02.06.2026 | 04:42
Lithium, Uran und Kupfer: Wie Albemarle, American Atomics und Antofagasta von der Energie-Revolution profitieren!
Die Welt ändert sich in hohem Tempo. Die Supermächte befinden sich im Wettstreit und Europa sucht zwischen den USA und China seinen Weg. Dahinter stehen enorme wirtschaftliche Veränderungen, die Unternehmen und Gesellschaft einiges abverlangen. Der Krieg am Persischen Golf hat vor allem den äußerst vielfältigen und doch so fragilen Energiesektor ins Rampenlicht zurückgebracht. Menschen entscheiden sich immer öfter für Elektroautos, Batterien werden wichtiger und die Frage der Grundlast ist für viele Nationen entscheidend geworden. Nicht zuletzt muss vor allem in Europa und Nordamerika in das vielerorts sehr alte und inzwischen manchmal marode Stromnetz massiv investiert werden. Diese radikalen Veränderungen treiben die Nachfrage nach Uran, Lithium und Kupfer an. Wir blicken deshalb auf die Aktien von Albemarle, American Atomics und Antofagasta!
Lesezeit: ca. 7 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE , ANTOFAGASTA PLC LS-_05 | GB0000456144 , ALBEMARLE CORP. DL-_01 | US0126531013
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Antofagasta: Ein Riese in Chile
Wer hätte das gedacht: Der Ölpreis steigt, die Zinsen ziehen an und die Ökonomen sorgen sich in Folge des Kriegs am Persischen Golf vor einer globalen Rezession und steigenden Preisen. Das ist eigentlich ein Szenario, in dem der Kupferpreis stark nachgeben müsste. Schließlich gilt „Dr. Copper“ als einer der besten Frühindikatoren für die Lage der Weltwirtschaft. Doch mitnichten. Kupfer hat den Mai mit dem höchsten Schlusskurs überhaupt beendet. Und das liegt vor allem am Nachfrageboom, während sich der Markt gefährlich im Angebotsdefizit befindet.
Antofagasta wurde 1888 unter den Namen The Antofagasta and Bolivia Railway Company gegründet und startete einst als Eisenbahngesellschaft in der gleichnamigen Hafenstadt im Norden Chiles. Heute ist das Londoner Unternehmen einer der größten Kupferproduzenten der Erde und konzentriert sich dabei voll auf den Andenstaat. Im ersten Quartal förderte der Konzern mit 143.000 Tonnen Kupfer etwa -7,6 % weniger als im Vorjahresquartal. Allerdings wurde der Rückgang plangemäß wegen niedrigerer Verarbeitungsraten und Erzgehaltsschwankungen in Kauf genommen. Im Rest des Jahres soll die Produktion sukzessive steigen. Neben dem roten Industriemetall warfen die vier Hauptminen in Chile auch 46.500 Unzen Gold (+8,4 %) ab. Die reinen Cash-Kosten (vor den Nebenprodukten) lagen bei 2,77 USD je Pfund Kupfer. Zum Vergleich: ein Pfund Kupfer kostet in New York derzeit etwa 6,40 USD. Die hohen Preise für die Beiprodukte Gold und Molybdän reduzierten zudem die Netto-Cash-Kosten von Antofagasta drastisch um rund ein Drittel auf 1,08 USD.
Dieses Jahr will das Unternehmen wie geplant eine Kupferproduktion von 650.000 bis 700.000 Tonnen erreichen und massive 3,4 Milliarden USD investieren. Ein Teil dieses Betrags fließt in den Ausbau der Los Pelambres-Mine, dem Flaggschiff-Projekt des Konzerns mit Kupfer und Molybdän. Hier wird vor allem die Entsalzungsanlage erweitert, um die Kapazitäten langfristig hochzufahren. Daneben will Antofagasta auf Centinela einen zweiten Konzentrator bauen, um dort künftig rund 30 % mehr zu produzieren.
Das Unternehmen schüttet zweimal im Jahr (Herbst/Frühling) eine Dividende aus. Zuletzt gab es im Mai 48 US-Cent pro Aktie. Fürs kommende Gesamtjahr erwarten Analysten im Konsens eine weitere Steigerung der Dividende auf ca. 0,70 USD je Anteilsschein. Die Aktie ist zuletzt extrem gut gelaufen. Seit dem Tief im Frühling 2025 konnten sich die Papiere an der LSE nahezu verdreifachen. Solange der Kupferpreis mitspielt, sollte der Trend anhalten.
American Atomics: Von "Rock to Reactor!"
