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04.07.2022 | 05:50

Defense Metals, Nordex, Rheinmetall – ohne seltene Erden funktioniert die Welt nicht

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Bildquelle: pixabay.com

Auch wenn viele Menschen nicht viel mit dem Begriff Seltene Erden anfangen können, so nutzt sie doch jeder von uns. Ohne Seltene Erden gäbe es keine Smartphones, keine Windkrafträder, Solarenergie, PKWs und andere High-Tech-Geräte. China besitzt quasi das Monopol auf Seltene Erden. Was passieren wird, wenn China keine Seltenen Erden mehr liefert, konnte man erstmals 2010 beobachten, als Japan für einen Monat keine Lieferung mehr erhielt. Die Preise für Produkte mit Seltenen Erden schossen um den Faktor 10 nach oben. Daher taucht der Rohstoff auch auf der Liste der strategischen Metalle in den USA und Europa auf. Die EU will in diesem Herbst den „Raw Materials Act“ vorlegen, um die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu verkleinern.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
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Inhaltsverzeichnis:


    Frederick Kozak, President and CEO, Auxico Resources Canada Inc.
    "[...] Unser Ziel ist es, bald zwischen 500 und 1.000 Tonnen pro Monat zu exportieren. Das könnte für uns einen Cashflow zwischen 500.000 und 1 Million CAD bedeuten. [...]" Frederick Kozak, President and CEO, Auxico Resources Canada Inc.

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    Defense Metals – vergrößert Landpaket und bohrt wieder

    Obwohl Seltene Erden öfter zu finden sind, gibt es nur wenige wirtschaftlich sinnvolle Projekte. Defense Metals ist im Besitz eines solchen Projekts in Wicheeda, Kanada. Das Rare Earth Projekt ist mittlerweile 4.244 Hektar groß und weist an der Oberfläche hochgradige Vorkommen an Seltenen Erden aus. Daraus konnten bisher eine angezeigte Mineralressource von 5 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 2,95% Seltene Erden-Oxid (TREO) und 29,5 Mio. Tonnen mit 1,83% TREO abgeleitet werden. Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) wurde im vergangenen November veröffentlicht. Der Lagerstätte wird ein Nettogegenstandswert nach Steuern von 512 Mio. Kanadischen Dollar (CAD) bescheinigt. Pro Jahr sollen rund 25.400 Tonnen Seltene Erden Oxid produziert werden und damit Umsätze in Höhe von 397 Mio. CAD generiert werden.

    Anfang Mai konnte das Unternehmen sein Landpaket durch ein Joint-Venture um 507 Hektar erweitern. Am 24. Mai wurde SRK Consulting engagiert, um das Unternehmen bei der Planung und Durchführung eines geotechnischen Feldbohrprogramms zu unterstützen. Damit sollen die Daten auf ein Niveau einer Vor-Machbarkeitsstudie gebracht werden. Ende Mai brachte ein Test eines Prozesses bessere Ergebnisse bei der Seltenen Erden Gewinnung bei gleichzeitig geringeren Kosten im Vergleich zum Prozess der PEA-Studie. Am 7. Juni begann das Diamantbohrprogramm über 5.000m. Schon 9 Tage später standen die ersten beiden Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von ca. 615m vor dem Abschluss. Nach Fertigstellung werden geotechnische Infill- und Grubenhangbohrungen im Bereich der Hauptlagerstätte beginnen.

    Diese Explorationsarbeiten kosten Geld, was durch eine Privatplatzierung im April eingeworben wurde. Durch Ausgabe neuer Aktien konnten so rund 4,55 Mio. CAD eingenommen werden. Dadurch geriet die Aktie aber unter Druck. Anfang März lag die Aktie noch bei 0,36 CAD und fiel bis zum 20. Juni auf 0,165 CAD. Von dort gab es einen 45% Rebound. Aktuell notiert der Wert bei 0,23 CAD. Im zweiten Halbjahr soll das hydrometallurgische Fließschema finalisiert werden, die Vor-Machbarkeitsstudie begonnen werden und mit den gewonnen Seltenen Erden aus der Pilotanlage potentielle Kunden angesprochen werden. Auch wenn der Gesamtmarkt aktuell schwierig ist, so ist das Marktumfeld für Seltene Erden ideal.

    Nordex – im Tal der Tränen

    Für die getriebelosen Generatoren bei Windkraftanlagen werden Neodym-Magnete verwendet, da diese Permanent Magnete letztlich einen positiven Effekt in Bezug auf Leistung bei einem Windrad hat. Gleichzeitig sind diese Getriebe deutlich kleiner und sparen somit bei anderen Rohstoffen. Ohne Seltene Erden gibt es keine Permanent-Magnete. Zuletzt klagten immer mehr Windkraft-Hersteller über Lieferkettenprobleme. Auch das deutsche Unternehmen Nordex ist davon betroffen. Mit Start der Ampel Regierung winkten den Herstellern von Erneuerbaren Energien zunächst gute Geschäfte, doch die Euphorie ist verflogen.

