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26.09.2022 | 04:44

Günstige Einstiege bei Kion, Defense Metals, Nordex: Die Greentech-Rallye kommt bald zurück!

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Bildquelle: pixabay.com

Die tägliche Analyse der Börsenbewegungen mag für viele Anleger derzeit keine wirkliche Freude sein. Dennoch gibt es neben zahlreichen Belastungen auch Lichtblicke. Der Lager-Logistik-Experte Kion ist ein langfristiger Wachstumstitel, ihn gibt es jetzt 80% unter Höchststand zu haben. Beim Seltenen Erden-Exlorer Defense Metals liefern die ersten Bohrungen gute Ergebnisse und die beiden GreenTech-Titel JinkoSolar und Nordex dürften vom Boom der alternativen Energieerzeugung über viele Jahre profitieren. Ein Sprichwort sagt: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“ – das tun sie jetzt schon sieben Monate. Lauert die nächste Rallye bereits um die Ecke?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , KION GROUP AG | DE000KGX8881

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Inhaltsverzeichnis:


    Kion – Leichte Erholung nach schwerer Gewinnwarnung

    Die hohe Inflation, gestiegene Materialkosten, Energie und Löhne sowie Lieferengpässe setzen den weltweit größten Gabelstapler-Hersteller stark unter Druck. Das Unternehmen ist nach Toyota Material Handling der weltweit zweitgrößte Anbieter von Logistik- und Lagertechnikgeräten und klarer Marktführer in Europa. Eine direkte Überwälzung der hohen Kosten passt aber aktuell nicht zu den langfristigen Liefervereinbarungen mit den wichtigsten Kunden.

    Jahrelang galten die Frankfurter mit ihren Industrielösungen als Techperle mit dem weltweiten Ruf von „Made in Germany“. Auch in der Pandemie war man eher ein Gewinner des weltweiten Digitalisierungstrends, denn das rasante Wachstum des Onlinehandels ließ viele Unternehmen reichlich Geld in den Ausbau und die Automatisierung ihrer Lagerhäuser und Lieferabläufe stecken. Die aktuellen Zahlen sprechen aber eine andere Sprache, die Gewinne brechen ein. Im dritten Quartal dürfte das bereinigte EBIT bei -100 bis -140 Mio. EUR liegen. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern hier noch knapp 229 Mio. EUR erwirtschaftet. Den Erlös sieht Kion dennoch auf dem Vorjahresniveau von rund 2,6 Mrd. EUR verharren. Die ursprünglich höhere Prognose hatte Kion bereits Anfang April wegen der Konjunkturunsicherheit zurückgezogen.

    Analysten müssen die neuen Wachstumsparameter nun einarbeiten. Dabei rechnen die Experten der ODDO BHF Bank beim EBIT mit einem 60%-igen Abschlag vom aktuellen Analystenkonsens. Die DZ Bank hat sogar schon reagiert und ihr Kursziel von 55 auf 31 EUR zurückgenommen. Sie bleibt aber bei einer Kauf-Empfehlung, da der Trend zur Lagerautomatisierung noch langfristiges Wachstum bietet. Das sehen wir auch so: Nutzen sie die Ausverkaufskurse um 20 EUR zur mittelfristigen Aufstockung. Die wirklich erwirtschafteten Q3-Zahlen veröffentlichen die Frankfurter bereits am 27.Oktober.

    Defense Metals – Wer suchet, der findet

    Die Bezeichnung „Seltene Erden“ für eine bestimmte chemische Gruppe im Periodensystem wird in der Literatur aus verschiedenen Seiten beleuchtet. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen leichten und schweren Seltenen Erden. Im Durchschnitt entfallen mehr als 95% des Vorkommens an Seltenen Erden auf die vier leichten Seltenen Erden Cer, Lanthan, Neodym und Praseodym. Folglich liegt der Anteil für die 13 schweren Seltenen Erden bei etwa 5%. Seltene Erden kommen nie alleine, sondern stets im Verbund miteinander vor. Die Regierungen Nordamerikas und Europas haben die wichtigen Metalle als „strategisch“ klassifiziert und wollen mit neuen Ressourcen über den 80%-Anteil Chinas hinaus wohlbedacht wirtschaften.

