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25.03.2021 | 05:10

Linde, Royal Helium, Air Liquide – Zwei Wasserstoff, ein Helium. Alles da für eine explosive Mischung!

  • Helium
  • Wasserstoff
  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Kernfusion ist das Stichwort der Zukunft. Technisch werden dabei zwei Wasserstoffatome zu einem Heliumkern verschmolzen. Was auf der Sonne im großen Maßstab problemlos möglich ist (tatsächlich werden dort jede Sekunde 564 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium fusioniert), bleibt bei uns leider noch Zukunftsmusik. Das bedeutet: 1. Leider können wir noch keinen Strom aus Kernfusion erzeugen, darum müssen wir die Energiewende weiterhin mit etablierten nachhaltigen Technologien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft schaffen. Dabei wird Wasserstoff als Energiespeicher und Übertragungsmedium eine herausragende Rolle spielen. Und 2. Helium wird auch auf absehbare Zeit nicht anders als durch klassische Förderung im industriellen Maßstab zu erzeugen sein. Folgende drei Unternehmen sollten kräftig von der Energiewende profitieren.

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Carsten Mainitz

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Andrew Davidson, CEO, Royal Helium Limited
"[...] Royal Helium verfügt über eines der größten Helium-Landpakete in Nordamerika und ist heute einer der ersten börsennotierten Helium-Titel der Welt. [...]" Andrew Davidson, CEO, Royal Helium Limited

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Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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LINDE PLC – Die deutsch-amerikanischen Iren drücken beim Thema Wasserstoff mächtig auf die Tube

„Linde erklärt Megatrend Wasserstoff zum spannendsten Wachstumsfeld“, „Wasserstoff-Tankstellen von Linde … Daimler mit an Bord“, „… Linde baut die weltgrößte H2-Verflüssigungsanlage … und den weltgrößten Wasserstoff Elektrolyseur“ und nicht zuletzt „Linde produziert mit Salzgitter und e.on Windwasserstoff für grünen Stahl“ – Die Experten für technische Gase machen in letzter Zeit beim Thema Wasserstoff mächtig Druck. Dabei ist das Unternehmen mit rund zwei Milliarden Dollar Wasserstoffumsatz pro Jahr bereits heute der weltgrößte Hersteller. Dennoch soll sich dieser Wert in den nächsten Jahren mindestens vervierfachen. Angesichts eines von Experten erwarteten Umsatzvolumens mit Wasserstoff von 2,5 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2050 ein durchaus plausibles Ziel.

Solche Perspektiven sind natürlich auch für andere Unternehmen sehr verlockend. Aktuell lauern in Deutschland Wettbewerber wie ThyssenKrupp darauf, selbst Marktanteile in dieser Schlüsseltechnologie der Energiewende zu vereinnahmen. Und auch international wenden sich viele Energieunternehmen, gerade aus dem klassischen Öl- und Gasumfeld, wie die französischen Konzerne Total und Engie, dem „Öl von Morgen“ zu.

Linde tut also gut daran, mehrere Eisen im Feuer zu halten. Investoren, die fest an das Thema Wasserstoff glauben, aber gerne auf einen soliden Weltmarktführer statt Risiko setzen möchten, sollten mit einem Einstieg bei Linde nicht allzu lange warten. Das Papier, das vor einigen Tagen noch in einer gewissen Lethargie verharrte, hat mittlerweile wieder an Fahrt aufgenommen und bewegt sich aktuell in Richtung des von Analysten ausgegebenen mittleren Kursziels von rund 295 Euro.

ROYAL HELIUM LTD – Pure Performance

Wer ist das Staatsoberhaupt von Kanada? Wenn Sie jetzt an den sympathischen Herrn Trudeau gedacht haben, liegen Sie leider falsch. Das offizielle Staatsoberhaupt von Kanada in die Königin von England, Queen Elizabeth II. Und wer ist die Königin der Edelgase? Sie ahnen es: Helium. Warum? Weil es sich, ebenso wie die Queen, nicht zu spontanen Reaktionen provozieren lässt. Dies ist eine der herausragenden Eigenschaften, warum Helium für zahlreiche Anwendungen essentiell ist. So steckt es als nicht-leitendes, nicht-reaktives Kühlmittel in medizinischen Laborgeräten oder auch in Weltraumraketen. Und was wäre eine Geburtstagsparty ohne sichere Heliumballons? Doch leider hat Helium ein Problem: trotz der Tatsache, dass es sich um das zweithäufigste Element in unserem Universum handelt, ist es aufgrund seiner geringen Dichte auf der Erde relativ selten. Zwar enthält unsere Atmosphäre etwa 0,004 PPM Helium, doch kommt dieses hauptsächlich in den oberen Atmosphärenschichten vor und ist nicht wirtschaftlich nutzbar.

