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17.07.2026 | 04:20

Gold, Wolfram, Silber: Potenzial bei First Majestic Silver, Almonty Industries und Agnico Eagle!

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Bildquelle: AI

Am Rohstoffmarkt sorgt weiterhin der Krieg am Golf und der starke US-Dollar für Verwerfungen. Während sich Kupfer aufgrund des schwachen Angebots an den Weltmärkten davon abkoppeln konnte, sieht es bei den Preisen für Gold und Silber anders aus. Allerdings könnte hier nun eine Stabilisierung bevorstehen. Das Spezialmetall Wolfram wiederum orientiert sich an Kupfer und zeigt Stabilität auf hohem Preisniveau. Für Anleger bieten sich somit Chancen am Markt, um langfristige Positionen aufzubauen. Wir blicken deshalb auf die Aktien von First Majestic Silver, Almonty Industries und Agnico Eagle.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII

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Inhaltsverzeichnis:


    First Majestic Silver: Aktie arbeitet an Bodenbildung!

    First Majestic Silver ist einer der wenigen echten Silberproduzenten auf dem Kurszettel. In den ersten drei Monaten dieses Jahres feierten die Kanadier mit drei Minen in Mexiko ein absolutes Rekordquartal. Der Umsatz erreichte mit 476,7 Mio. USD ein historisches Hoch (+95 %), der Nettogewinn stieg überproportional von 6,2 Mio. auf 147,5 Mio. USD. Mit rund einer Milliarde an Cash auf der Bilanz stand man Ende März so gut da wie noch nie. Diese Zahlen wird das Unternehmen im zweiten Quartal nicht wiederholen können, denn der Silberpreis hat sich deutlich von seinem Hoch verabschiedet.
    Rein charttechnisch befindet sich die Aktie nun im Korrekturmodus und notiert unter der 200-Tage-Linie. Allerdings deutet sich bereits eine Bodenbildung an. Charttechniker sprachen zuletzt am Silbermarkt davon, dass dieser vor der Kapitulation steht. Im Börsenjargon deutet dies darauf hin, dass nun die letzten Investoren („schwache Hände“) die Flinte ins Korn werfen. In der Regel markiert solch eine Situation ein markantes Tief in einem Markt.
    First Majestic wird erst am 30. Juli die Finanzzahlen für das zweite Quartal vorlegen. Traditionell hat man aber bereits in den vergangenen Tagen die Produktionszahlen veröffentlicht. Demnach wurden 3,8 Mio. Unzen Silber (+3 %) und 34.660 Unzen Gold (+2 %) gefördert. Dazu kommen als Beiprodukte 16,5 Mio. Pfund Zink, 9 Mio. Pfund Blei und rund 253.000 Pfund Kupfer. Die gute Entwicklung im ersten Halbjahr führte zu einer Erhöhung der Jahresprognose. Demnach sollen nun 14,6 bis 15,5 Mio. Unzen Silber produziert werden, ein Plus von rund 10 % im Mittelwert gegenüber der Guidance zu Jahresanfang. Bei den Kosten geht First Majestic von 27,69 bis 28,77 USD pro Unze Silberäquivalent (AISC) aus. Mit Blick auf den aktuellen Silberpreis fährt man also weiter eine sehr gesunde Marge ein.
    Gelingt nun die Bodenbildung bei der Aktie, könnte diese Phase einen guten Einstiegszeitpunkt für Anleger darstellen. Allerdings muss dazu auch der Silberpreis mitspielen. Operativ liefert First Majestic dazu jedenfalls den positiven Rahmen.

    Almonty Industries: Höhere Preise und Indexaufstieg!

