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13.01.2021 | 04:50

Kodiak Copper, Rio Tinto, Gazprom: Die nächsten Rohstoff-Verdoppler!

  • Kupfer
Bildquelle: Kodiak Copper Corp

Der ganz andere Wahnsinn! Ein perfektes Beispiel für die aktuelle Manie an den Börsen ist der Kursverlauf der unbekannten Aktie von Signal Advance. Die Papiere des Medizintechnik-Unternehmens mit Sitz in Texas trieben Social Media-getriebene Anleger seit Donnerstag zwischenzeitlich um mehr als 11.000% nach oben nämlich von 0,6 auf 70,0 USD. Am Montag schloss die Aktie bei 38,7 USD und damit mehr als 438% höher als am Freitag. Signal Advance, das nach Recherche weder 2019 noch 2020 nennenswerte Umsätze geschweige denn Gewinne erzielt hat, ist an der Börse jetzt plötzlich mehr als 3 Mrd. USD wert. Gestern zur Eröffnung ging es dann mit -75% in den Sinkflug, bleiben Sie also lieber bei soliden Rohstoffwerten!

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien

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Nick Mather, CEO, SolGold PLC
"[...] Wir wussten, dass die Welt sich rasch elektrifiziert und urbanisiert und dafür erhebliche Mengen an Kupfer benötigt. [...]" Nick Mather, CEO, SolGold PLC

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Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Kodiak Copper – Perfekte Liegenschaft in British Columbia

Der konjunkturelle Abschwung fällt schwächer aus, als gedacht. Zeitgleich katapultiert der politische Wille rund um den Globus alternative Antriebe durch die Decke. Was anderes als Wasserstoff und E-Mobilität kommt wohl nicht mehr auf den Tisch. Da gibt es in den kommenden Jahren noch eine riesige Umstellung im gesamten Automobil-Produktionsbereich. Abgesehen von diesen Anpassungen heißt E-Mobilität aber vordringlich jede Menge Bedarf an Kupfer und wenn man der Londoner Warenbörse vertraut, so ist die Kupfer-Unterdeckung schon jetzt spürbar und wird sich in den nächsten 5 Jahren zu einem regelrechten Flaschenhals für die Industrie entwickeln. Es braucht neue Vorkommen, denn auch die existierenden Minen arbeiten am Limit.

Der kanadische Explorer Kodiak Copper aus British Columbia hat die Signale erkannt und forciert seine Anstrengungen, die Liegenschaften rund um das Projekt MPD schnellstens zu entwickeln. Seine Vorkommen enthalten Kupfer und Gold in Form einer ausgiebigen Porphyr-Vererzung. Bereits bei den ersten, flachen Bohrungen konnten hervorragende Ergebnisse erzielt werden. Das Gebiet ist mit Infrastruktur erschlossen und wird von produzierenden Minen wie Copper Mountain, Highland Valley und New Afton umgeben. Neben dem Projekt in BC gibt es auch noch ein Kupfer-Projekt in Arizona mit ebenfalls exzellenter Infrastruktur.

Kodiak Copper wurde in 2015 vom erfolgreichen Great Bear-Team in die Welt gesetzt und in 2020 absolvierte man eine interessante 6.700 m Bohrstrecke. Einer der beeindruckendsten Abschnitte ergab 282 m mit 0,70 % Kupfer und 0,49 g/t Gold (1,16 % CuEq), einschließlich 45,7 m mit 1,41 % Kupfer und 1,46 g/t Gold (2,75 % CuEq). Für 2021 sind sagenhafte 30.000 m geplant, das wird nochmals einiges an Wertaufhellung bringen.

Kodiak Copper hat eine interessante Aktionärsbasis. Teck Resources besitzt 9,3 % und das Management und andere Vorstandsmitglieder wie der Bergbauexperte Christopher Taylor besitzen insgesamt 8,6 %, dazu kommen noch 47 % im Streubesitz. Nach den ersten Bohrergebnissen schoss der Aktienkurs ab September 2020 von 0,50 auf 3,13 CAD, derzeit kann man wieder bei 1,60 CAD zum Zuge kommen. Das Kodiak-Vorkommen dürfte sich längst im Fokus eines umliegenden Majors befinden. Somit ist derzeit noch eine günstige Einstiegsbasis gegeben, die Ampeln für gute Kupfer-Projekte stehen weiterhin auf Grün.

Rio Tinto – Solide auf Zehnjahreshoch

Der breit diversifizierte Bergbau-Konzern Rio Tinto ist eine multinationale Gesellschaft, die unter ihrem Dach die Aktivitäten der britischen Rio Tinto Plc. und der australischen Rio Tinto Limited vereint. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Erschließung, Erforschung und den Abbau von fast allen denkbaren Mineralienvorkommen. Die geografischen Schwerpunkte liegen in Australien und Nordamerika, aber auch in Europa, Südamerika, Asien und Afrika ist Rio Tinto aktiv. Das Mineralienportfolio des Konzerns beinhaltet neben Aluminium, Kupfer und Gold auch Diamanten, Industriemetalle, Kohle, Uran, Eisenerz sowie verschiedene andere Rohstoffe.