Glücklicherweise entsteht Helium als Nebenprodukt beim radioaktiven Zerfall einiger Elemente wie Uran oder Radium im Erdmantel, sodass es dort über Jahrmillionen gebildet werden konnte und sich nun hauptsächlich in Erdgaslagerstätten, je nach Geographie bis zu einem Anteil von rund 16 Volumenprozent, finden lässt. Dies bedeutet aber auch, dass die nutzbaren Ressourcen endlich sind. Darum ist es notwendig, ständig neue Heliumvorkommen zu finden und die Wirtschaftlichkeit der Förderung zu prüfen. Als eine besonders ergiebige Region hat sich in der Vergangenheit Saskatchewan in Kanada entpuppt. In diesem infrastrukturell gut erschlossenen und explorationsfreundlichen Landstrich operiert der börsennotierte Heliumexplorer Royal Helium auf einer eigenen, knapp 400.000 Hektar großen Landfläche.

Das Unternehmen hat gerade vermelden können, dass es seine drei Explorationsbohrungen Climax 1-3 bis auf die Zieltiefe von knapp 2.600m führen konnte. Die Produktionstests sind aktuell im vollen Gange. Wenn die Ergebnisse den Erwartungen entsprechen, kann direkt mit der Förderung begonnen und Cash Flow generiert werden. Für das laufende Jahr ist dann eine Ausweitung mittels weiterer Bohrlöcher fest eingeplant. Dass Branchenkenner Royal Helium eine erfolgreiche Produktion definitiv zutrauen, war daran abzulesen, dass Ende letzten Jahres eine stark überzeichnete Kapitalerhöhung von 6 Mio. CAD abgeschlossen werden konnte. Wer als Investor am Erfolg des Unternehmens partizipieren möchte, sollte sich sputen. Der Kurs hat sich seit Ende 2020 schon mehr als verdoppelt. Angesichts des fortschreitenden Projekterfolgs ist es fraglich, ob ein günstigerer Einstieg in der Zukunft noch möglich sein wird. Analysten halten sogar eine weitere Kursverdopplung für möglich.

AIR LIQUIDE SA – Mit flüssigem Wasserstoff statt flüssiger Luft neuen Höchstkursen entgegen!

Bis zur Fusion von Praxair und der Linde Group war das 1902 in Frankreich gegründete Unternehmen Air Liquide („Flüssige Luft“) Weltmarktführer in der Produktion technischer Gase. Das an der Euronext Paris notierte Unternehmen ist Mitglied des französischen Leitindex CAC-40 und seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Dividendenzahler. Ähnlich wie sein Rivale Linde hat auch Air Liquide das Thema Wasserstoff verstärkt auf dem Radar. Dabei ergeben sich einige Überschneidungen. So ist Air Liquide ebenso wie Linde in der Initiative H2 Mobility involviert, die sich für den flächendeckenden Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur stark macht.

Dabei liefert Air Liquide auch Tankstellenausrüstung. Im vergangenen Jahr verkündete der Konzern eine Allianz mit dem Hafen Rotterdam zum Aufbau von 25 Tankstellen für die Wasserstoffversorgung von 1.000 emissionsfreien, wasserstoffbetriebenen LKWs bis zum Jahr 2025. Und auch auf dem deutschen Markt hat Air Liquide einen Projektpartner an sich binden können. Es handelt sich dabei um keinen geringeren als Siemens Energy. Wie der Konzern mitteilte, beinhalte die Kooperationsvereinbarung mit Siemens Energy die gemeinsame Entwicklung der Protonenaustauschmembran-Technologie (PEM) zur Wasserstoffelektrolyse sowie die Schaffung von Grundlagen für eine gemeinsame Serienfertigung dieser Elektrolyseure genannten Anlagen. Dabei soll auch auf Fördermittel der Europäischen Union zurückgegriffen werden, die sich das ambitionierte Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung seiner Industrie bis zum Jahre 2050 auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Kooperation von Air Liquide mit Siemens Energy dürfte nicht unbedingt Jubelschreie beim Konkurrenten Linde ausgelöst haben, ist dieser doch mit Siemens selbst beim Thema Windwasserstoff in einem gemeinsamen Projekt tätig. Analysten beurteilen die Wachstumschancen beider Unternehmen aktuell ähnlich, mit einem minimalen Vorteil für das französische Unternehmen. So sehen die Schätzungen im Mittel bei Air Liquide ein Kurspotential von rund 11% im Gegensatz zu 10% für Linde. Letztendlich ist es eine Glaubensfrage. Auch Air Liquide bietet seinen Investoren die Möglichkeit mit einer gewissen Sicherheit eines Traditionsunternehmens am Wasserstoffboom der nächsten Jahre zu partizipieren.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Lexikon:

