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17.07.2026 | 05:20

Batterie Flaschenhals: Wie Volkswagen, Power Metallic Mines und E.ON die europäische E Mobilität vor dem Rohstoff und Netzausfall retten

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Bildquelle: pixabay.com

Die Vision einer grünen Mobilität steht weltweit vor einer harten Bewährungsprobe. Während die Politik die Elektrowende forciert, droht das ambitionierte Vorhaben an zwei Fronten zu scheitern, der Sicherung kritischer Rohstoffe und der Stabilität der Stromnetze. Hohe Preisausschläge bei Kupfer und Nickel treffen auf eine brüchige Infrastruktur, die mit der rasanten Nachfrage nicht Schritt hält. Diese Gemengelage zwingt Unternehmen zum Umdenken und eröffnet Anlegern neue Perspektiven jenseits reiner Auto- oder Energietitel. Die Zukunft der E-Mobilität entscheidet sich daher nicht nur am Reißbrett, sondern im Bergwerk und im Verteilnetz. Volkswagen, Power Metallic Mines und E.ON stehen exemplarisch für die Strategien, diese Engpässe zu überwinden.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999

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Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen - zwischen technologischem Aufbruch und Krise

    Volkswagen treibt den Aufbau einer eigenen Batterieproduktion in Europa entschlossen voran. Die Gigafactory in Salzgitter läuft bereits, die spanische Produktionsstätte in Valencia soll 2027 den Betrieb aufnehmen. Mit der hauseigenen "Einheitszelle" will der Konzern die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern reduzieren und gleichzeitig die Kosten pro Fahrzeug deutlich senken. Die Tochtergesellschaft PowerCo übernimmt die Verantwortung für Entwicklung und Serienfertigung. Mittelfristig plant VW, etwa die Hälfte aller benötigten Zellen aus eigener Produktion zu beziehen. Das ist ein wichtiger Schritt, um in der Elektromobilität technologisch die Kontrolle zu behalten und die Margen zu verbessern.

    Die jüngsten Quartalszahlen offenbaren, wie groß die aktuellen Herausforderungen sind. Weltweit gingen die Auslieferungen im 2. Quartal um 8,6 % zurück. Besonders dramatisch war der Einbruch in China mit einem Minus von 36,6 %. Konzernchef Oliver Blume reagiert mit dem umfassendsten Restrukturierungsprogramm der Unternehmensgeschichte. Das Modellportfolio soll von 150 auf maximal 100 Typen schrumpfen, die Ausstattungsvarianten werden um drei Viertel reduziert. Die Produktionskapazität wird auf 9 Mio. Fahrzeuge pro Jahr gedeckelt. Das ist ein Niveau, das dem tatsächlichen Absatz der letzten Jahre entspricht.

    Die geplanten Einschnitte stoßen jedoch auf heftigen Widerstand im Aufsichtsrat. Bei der entscheidenden Sitzung am 9. Juli lehnte das Gremium die von Blume vorgeschlagenen Werksschließungen mit 12 zu 7 Stimmen ab. Damit bleibt unklar, wie der Konzern die angekündigten Kapazitätskürzungen umsetzen will. Die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen als Großaktionär blockieren die drastischen Maßnahmen. Die Aktie notiert inzwischen auf einem Niveau, das an die Finanzkrise 2008 erinnert. Analysten bewerten das operative Kerngeschäft derzeit eher negativ, was ein klarer Hinweis auf das tiefe Misstrauen der Kapitalmärkte ist. Derzeit ist die Aktie für 74,24 EUR zu haben.

    Power Metallic Mines – nächste Phase der Wertschöpfung startet

    Der globale Kupferbedarf, angeheizt durch die Elektromobilität und den Ausbau von KI-Infrastrukturen, rückt hochgradige Entdeckungen wie die Lion-Zone in Quebec zunehmend ins Rampenlicht von Investoren. Power Metallic durchläuft derzeit eine bemerkenswerte Transformation. Was vor Monaten noch als reine Explorationsstory begann, entwickelt sich zusehends zu einem ernstzunehmenden Entwicklungsprojekt. Der Fund der Lion-Zone in Quebec liefert mit die höchsten Kupfer-PGE-Gehalte, die der Markt seit Jahren gesehen hat. Die jüngsten Bohrergebnisse vom 15. Juli untermauern diesen Eindruck. Es wurden 36,42 m mit 2,83 % Kupfer und PGE-Gehalte, nur 75 m unter der Oberfläche gefunden, darunter 6 m mit über 12 %. Solche Dimensionen sind in der Branche mehr als ungewöhnlich.

