im Datenuniversum

    An Google führt heute im Bereich Suchmaschinen und Internetwerbung kein Weg mehr vorbei. Die börsennotierte Holding Alphabet Inc. mit Sitz in Mountain View im Silicon Valley entstand im Oktober 2015 durch eine Umstrukturierung von Google und wurde dabei zur Dachgesellschaft der Google LLC und verschiedener vormaliger Tochtergesellschaften von Google. Während die Google-Gründer Page und Brin nun im Bord der Holding sitzen, wird Alphabet Inc. von Sundar Pichai als CEO geführt.

    Im Jahr 2020 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 182,5 Mrd. USD und einen Gewinn von 40,3 Mrd. USD. Mit einem Börsenwert von 1,8 Billionen US-Dollar gehört Alphabet Inc. zu den sogenannten Big Five im S&P 500. Die Gründung der Dachgesellschaft erfolgte im Rahmen der Restrukturierung von Google, welche im August 2015 erstmals angekündigt wurde. Das Kerngeschäft der Internetdienste behält den Namen Google und ist in der westlichen Hemisphäre dominierend, in China freilich übernimmt diese Rolle Baidu.

    Aber damit nicht genug: Nach Apple bringt nun auch Google eine eigene virtuelle Kreditkarte heraus. Mit der Visa-Karte soll das Bezahlen per Google Pay auch für Kunden möglich sein, die bislang keine Kreditkarte haben. Theoretisch steht die Google Kreditkarte allen Android-Nutzern zur Verfügung – allerdings genau wie die Apple Card zum Start erstmal nur in den USA. Um sie zu beantragen, brauchen Kunden zwingend die Google-Pay-App, die Google Ende 2020 komplett renoviert hat. Mit dieser Applikation schließt Google den Kreis zwischen persönlichen Profilen, Bewegungsdaten, Konsumpräferenzen und Kontoverbindungen. Der gläserne Mensch in seiner Vollendung.

    Die Alphabet-Aktie ist ein FAANG-Wert und einer der stärksten Werte im NDX. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 49% zugelegt. Alphabet gehört wegen seiner außerordentlichen Marktstellung ohne Zweifel in jedes Langfristdepot.

    Aspermont Ltd. – Beschleunigtes Wachstum mit Kapitalmarktdienstleistungen

    Erinnern Sie sich noch an die letzten Jahre des vergangenen Jahrtausends, als Amazon belächelt wurde, weil es versuchte, Bücher über das Internet zu vertreiben? Jetzt, rund 20 Jahre später, gibt es kaum noch Güter, die man nicht mehr über das World Wide Web erwerben kann. Die Transformation von Off-zu Online ist bereits weit fortgeschritten und sie wird dies täglich fortsetzen.

    Gerade die Digitalisierung bietet heute unendliche Möglichkeiten für Medienhäuser und Verlage, ihr ursprüngliches Geschäftsmodell zu skalieren und neue Kundengruppen zu adressieren. Der australische Medienwert Aspermont Ltd. ist eine Kapazität im Bereich Informationen mit Kapitalmarktrelevanz. Das Geschäftsmodell besteht aus der Generierung von Abonnement-Erträgen, Handelseinnahmen und Plattform-Services. Mit einer ständig wachsenden Nutzerbasis steigt die Relevanz der angebotenen Informationsdienste, das Ertragspotenzial dynamisiert sich mit jedem neuen Kunden, da die Kostenbasis nicht entsprechend mitsteigt.

    Für die zahlenden Auftraggeber von Aspermont heißt das eine Potenzierung in der Reichweite von Inhalten. Wer auf sich aufmerksam machen will, benutzt die verschiedenen Plattformen und setzt sie integral ein. Aspermont kombiniert die fachlichen Inhalte mit gezielter Werbung erzielt so beständig steigende Einnahmen aus Abo- und Transformationsmodellen. Die internationale Zielkundschaft stammt heute noch überwiegend aus dem Sektor Rohstoffe.