  1. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
  2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
  3. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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Kommentar von André Will-Laudien vom 08.04.2021 | 04:48

NEL, dynaCERT, Fuelcell Energy – Wasserstoff die zweite Welle!

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Der Wasserstoff-Hype geht in die zweite Welle. Grund ist sicherlich die aktuelle Beschlussvorlage des Joe Biden-Pakets zugunsten der weltweiten Klimaziele. Diese beinhaltet eine Investitionssumme von mehreren hundert Milliarden US-Dollar zur Senkung der klimaschädlichen Emissionen. Ob hierbei stärker die Batterie- oder die Wasserstofftechnologie zum Zuge kommt, wird der Markt entscheiden, wichtig ist nur die schnelle Freigabe der Mittel für den Start der Forschungsprojekte. Die Zeit drängt, denn die Pandemie hat viele Branchen ins Abseits bugsiert, gerade die Transportbranche lebt vom Warenumsatz und der soll in Zukunft ohne negative Umwelteinflüsse von statten gehen.

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Kommentar von Carsten Mainitz vom 24.03.2021 | 04:50

Siemens Energy, Enapter, ThyssenKrupp – Wasserstoff oder Batterie? Egal! Warum diese Unternehmen in jedem Fall profitieren werden!

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  • Investments

Die starken Kursschwankungen bei Wasserstoffaktien zeugen von einem aktuellen Glaubenskrieg rund um das häufigste Element auf unserem Planeten, das auch gleichzeitig das am einfachsten aufgebaute ist: ein Proton, ein Elektron. So schön simpel kann Perfektion sein. Und doch steckt darin das Potential unsere Gesellschaft von Grund auf zu ändern – die Sonne macht es vor. Zugegeben, aktuell stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung. Im kurzfristigen Fokus des Kapitalmarktes stehen eher die praktischen Anwendungsmöglichkeiten des Elements. Dabei blicken viele Investoren auf das Thema Mobilität. Was wird sich durchsetzen? Batterien? Oder doch Wasserstoff? Eine mögliche Antwort gab jüngst die VW-Nutzfahrzeug-Holding Traton SE: ein salomonisches „beides“. Batterien für den Langstreckenverkehr, Wasserstoff bspw. für Busse, die nicht lange zwischendurch nachladen können. Doch Wasserstoff kommt noch für viele weitere Anwendungsbereiche eine große Bedeutung zu. Darum wird die weltweite Nachfrage nach Wasserstoff als Energieträger in den nächsten Jahren in jedem Fall massiv zunehmen. So sieht Aurora Energy Research bis 2050 eine Verachtfachung der Wasserstoffnachfrage auf 2.500 TWh pro Jahr. Dies entspricht einem Jahresumsatz von mehr als 120 Mrd. Euro. Folgende Unternehmen dürften von dem Boom ganz unabhängig von der Entwicklung der Elektromobilität profitieren.

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Kommentar von Stefan Feulner vom 22.03.2021 | 05:05

Plug Power, Almonty Industries, Everfuel – Das müssen Sie jetzt wissen!

  • Energie

Keine Frage, sowohl der Elektromobilität als auch der Wasserstofftechnologie gehört aufgrund der Energiewende die Zukunft. Auch wenn in den vergangenen Wochen die Aktienkurse der meisten Produzenten extrem an Wert verloren, sollte dies nur eine ausgeprägte Korrektur im gültigen Aufwärtstrend bedeuten. Aufwärts geht es durch die steigende Nachfrage auch mit den Rohstoffen, die für eine kohlenstofffreie Welt benötigt werden. Die angespannte Lage zwischen China und den USA beschleunigt diese Entwicklung.

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