    Das Management hat die strategische Ausrichtung angepasst. Statt weiter ungebremst zu explorieren, konzentriert man sich nun auf die Definierung der Lagerstätte. Die vorgezogene Mineralressourcenschätzung Ende Juli soll den Beweis antreten, dass es sich um ein wirtschaftlich abbaubares Projekt handelt. Die bisherigen Daten deuten darauf hin, dass dieser Schritt gelingen müsste. Die Infill-Bohrungen haben das geologische Modell verfeinert, eine notwendige Vorarbeit für die bevorstehende Bewertung. Die im Juni abgeschlossene Finanzierungsrunde über 28,2 Mio. CAD zu 1,25 CAD je Aktie verschafft dem Unternehmen Spielraum für die kommenden Aufgaben. Eric Sprott war mit einer Lead-Order von 2 Mio. CAD beteiligt. Das Kapital fließt in die Weiterentwicklung des Nisk-Projekts und die Jabul Baudan Explorationslizenz in Saudi-Arabien.

    Parallel dazu wurde Christopher Beal als VP Operations ins Boot geholt. Der ehemalige CEO von NextOre brachte ein Unternehmen von Null auf 131 Mio. AUD Marktkapitalisierung. Seine Aufgabe besteht darin, die anstehende PEA zu steuern und später die Machbarkeitsstudie zu leiten. Das Unternehmen verfügte intern bisher nicht über diese spezifische Expertise. Beal schließt diese Lücke. Er soll gegen Jahresende Vollzeit als COO einsteigen und dann die operative Verantwortung übernehmen. Die kommenden Wochen werden richtungsweisend. Die finalen Bohrergebnisse vom 15. Juli fließen in die Ressourcenschätzung ein, die planmäßig Ende Juli veröffentlicht wird. Anschließend startet die PEA, deren Ergebnisse für Dezember erwartet werden. Das Sommerprogramm mit weiteren 40.000 Bohrmetern läuft bereits seit Juni, erste Resultate daraus werden für Ende August erwartet. Die angestrebte NASDAQ-Notierung würde neue Investorenkreise erschließen. Aktuell notiert die Aktie bei 1,08 CAD.

    E.ON - zwischen Investitionen und Regularien

    Der Strombedarf steigt durch Elektromobilität und KI-gestützte Rechenzentren stark an, während die Verteilnetze an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. E.ON hat darauf reagiert und ein 48 Mrd. EUR Investitionsprogramm bis 2030 aufgelegt. Rund 40 Mrd. EUR fließen dabei in den Netzausbau. Der Essener Konzern betreibt immerhin ein Drittel aller deutschen Stromleitungen. Der wachsende Stromhunger großer Rechenzentren macht diese Investitionen dringend erforderlich, doch das Management knüpft die Mittel an politische Bedingungen. Ohne attraktivere Renditen durch die Bundesnetzagentur droht eine Drosselung des Expansionstempos.

    Die Einführung flexibler Netzanschlussverträge für Batteriespeicher sollte Engpässe entschärfen, stieß jedoch auf Widerstand. Der Branchenverband BVES kritisiert die Pläne als einseitig und warnt vor wirtschaftlichen Nachteilen für Speicherbetreiber. Zugleich sorgt die politische Gemengelage für Unsicherheit. Das Stromversorgungssicherheitsgesetz bringt wasserstofffähige Gaskraftwerke als Reserve, doch bei der EEG-Reform und den Netzentgelten herrscht weiterer Klärungsbedarf. Die Behörden konzentrieren sich auf die Höchstspannungsebene, während die tatsächlichen Engpässe in den Verteilnetzen liegen, also E.ONs Kernkompetenz.

    Jefferies und RBC Capital stufen E.ON im Juli mit "Hold" beziehungsweise "Sector Perform" ein, die Kursziele bewegen sich zwischen 17,40 und 19,00 EUR. Die Analysten sehen den Konzern als stabiles Infrastruktur-Asset mit planbaren Erträgen, aber begrenzter Dynamik. Positiv gewertet wird die Bestätigung der Jahresprognose nach einem soliden 1. Quartal. Am 12. August legt E.ON die Zahlen für das 2. Quartal vor. Entscheidend wird sein, ob der Dialog mit der Politik Fortschritte bringt. Die Wirtschaftlichkeit der Netzoffensive bestimmt letztlich die langfristige Dividendenfähigkeit des Versorgers. Momentan kostet die Aktie 18,84 EUR.


    Die E-Mobilität und Rechenzentren stehen und fallen mit Rohstoffen und Netzen, nicht mit Auto-Werbung. Volkswagen ringt intern um den Sparkurs, während die hohen Lagerbestände die Bilanz belasten. Power Metallic Mines liefert mit der Lion-Zone spektakuläre Kupfergehalte, die das Projekt zum ernstzunehmenden Rohstofflieferanten machen könnten. E.ON investiert Milliarden, fordert aber von der Politik bessere Rahmenbedingungen für den Netzausbau. Wer jetzt auf E-Mobilität setzt, muss entlang der gesamten Wertschöpfungskette denken, vom Bergwerk bis zum Stromkabel.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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