    Almonty Industries profitiert wie kein Unternehmen der Welt vom Boom am Wolfram-Markt. Das für Rüstungsunternehmen und die Raumfahrt quasi unersetzliche Material hat enorme Preissteigerungen gesehen. Von Jahresanfang bis heute ist der Preis von unter 1.000 USD auf mittlerweile rund 3.000 USD pro metrischer Tonnen-Einheit (MTU, 10 kg) in Rotterdam gestiegen. Almonty Industries kalkuliert auf seiner im Q2 eröffneten Mine Sangdong in Südkorea mit Produktionskosten von 100 bis 127 USD je MTU. Somit dürften die Margen gigantisch sein. Das Unternehmen arbeitet dabei quasi in einem Monopol. Denn der Markt wird wie so viele bei Spezialmetallen von China beherrscht. Die Volksrepublik steht für rund 80 % der globalen Förderung und hat die Exporte in westliche Länder stark beschränkt.
    Insbesondere die US-Industrie, aber auch Unternehmen in Europa und Japan haben also nun eine Alternative für ihren Bedarf. Wie stark die Marktmacht von Almonty ist, zeigt nun die Erweiterung eines Liefervertrags. So hat man die Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders LLC – eine Tochter der österreichischen Plansee-Gruppe – vorzeitig um sechs Jahre verlängert. Zudem wurde das vertraglich vereinbarte Gesamtvolumen um 40 % gesteigert. Darüber hinaus wurden die an Almonty zu zahlenden Preise für alle vertraglich vereinbarten Mengen um rund 6,3 % erhöht.
    Auch für die Aktie geht es voran. Nachdem die Kanadier bereits aus strategischen Gründen den Hauptsitz in die USA verlagert hatten, kommt man dort auch im Börsenhandel voran. So wurde die Aktie zum 29. Juni 2026 in den Large-Cap-Index Russell 1000 und den breiteren Russell 3000 aufgenommen. Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 4 Mrd. USD zählt Almonty damit zu den 1.000 größten, börsennotierten Unternehmen der Vereinigten Staaten.
    Analysten sind extrem optimistisch für die operative Entwicklung. So erwartet die Bank of America einen Umsatz für 2026 von 670 Mio. CAD. Zum Vergleich: 2025 nahm Almonty gerade einmal 33 Mio. CAD ein. Für das kommende Jahr sehen die Analysten dann Einnahmen in Höhe von 1,32 Mrd. CAD, das EBITDA soll auf stolze 1,21 Mrd. CAD steigen. Hinzu kommt das mögliche Upside-Potenzial, da Almonty weitere Minen in den USA möglichst schnell in Produktion bringen will.

    Agnico Eagle: Erdrutsch belastet!

    Am Goldmarkt ist die Hölle los. Noch immer kämpft die Notiz mit der runden Marke von 4.000 USD je Unze. Die Dollar-Stärke seit Beginn des Kriegs am Persischen Golf macht dem Edelmetall zu schaffen. Und das drückt natürlich auf die Kurse der Goldproduzenten. Die Aktie von Agnico Eagle, dem zweitgrößten Goldminer der Welt, hat dies besonders drastisch zu spüren bekommen. Obwohl das Management als das Beste der Branche gilt und operativ fast immer mehr liefert als erwartet, wurde das Papier geradezu hinuntergeprügelt. Vom Allzeithoch bei etwa 252 USD ging es inzwischen bis 140 USD hinunter. Und so mancher Antizykliker freute sich bereits, diese Qualitätsaktie so günstig einzusammeln. Im Netz war zu lesen, dass die Aktie so gehandelt werde, als würde Gold bei 3.400 USD stehen.
    Doch hier hat man sich zu früh gefreut. Denn nun hatten die Kanadier bei ihrer Vorzeigemine Canadian Malartic tatsächlich ein Problem. Am 1. Juli 2026 ereignete sich eine Felsmassenbewegung (Erdrutsch) an der Nordwand des Tagebaus Barnat, der ein Teil des Canadian Malartic-Komplexes ist. Es gab keine Verletzten und es kam nicht zu relevanten Sach- oder Umweltschäden. Der Betrieb wurde im betroffenen Bereich jedoch vorsorglich eingestellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen scheinen aber enorm zu sein. So warnt Agnico Eagle davor, dass dieses Unglück die Goldproduktion für das Gesamtjahr 2026 belasten werde. Und auch in den Jahren 2027 und 2028 soll es zu leichten Einschränkungen führen können.
    Dieses Ereignis kommt also zur Unzeit. Agnico Eagle ist ansonsten nämlich bestens aufgestellt und hat mit Übernahmen wie der von Rupert Resources strategische Eckpunkte gesetzt. Für Anleger bedeutet dieser Vorfall aber erst einmal: lieber an der Seitenlinie stehen. Denn bisher hat das Agnico-Management keine konkreten Zahlen genannt, wie schwer die Auswirkungen auf das Ergebnis sein werden.


    Fazit: Bei Agnico Eagle sollten Anleger trotz des derzeit niedrigen Kurses erst einmal abwarten und auf konkrete Fakten zum Erdrutsch auf Canadian Malartic warten. Almonty Industries bietet die Chance auf einen Langfrist-Play im Wolfram-Markt, der von China dominiert wird. Als einziger, relevanter Anbieter hat man quasi ein Monopol im Westen. First Majestic Silver musste herbe Kursverluste im Zuge der Korrektur bei Silber hinnehmen. Nun deutet sich aber eine zarte Bodenbildung an!


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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