Menü schließen




27.11.2020 | 05:50

Ballard Power, Varta, SolGold – Billionen von Biden!

  • Energie
Bildquelle: SolGold PLC

Joe Biden prescht vor im Kampf gegen den Klimawandel und will das Wirtschaftswachstum mit über 5 Billionen USD kräftig ankurbeln. Ansetzen will er an der völlig veralteten amerikanischen Energieindustrie, bis in das Jahr 2035 einen völlig kohlenstofffreien Strom zu erzeugen. Der Plan spiegelt Ideen wider, die von einigen von Bidens progressiveren Verbündeten während der Vorwahlen aufgegriffen wurden, wie z.B. Jay Inslee, dem Gouverneur von Washington. Eventuell ist dies sogar ein Punkt der Donald Trump einige Stimmen kostete.

In seinem Vorhaben verspricht Biden, ca. 2 Billionen USD über vier Jahre für die Förderung seiner Energievorschläge auszugeben, was deutlich mehr ist, als er während der Vorwahlen noch vorgeschlagen hatte. Inhaltlich legt er dabei großen Wert auf die Modernisierung der amerikanischen Infrastruktur und Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und Wohnungen sowie die Förderung von Umweltschutzbemühungen in der Landwirtschaft. Das ist mal eine Ansage!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: GB00B0WD0R35 , DE000A0TGJ55 , CA0585861085

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Ballard Power – Dauerbrenner Brennstoffzelle

    Wasserstoff sowie Brennstoffzelle sind mittlerweile täglich präsent. Wie auch immer der Antrieb der individuellen Mobilität in der Zukunft gestaltet wird, die reine Elektrifizierung wird es nicht sein, denn dazu fehlen die weltweit nötigen Energiekapazitäten. Ballard Power Systems, ein Experte auf dem Gebiet Brennstoffzelle nutzt die Gunst der Stunde zum Einwerben größerer Kapitalmittel. Man gab jüngst bekannt, dass man sich aufgrund der starken Nachfrage mit einem Konsortium von Emissionsbanken unter der Führung von National Bank Financial Inc. und Raymond James Ltd., vereinbart hat, den Umfang des zuvor angekündigten Kaufangebots von 250 Mio. USD deutlich zu erhöhen. Gemäß den neuen Transaktionsbedingungen haben die Konsortialbanken nun zugestimmt, 18.182.000 Stammaktien für einen Betrag von 350 Mio. USD zu kaufen. Das ist beachtlich!

    Anfang November gab man auch die konsolidierten Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2020 bekannt. "Obwohl Ballards Mitarbeiter und Betriebsabläufe bis zu diesem Zeitpunkt nicht nennenswert von COVID-19 betroffen waren, wirken sich Verzögerungen bei den Markteinführungen und Kundenaufträgen dennoch auf unseren Umsatz und unsere Ergebnisse für 2020 aus", sagte Randy MacEwen, Präsident und CEO. Im dritten Quartal erzielte Ballard einen Umsatz von 25,6 Mio. USD, bei einer Bruttomarge von 19%. Das bereinigte EBITDA lag allerdings bei minus 7,7 Mio. USD.

    Ballard verzeichnet gute Fortschritte auf wichtigen Zielmärkten. Chinas Ziel, bis zum Jahr 2030 rund 1 Million Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge und 1.000 Wasserstofftankstellen zu betreiben, setzt einen neuen politischen Rahmen mit starker Priorisierung. Eine wettbewerbsfähige Wasserstoff-Energieversorgung gibt es auf dem Planeten bislang noch gar nicht, alle Projekte befinden sich noch in der Testphase. Ein großes Betätigungsfeld für Ballard und seine chinesischen Verbündeten, aber auch Jahre von Investition und Forschung. Das Unternehmen bringt es derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 5,3 Mrd. USD – bei nicht vorhandenen Gewinnen ist dies ein mächtiger Vertrauensvorschuss.