Mit der Senatswahl in Georgia ging es beim Eisenerz-Förderer Rio so richtig durch die Decke. Der Stahlbereich profitierte vom anziehenden Eisenerzpreis und auch andere Industriemetalle kletterten höher, nachdem die Demokraten die Senatsstichwahl in Georgia gewonnen hatten. Der Eisenerzpreis stieg über Nacht um weitere 0,80 USD auf 167,95 USD pro Tonne. Man rechnet nun damit, dass es schon sehr zeitnah weitere Impulse zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten geben wird. Trump der Wegbereiter der Basis-Industrien scheint schon abgehakt.

Das verheißt sehr viel Gutes für Rio Tinto und seine Aktionäre im kommenden GJ 2021, denn der Bergbaugigant peilt für sein Pilbara-Eisenerz Stückkosten von 14 bis 15 USD pro Tonne an. Das bedeutet, dass er derzeit mit einer Marge von über 150 USD pro Tonne arbeitet. Angesichts der eh schon starken Bilanz wird der beträchtliche freie Cashflow, den das Unternehmen nun generiert, wahrscheinlich in Form von Dividenden an die Aktionäre zurückfließen. Man sollte an diesem Titel solange dranbleiben, bis die Einpreisung der gigantischen US-Konjunkturprogramme ausläuft. Die Rio-Aktie steht aktuell auf 10-Jahreshoch bei 6.130 GBP.

Gazprom – Super Zahlen und Sanktionen voraus

Ein weiterer Riese ist die russische Holding Gazprom. Nach einem 2-jährigen Abwärtstrend konnte sich der Erdgas-Preis gegen Ende 2020 von 1,50 auf 3,00 USD in kurzer Zeit verdoppeln. Zeitgleich stand Gazprom in engen Verhandlungen wegen der Befüllung der neuen Nordsee-Pipeline Nord Stream 2. Die Vereinigten Staaten unter Donald Trump hatten jahrelang Veto eingelegt, weil sie die russische Dominanz auf dem europäischen Kontinent nicht tolerierten. Die Europäische Union pochte auf ihre Souveränität und wies die US-Kritik zurück, dennoch droht die US-Administration Sanktionen gegen Deutschland an.

Gazprom und Nord Stream 2 sind perspektivisch weiterhin mit diesem Problem konfrontiert: Zwar geht der Bau der EU-Pipeline derzeit weiter. Im Januar könnten zudem weitere Abschnitte des Projektes finalisiert werden. Allerdings zielen die US-Sanktionen inzwischen vornehmlich auf die Inbetriebnahme der Pipeline ab. Dazu müssen noch Lösungen gefunden werden. Sowohl im Interesse von Gazprom als auch von Russland, sowie von Deutschlands Energiesicherheit.

Gazprom wird im Jahr 2020 einen Umsatz von 86,6 Mrd. USD erzielen, das ist etwa 12% niedriger als 2019. Die Dividende wurde zwar um 50% gekürzt, sie beträgt aber immer noch an die 4% und der Aktien-Kurs konnte bei unter 3,5 EUR seinen Boden ausbilden. Im letzten Quartal legte der Aktienkurs gaspreisbedingt um 50% zu, das Hoch aus dem Jahr 2008 von 20 EUR ist aber noch rund 75% entfernt. Aus dieser Perspektive dürfte sich ein Einstieg in diesen Standardwert immer noch lohnen. Der Gaspreis sollte allerdings beobachtet werden und als STOP fungieren, wenn er wieder adhoc nach unten dreht.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
  3. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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Unfassbar, was für eine Geschwindigkeit! Vor ein paar Monaten war die deutsche Automobilbranche noch verschlafen und reagierte kaum auf die Ankündigungen Teslas die ganze Mobilität der Zukunft auf neue Beine zu stellen. Dann zündete Volkswagen letzte Woche den Elektroreigen, gestern kam sogar die Ankündigung der LKW-Elektro-Kooperation Traton, bestehend aus VW, Scania und MAN hinzu. Man werde bis 2025 ganze1,6 Mrd. EUR in die Forschung und Entwicklung von E-Lastwagen investieren. Daimler-Benz und Volvo hatten zuletzt von einem Wasserstoff-Antrieb gesprochen. VW gewann gestern 7% und Daimler bewegte sich kaum von der Stelle. Damit schlägt das Kapitalmarktpendel wohl wieder in Richtung Elektromobilität.

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