    Mit der steigenden Inflation und der damit einhergehenden Zinserhöhung der FED im März kehrte die Angst vor Finanzierungsproblemen zurück. Am 24. Mai folgte dann die Gewinnwarnung des Konzerns. Die gestiegenen Kosten drückten auf die ohnehin dünnen Margen beim Windanlagenbauer. Das Unternehmen erwartet noch 5,2 bis 5,7 Mrd. EUR Umsatz und das bei einer EBITDA-Marge zwischen -4% und 0%. Hinzu kommen Abschreibungen auf projektierte Anlagen in der Ukraine und Russland. Zuletzt musste man die Schließung des letzten Rotorblattwerks in Deutschland verkünden und das obwohl man davon ausgeht, dass man in den kommenden Jahren wieder mehr Rotorblätter benötigt.

    Am 21. Juni gab man die Zahlen für das erste Quartal heraus. Unter dem Strich wurden 933 Mio. EUR Umsatz erzielt bei einer bereinigten EBITDA Marge von -5,6%. Mittelfristig will man aber 8% Marge erzielen. Ende Juni folgte eine Privatplatzierung von 16 Mio. Aktien an den Ankeraktionär Acciona S.A. zu 8,70 EUR. Die Verwässerung schmeckte den Aktionären nicht und so vermeldete Morgan Stanley zuletzt einen Abbau seiner Aktienposition. Die Aktie notiert aktuell bei 8,31 EUR und damit nur knapp über dem Jahrestief in 2022 bei 7,93 EUR. Es ist schon ein wenig paradox, dass das Unternehmen die volle Rückendeckung der Regierung hat und trotzdem im Bürokratiedschungel feststeckt.

    Rheinmetall – neue Aufträge und Kooperationen

    Laut des Forschungsdienstes des US-Kongresses benötigt man für einen F35-Kampfjet 417 kg Seltene Erden und auch bei modernen Fregatten sind rund 1,5 Tonnen verbaut. Die Europäische Sicherheit und Technik geht davon aus, dass ab 2025 Versorgungsengpässe bei Seltenen Erden zu erwarten sind. Die Abhängigkeit von China birgt durchaus eine Gefahr, die das US Militär schon 2019 erkannt hat und bekannt gab, dass man Fabriken für Seltene Erden finanzieren will. Bei einem Exportstopp der Chinesen würde die Produktion von Präzisions- und anderen High-Tech-Waffen sowie Kommunikationssystemen zum Erliegen kommen. Damit wäre auch direkt die Produktion der deutschen Rheinmetall betroffen.

    Aktuell tangiert das den Konzern nicht. Seit Ausbruch des Ukraine Konflikts laufen die Geschäfte blendend. Allein im Juni wurden 7 neue Aufträge mit Volumen zwischen 20 und 250 Mio. EUR gewonnen unter anderem von der US Navy und NATO Kunden. Dazu kommen Kooperationsvereinbarungen mit Michelin und Calian. Ein Ende der Auftragseingänge ist aufgrund der Lage in der Ukraine nicht in Sicht. Allein Deutschland wird der Bundeswehr 100 Mrd. EUR zur Verfügung stellen. Andere Staaten sehen sich auch gezwungen ihre Rüstungsausgaben aufzustocken, denn viele Länder lagen mit ihrem Wehretat unter den bei der NATO geforderten 2%.

    Die Rüstungsbranche ist neben der Energiebranche die einzige, die von der momentanen Lage richtig profitieren kann. Das zeigt sich bei Rheinmetall auch im Aktienkurs, der trotz des schwierigen Gesamtmarktes nur knapp unter dem Jahreshoch bei 227,90 EUR notiert. Aktuell werden für einen Anteilsschein 212,60 EUR aufgerufen. Im Juni gab es Kaufempfehlungen von Goldman Sachs, Warburg Research und der UBS mit Kurszielen zwischen 240 und 298 EUR. Bisher war das Management sehr zurückhaltend mit Erhöhung der Prognosen. Man darf auf den 5. August gespannt sein. Dann legen die Düsseldorfer ihre Halbjahreszahlen vor.


    Fakt ist, dass die Seltenen Erden zu 90% aus China stammen. Damit hat das Land eine Monopolstellung. Jetzt, wo es scheint als würden sich Ost und West immer weiter voneinander entfernen, ist es wichtiger denn je Alternativen für diese Abhängigkeiten zu finden. Defense Metals ist auf dem Weg zum Produzenten und man kann die Schwäche im Gesamtmarkt für einen Einstieg nutzen. Bei Nordex läuft momentan wenig nach Plan. Trotz idealer Rahmenbedingungen gibt es eine Menge Stolpersteine. Hier könnte man noch tiefere Kurse sehen. Bei Rheinmetall läuft es hingegen wie am Schnürchen. Der Aufwärtstrend ist momentan schwer zu stoppen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Lexikon:

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