    Varta – Druck auf der Batterie

    Die Varta AG entwickelt und produziert über ihre Tochtergesellschaften weltweit Mikrobatterien und Energiespeicherlösungen, die zwei Hauptsegmente sind Microbatteries sowie Power & Energy. Das Unternehmen wurde 1887 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Ellwangen, die Varta AG ist seit einigen Jahren im Mehrheitsbesitz der Montana Tech Components AG.

    Die Industriegruppe Montana Tech Components des Investors Michael Tojner hat in den ersten drei Quartalen in 2020 unter dem Strich deutlich weniger verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Periodengewinn brach um fast 40% von knapp 51 Mio. EUR auf 30,7 Mio. EUR ein, der Umsatz der in der Schweiz börsennotierten Gruppe indes verbesserte sich um 30% auf 1,29 Mrd. EUR. Aus Sympathie mit der Muttergesellschaft ging es bei Varta erstmal mit dem Kurs in den Keller. Dieser fiel wie ein Stein von zuvor 115 auf 101 EUR im Tief und stabilisierte sich erst im gestrigen Handel bei rund 107 EUR. Offenbar befürchten die Anleger auch bei Varta anstehende Enttäuschungen.

    Unabhängig von der Covid-19-Krise, ist die Unternehmensgruppe mit den jüngsten Investitionen in den hochkompetitiven Standorten in einem schwierigen Umfeld unterwegs, das Management betont aber die weiterhin robuste Aufstellung der Gruppe. Varta hob seine Umsatz- und Ergebnisprognose daher leicht an und rechnet nun für das Gesamtjahr 2020 mit einem Umsatz von 840 bis 860 Mio. EUR, bei einem bereinigten EBITDA von 230 bis 235 Mio. EUR.

    Soweit so gut, es bleibt der Eindruck, dass sich das Geschäft auch wegen der wachsenden Konkurrenz aus Asien immer schwieriger gestaltet. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,2 Mrd. EUR hat sich die Aktie zwar seit März 2020 verdoppelt, der Chart hat aber nun zum dritten Mal an der 120 Euro-Marke gedreht. Hier ist spürbar Druck drauf!

    SolGold – Kupferphantasie als Goldhedge

    SolGold ist eine britische Aktiengesellschaft mit Sitz in Brisbane, die sowohl an der LSE als auch an der TSX notiert ist und sich auf die Kupfer-Gold-Exploration in Ecuador, den Salomon-Inseln und Australien konzentriert. SolGold hat aktuell 76 Konzessionen mit einer Fläche von etwa 3.200 Quadratkilometern und ist damit der größte und aktivste Konzessionsinhaber in Ecuador.

    Nach der Entdeckung der Lagerstätte von Alpala, hat SolGold die Aufmerksamkeit einiger der weltweit größten Bergbauunternehmen auf sich gezogen, wie z.B. Newcrest Mining und BHP Billiton. Beide haben SolGold-Aktien mehrfach zu einem Aufschlag auf die vorherrschenden Marktpreise erworben, was die weit verbreitete Unterstützung der Majors für aussichtsreiche Projekte dokumentiert und es könnten noch weitere Interessenten folgen. Denn Kupfer vollzieht eine beachtliche Rallye.

    Indes hat SolGold seine Aktionäre auf der Hauptversammlung mit einigen Neuigkeiten konfrontiert. Das Unternehmen wird sein regionales Explorationsprogramm mit einem Budget von 40 Mio. USD auf Sicht von 12 Monaten weiter durchführen. Zusätzliche Mittel werden für intensivere Programme zur Definition von Ressourcen reserviert. Die Strategie von SolGold ist es mittelfristig, eine integrierte Pipeline von Explorationsprojekten, Erschließungen und Minen in Ecuador aufzubauen. Man legt jetzt den Grundstein für die Schaffung eines weltweit bedeutenden Kupfer- und Goldproduzenten.