    In den letzten Jahren transformierte Aspermont sein Geschäft aus der Printwelt in die digitalisierte Welt, rein aus Nostalgie gibt es noch Printausgaben. Anfang Juni ging das neue Multimedia-Produkt, 'Digging for Climate Change' an den Start. Ein erster Schritt, die Nachhaltigkeit im Rohstoffabbau medial zu begleiten. Diese Imagepflege hilft den Unternehmen ihr grünes Profil zu schärfen, um Kunden und nicht zuletzt Anleger zu überzeugen. Die „Everything-as-a-Service“-Strategie bietet alles aus einer Hand und verstärkt die Kundenbindung auf allen Ebenen.

    Aspermonts B2B-Modell lässt sich auch auf andere Bereiche ausrollen und in allen Sprachen anbieten. In Bezug auf die geplante geographische Expansion nach Asien und Südamerika erschließt sich weiteres Wachstumspotenzial für Jahrzehnte. In den Halbjahreszahlen konnte sowohl der Umsatz je Kunde um 15% zulegen als auch die Barmittel auf 7,5 Mio. AUD ansteigen. Man könnte auch extern zukaufen.

    Der Aktienkurs hat sich in den letzten Wochen wieder auf 0,03 AUD vorgearbeitet, die Marktkapitalisierung beträgt nun 70 Mio. AUD. Die Story hat mittelfristigen Blockbuster-Charakter.

    Palantir Technologies – Vergütungen auf höchstem Niveau

    Ein weiteres Unternehmen aus der großen Welt der Datenauswertung und Weiterverarbeitung ist die Palantir Technologies. Das Unternehmen wurde von dem Deutschen Investor Peter Thiel mitbegründet und ging erst im Herbst 2020 an die Börse. Seit seines IPOs legte die Aktie eine raketenhafte Entwicklung hin. Der zu erwartende Umsatz in 2021 wird auf 1,5-1,7 Mrd. USD taxiert, in 2019 waren es noch 742 Mio. USD. Hauptauftraggeber für Palantir sind öffentliche Institutionen, welche hochsensible Daten und Netz-Such-Algorithmen benötigen.

    Big Data Analytics ist das Stichwort. Palantir erfreut sich gerade in der Schweiz einer steigenden Zahl von Kunden: Die Credt Suisse nutzt die Software zur Überwachung ihrer Mitarbeiter genauso wie zur Abwehr von Finanzkriminalität. Der Rückversicherer Swiss Re entwickelte mit Palantir eine Plattform, auf der Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialdaten gesammelt sind.

    Bemerkenswert ist nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch die Verdienstmöglichkeiten bei Palantir. Während in der Bankenbranche die CEOs verzweifelt versuchen, mit Lohnerhöhungen ihre besten Leute zu halten, zeigt die Tech-Branche wie «Retention» wirklich geht: bei Palantir mit einem Milliarden-Paket aus Aktienzuteilungen und Optionen, welche den zuvor in einer WG wohnenden Software-Ingenieur zum Fälligkeitstag zum Multi-Millionär machen. Mitgründer und CEO Alex Karp erhielt so für seine Leistungen im vergangenen Jahr ein Vergütungspaket in der Höhe von 1,1 Mrd. USD, wie das «Wall Street Journal» ausgerechnet hat. Davon entfallen rund 800 Mio. USD auf Aktienoptionen sowie knapp 300 Mio. USD Dollar auf Aktien-Zuteilungen. Die Auszahlung seiner Milliarden-Vergütung erfolgt nun häppchenweise Quartal für Quartal über die nächsten zehn Jahre – sofern er als CEO an Bord bleibt.

    Die Aktien von Palantir haben nach einem Hoch bei 37,5 USD ordentlich konsolidiert, seitdem schwankt der Kurs zwischen 20 und 25 USD. Die aktuelle Bewertung nimmt das Wachstum der nächsten 3 Jahre bereits vorweg.


    Der Sektor Big Data und Media Analytics ist auf viele börsennotierte Unternehmen verteilt, die ihrerseits sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle betreiben. Google ist klarer Weltmarktführer und auch Palantir schickt sich an, in seinem Segment einzigartig zu werden. Aspermont Ltd. ist in einer Nische tätig und schlägt eine wachstumsstarke Brücke zwischen Medienwelt und Kapitalmärkte.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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