    Im kanadischen British Columbia ist das Explorations-Unternehmen Defense Metals beheimatet, es fokussiert sich einigen Jahren auf die Weiterentwicklung des Wicheeda Rare Earth Projekts (REE) mit einer Größe von rund 4.244 Hektar. Die Liegenschaft ist ein fortgeschrittenes REE-Projekt, das die Produktion eines verkaufsfähigen, hochgradigen Flotationskonzentrats im Blickfeld hat. Das im Mai begonnene geotechnische Feldbohrprogramm, ist nun mit 4.800m zu 96% abgeschlossen. Die bereits vorhandenen Daten zu den ersten 15 Bohrlöchern (insgesamt 18) liefern REE-Gesamtgehalte von 1,78% auf 192m, einschließlich 3,13% auf 73m. Diese Daten fließen nun in die Vormachbarkeits-Studie ein, die voraussichtlich bis 2023 fertiggestellt wird. Seltene Erden sind wichtige Stoffe für den grünen Energie-Sektor sowie für die weltweite Hightech- und Verteidigungsindustrie. Die Relevanz im aktuellen Umfeld könnte nicht höher sein.

    Die Aktie von Defense Metals (DEFN) ist jüngst aus dem Dornröschenschlaf erwacht und konnte im September schon bis zu 50% zulegen. Freilich sind die Schwankungen noch enorm, aber der Trend stimmt. Bei 183,4 Mio. Aktien beträgt der aktuelle Marktwert knapp 47 Mio. CAD. Unsere letzte Einstiegsempfehlung hat bei 0,19 CAD sehr gut funktioniert, das Sentiment verbessert sich zunehmend. Wer mehr erfahren möchte, verfolgt den Live-Autritt beim International Investment Forum (IIF) am 27. September.

    Nordex und JinkoSolar – Hightechmetalle dringend nötig

    Gute Abnehmer für die REE-Konzentrate sind die Greentech-Unternehmen Nordex und JinkoSolar. Sie brauchen die Zusatzstoffe für spezielle Funktionen in der Produktion von Wind- und Solarenergieanlagen. Durch die unterschiedliche geographische Positionierung ist Jinko derzeit besser aufgestellt, als der Nordex-Konzern aus Hamburg, denn in Europa tobt ein Sturm des Mangels durch die Produktionshallen. Neben günstiger Energie fehlt schlichtweg kaum auffindbares Fachpersonal, die Auslieferungen verzögern sich stark und die Kalkulation bei Vertragsabschluss werden von den hohen Kosten überrollt. Im laufenden Jahr erwartet Nordex daher keinen Nettogewinn, immerhin scheint sich nach der dritten Kapitalerhöhung die Konzernbilanz zu stabilisieren.

    Technisch hat der chinesische Solar-Experte JinkoSolar nun 25% vom Top verloren, die Aktie liegt aber auf 12-Monatssicht immer noch mit 47% im Plus. Die letzten Quartalszahlen waren gut, trotzdem neigen die Anleger im schwachen Umfeld der Wachstumswerte zu Gewinnmitnahmen. Der Chart sollte aber spätestens in der Zone 45 bis 50 EUR wieder Stabilität finden. Bei Nordex hat die kurze Erholung seit Juli wieder jäh gestoppt und wieder in einen Abverkauf gemündet. Der Wert fiel von knapp 11 wieder auf unter 9 EUR zurück, hoffentlich bleibt das Sommertief bei 7,09 EUR weit aus dem Blickfeld. Die aktuelle Jahresperformance von -41% hat im Umfeld der Tech-Titel nun keinen Seltenheitscharakter mehr. Trader legen sich den Wert schon wieder zurecht, Langfristanleger mischen zur Verbilligung beherzt zwischen 7,50 und 8,20 EUR zu.


    Für Hightech-Unternehmen ist der Zugang zu strategischen oder seltenen Metallen eine Grundlage für ihr sensitives Geschäft. Mit den gestörten Lieferketten ist dies aber nicht garantiert, Staaten sollten daher regulierend eingreifen. Von den genannten Titeln hat Defense Metals bereits gedreht, ob dies bei Kion, Jinko und Nordex demnächst auch funktioniert, muss sich zeigen. Spannend!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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