    Der spekulative Wert hat derzeit eine Kapitalisierung von 1,25 Mrd. CAD und konnte trotz nachgebender Goldpreise jüngst 15% zulegen. Man spürt, dass bei SolGold die Kupferuhr tickt und die Marktteilnehmer das ungünstige Umfeld für Gold komplett ausblenden. Das könnte sich vor allem nach der „Taxloss-Season“ in Kanada nochmals deutlich beschleunigen v.a. wenn sich Gold stabilisiert. Man sollte daher in den kommenden Wochen an schwächeren Tagen unbedingt zugreifen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 11.03.2026 | 04:45

    Knappheit bestimmt die Preise – der Wahnsinn geht weiter! Almonty, Shell und BP sind die Gewinner der aktuellen Lage

    • Erdöl
    • Kritische Rohstoffe
    • Strategische Metalle
    • Energie
    • Iran-Konflikt

    Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben die Rohstoffmärkte spürbar unter Spannung gesetzt. Innerhalb kurzer Zeit kletterte der Ölpreis auf mehr als 115 USD je Barrel und erreichte damit ein Niveau, das seit Jahren kaum noch zu sehen war. Treiber dieser Bewegung sind vor allem zunehmende Risiken für den globalen Energiehandel, nachdem sich die Lage rund um den Persischen Golf weiter zugespitzt hat. Besonders im Fokus steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Energie weltweit. Etwa 20 % des international gehandelten Rohöls passieren täglich diese Meerenge, weshalb jede Störung dort unmittelbare Auswirkungen auf Preise und Versorgungserwartungen hat. Am gestrigen meldete sich US-Präsident Donald Trump und warnte den Iran eindringlich, die internationalen Handelswege zu beeinträchtigen. Binnen 4 Stunden brach der Ölpreis um ganze 30 USD nach unten. Knappheit ja – Volatilität extrem! Das gilt auch für den Wolfram-Preis, der seit Jahresanfang nun weitere 100 % zugelegt hat. Wir bieten spannende Einblicke.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 05.03.2026 | 04:15

    Sind Öl und Gas das neue Gold? Jetzt geht´s rund bei Shell, BP, Pure One und Oklo

    • Energie
    • Kritische Rohstoffe
    • Öl und Gas
    • Wasserstoff
    • Kernenergie
    • SMRs

    Nach einer langen Durststrecke für Öl musste es nun ein Krieg sein, der die Notwendigkeit der fossilen Brennstoffe wieder in den Fokus rückt. Aber, man sollte die Kirche auch im Dorf lassen. Die Weltmärkte sind überschwemmt mit Öl, USA und Kanada haben in den letzten 20 Jahren so viele Kapazitäten aufgebaut, dass die 4 Mio. Barrel Iran-Förderung leicht ausgeglichen werden können. „There´s plenty of oil“ war die Reaktion auf die wiederholten Peak Oil-Aussagen nach den Arbeiten des Geologen Marion King Hubbert aus dem Jahr 1949. Im Jahr 2000 sollten die Reserven erschöpft sein, doch es kam anders. Heute gehen Forscher von Reserven für weit mehr als 200 Jahre aus, somit lohnt es sich für Investoren auf Ölwerte zu blicken. Alternativen dazu gibt es viele u. a. von den Unternehmen Pure Hydrogen und Oklo. Im Zuge der Irankrise eine weitere Gelegenheit, das Portfolio neu zu strukturieren.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 20.02.2026 | 05:10

    Bloom Energy, CHAR Technologies, SolarEdge – Die Zukunft ist eingeläutet

    • erneuerbare Energien
    • Energie

    Margen drehen nach oben, Cashflow kehrt zurück. Und parallel entstehen neue Wachstumsfelder in der Industrie-Dekarbonisierung und Energieversorgung von KI-Rechenzentren. Von leistungsoptimierten Solarsystemen über klimaneutralen Kohleersatz bis hin zu dezentralen Brennstoffzellen, mehrere Zukunftsbranchen profitieren von steigender Stromnachfrage, CO2-Druck und regulatorischem Rückenwind. Die Auftragsbücher füllen sich, Produktionskapazitäten werden hochgefahren, Milliardenmärkte entstehen. Doch hohe Bewertungen und Short-Quoten mahnen zur Selektivität.

    Zum Kommentar