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14.11.2023 | 05:10

Geschäfte gegen den Klimawandel boomen – Allianz SE, Klimat X, Nio

  • klimawende
  • Elektromobilität
  • Emissionszertifikate
Bildquelle: pixabay.com

Der Klimawandel bedroht unser Leben immer mehr. Kaum ein Gebiet ist weltweit sicher. So steigt der Meeresspiegel und das Eis der Polkappen taut ab. In vielen Gebieten nehmen drastische Unwetter und Niederschläge zu, während an anderen Orten die Gefahren von Hitzewellen und Dürren wachsen. Spätestens seit dem Pariser Klimaabkommen versuchen die Staaten verstärkt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dadurch entstand ein Markt, dem Experten eine Verachtfachung bis zum Ende des Jahrzehnts prophezeien.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005 , KLIMAT X DEVELOPMENTS INC | CA49863L1067 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

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Inhaltsverzeichnis:


    Allianz SE – Unwetter verhageln das Geschäft

    Die Folgen der Erderwärmung sind durch den sprunghaften Anstieg extremer Unwetterereignisse unverkennbar. Diese Auswirkungen erlebte Europas größte Versicherungsgesellschaft am eigenen Leib. So sank der operative Gewinn im dritten Quartal um 14,6 % auf 3,5 Mrd. EUR. Durch Naturkatastrophen, vor allem in Slowenien, Österreich und Italien richteten Sturm, Hagel und Starkregen erhebliche Schäden an. Dadurch sei die Schaden-Kosten-Quote in Höhe von 7,3 Prozentpunkten beeinflusst worden, dem höchsten Wert der letzten Dekade.

    Allein das höhere Anlageergebnis konnte das Ergebnis der Münchner retten und fiel besser aus, als vom Analystenkonsens erwartet. So fiel der bereinigte Periodenüberschuss auf 2,1 Mrd. EUR, erwartet waren jedoch nur knapp 2 Mrd. EUR. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 % auf 36,5 Mrd. EUR deutlich gesteigert werden. Für das Gesamtjahr rechnet die Allianz weiter mit einem operativen Gewinn in der Bandbreite des Vorjahres in Höhe von 14,2 Mrd. EUR. In den Monaten Januar bis Ende September betrug diese Kennziffer 11,00 Mrd. EUR.

    Im Anschluss an die Zahlenveröffentlichung wiederholte die DZ Bank ihr Kaufurteil mit einem Kursziel von 260 EUR. So habe der DAX-Konzern ein wie erwartet rückläufiges Ergebnis vorgelegt. Die Allianz-Aktie zog direkt nach der Zahlenbekanntgabe auf ein Tageshoch von 230 EUR an, gab im Handelsverlauf jedoch fast die kompletten Gewinne wieder ab.

    Klimat X – Einzigartig im Boom-Markt

    Durch die Transformation des Energie- und Verkehrssektors entstanden bereits neue Industrien wie erneuerbare Energien oder die Elektromobilität. Zudem wurde ein neuer Markt in die Taufe gehoben, der sich laut der Boston Consulting Group bis zum Jahr 2030 verachtfachen sollte: Der Handel mit Emissionszertifikaten. Börsennotierte Player, durch die Anleger vom exponentiellen Wachstumsmarkt profitieren können, gibt es nur wenige. Ein Leuchtturm ist dabei das kanadische Unternehmen Klimat X, das ein Angebot für die steigende Nachfrage nach Emissionszertifikaten von Unternehmen bietet.

    Dies schafft das von James Tansey geführte Greentech dadurch, dass es in die Exploration, die Wiederherstellung und die Bewirtschaftung von Land- und Meeressystemen investiert, die entweder geschützt werden können, oder zu voll produktiven Ökosystemen wiederhergestellt werden können. So investiert Klimat X in die Aufforstung von Mangroven und Wäldern und betreibt aktuell Projekte in Sierra Leone, Ghana, Surinam und in Mexiko.

    Um Cash flow zu generieren, betreibt das innovative Unternehmen zudem kombinierte landwirtschaftliche Projekte wie das Geschäft mit Kokoswasser in Guyana. In Surinam wurde vor kurzem der Spatenstich für ein vergleichbares Projekt gestartet.

    Einen bedeutenden Schritt in der Firmenhistorie erreichte Klimat X bei seinem Wiederaufforstungsprojekt in Sierra Leone. So seien sämtliche Bedingungen erfüllt worden, um die zweite Auszahlung gemäß einer Vorabkaufvereinbarung mit einem Fortune-500-Unternehmen in Höhe von 500.000 USD zu aktivieren. Das Projekt besitzt Anfangs eine Fläche von 5.000 ha, auf dem über einen Zeitraum von 30 Jahren bis zu 1,9 Mio. t validierter und verifizierter Verra-Emissionsgutschriften erzeugt werden können. Die Fläche kann außerdem um weitere 20.000 ha erweitert werden.

    Klimat X besitzt eine Marktkapitalisierung von knapp 10 Mio. CAD. Eine langfristige Chance, um an einem extrem wachsenden Markt teilhaben zu können.

    Nio – Erwartungen verfehlt

    Zum Erreichen der Klimaziele ist die Elektromobilität für den Verkehrssektor ein elementarer Baustein. Durch Subventionen soll allein in Deutschland das Ziel erreicht werden, dass bis zu 10 Millionen Elektrofahrzeuge bis 2030 auf den Straßen der Bundesrepublik unterwegs sind. Außerdem, so ist der Plan der Politik, sollen im gleichen Zeitraum rund 1 Million Ladepunkte zur Verfügung stehen. Einer der bekanntesten Player ist der chinesische Elektrobauer Nio, der sich vorwiegend auf das Premium-Segment fokussiert. Zudem hebt sich Nio durch seine Batteriewechsel-Technologien, die als Battery as a Service angeboten wird, ab.

    Doch das Geschäft stagniert, die Verkaufszahlen liegen deutlich hinter den Erwartungen. Die Absatzprognose für das Gesamtjahr lag bei 250.000 verkauften Einheiten, per Ende September wurden jedoch nur 110.000 Elektroautomobile an die Kundschaft übergeben. Laut einem Bericht der New York Times lag der Verlust pro Einheit bei sage und schreibe 35.000 USD.

    Nun zieht das Management die Reißleine. Von den rund 27.000 Mitarbeitern soll jeder zehnte seinen Job verlieren. Zudem könnten die nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereiche ausgegliedert werden. An der Börse reagierte die Nio-Aktie mit herben Verlusten und einem Wochenminus von rund 14 %, wodurch der Autobauer nahe seines Jahrestiefs bei 7,00 USD notiert. Durch Indikatorenlage dürfte ein weiteres Abrutschen nur eine Frage der Zeit sein.


    Aufgrund des Klimawandels, so gehen Experten aus, nimmt die Zahl an Unwettern und Naturkatastrophen weiter zu. Die Allianz musste aufgrund dessen einen Rückgang beim Gewinn ausweisen. Der Elektroautobauer Nio steckt in der Krise und entlässt 10 % seiner Belegschaft. Klimat X konnte die zweite Zahlung durch ein Fortune-500-Unternehmen erhalten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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