Seit einigen Jahren feiert auch die Atomindustrie ein Comeback. Während Deutschland ausgestiegen ist, investieren andere massiv in die Grundlasttechnologie. Allen voran schreitet dabei China, das aktuell mehr als 30 Kernkraftwerke baut oder plant. Doch auch in den Vereinigten Staaten ist die Rückkehr bereits fest eingeplant. Schon im Mai 2025 hatte die US-Regierung ein Dekret zur Deregulierung und zum Ausbau der Nuklearenergie beschlossen. So wollen die Vereinigten Staaten die Kapazitäten bis 2050 auf bis zu 400 Gigawatt ausbauen. Derzeit arbeitet man bereits an der Reaktivierung der Palisades-Anlage in Michigan. Three Mile Island soll zudem schon im kommenden Jahr ans Netz gehen.
Uran als Treibstoff der Kraftwerke kommt aber vor allem aus Russland und seinen Partnerländern: neben dem Material selbst sitzt dort wohl auch das meiste Know how. Das ist ein Problem für die USA. American Atomics arbeitet nun daran, in diese Lücke zu stoßen. Dabei schwebt dem Management ein vertikal integrierter Konzern im Nuklearsektor vor: von dem Abbau des Urans bis zur Verarbeitung und der Raffinierung. Anstatt das geförderte Uranerz also einfach als Rohstoff (Yellowcake) an Zwischenhändler zu verkaufen, will American Atomics eine eigene Verarbeitungsinfrastruktur aufbauen und so stärker von der wachsenden Nachfrage profitieren.
Das Kernprojekt im Upstream sitzt dabei in Utah. Das Projekt Big Indian befindet sich im historischen Lisbon Valley Mining District im Südosten des Bundesstaats. Es umfasst 217 zusammenhängende Claims. Über ein vereinbartes Definitive Option Agreement mit Indian Prospectors LLC kann American Atomics eine Beteiligung von bis zu 80 % an dem Projekt erwerben. Das geologische Potenzial gilt als enorm, weil das Lisbon Valley eine historisch hochproduktive Uranregion war. American Atomics konzentriert sich dabei auf die weniger explorierte Ostflanke der Region. Dabei kann das Management auf historischen Daten der Öl- und Gasindustrie aus den 2000er-Jahren aufbauen und muss nicht bei null starten. Bisher zeigten 28 von 51 Bohrlöchern starke Anomalien bei der Gammastrahlung in einer Tiefe von rund 670 bis 850 Metern. Derzeit werden die Genehmigungen für ein eigenes Bohrprogramm vorbereitet, das schon im Laufe dieses Jahres Klarheit über die Wirtschaftlichkeit bringen kann.
Neben diesen Explorationsarbeiten hat American Atomics bereits wichtige Schritte für die Verarbeitung des Materials unternommen. So gründete man ein strategisches 50/50-Joint-Venture mit CVMR. Der Partner ist einer der weltweit führenden Spezialisten für die Metallraffination und Vapor-Metallurgie und arbeitet u. a. auch schon für das US-Kriegsministerium. Gemeinsam planen die Unternehmen den Bau einer Uranmühle der nächsten Generation direkt in den USA. Durch die patentierte, modulare Technologie von CVMR soll das Uran hocheffizient und umweltschonend verarbeitet werden können. Dabei richtet American Atomics seine Infrastruktur darauf aus, das sogenannte HALEU (High-Assay Low-Enriched Uranium) herzustellen. Dabei handelt es sich um einen speziellen, höher angereicherten Brennstoff, der für die neuen, modularen Kleinreaktoren (SMRs, Small Modular Reactors) sowie Militärsysteme benötigt wird.
Mit diesem „Rock-to-Reactor“-Ansatz ist American Atomics breit aufgestellt, um vom Comeback der Atomindustrie in den USA profitieren zu können. Die Firma weist eine enge Kapitalstruktur auf, inklusive Optionen und Warrants stehen nur rund 75 Mio. Aktien aus. Der Börsenwert liegt somit bei etwa 24,3 Mio. CAD und bietet viel Raum nach oben. Jetzt muss das Management mit guten Bohrergebnissen überzeugen!
Albemarle: Lithium-Preise steigen wieder!
Die Nachfrage nach Elektroautos steigt kontinuierlich seit Jahren. In der Pole Position befinden sich Länder wie Norwegen, die bei den Neuzulassungen schon fast nur noch batteriebetriebene Wagen zulassen. Im größten Automarkt der Welt, der Volksrepublik China, liegt diese Quote immerhin schon über 50 %. Dem Siegeszug gegenüber dem Verbrenner scheint nur noch wenig im Weg zu stehen, zumal die hohen Ölpreise derzeit auch in vielen anderen Ländern die Nachfrage kräftig ankurbeln.
Albemarle ist mit der chilenischen SQM der wohl größte Anbieter von Lithium. Das Geschäftsmodell der US-Amerikaner reicht von der Gewinnung über die Verarbeitung bis zur Vermarktung von Lithium und hochspezialisierten Chemikalien. Insofern handelt es sich hier um eine Mischung aus einem Spezialchemiekonzern und einem Lithium-Produzenten. Im Bereich Lithium ist man weltweit die Nummer eins und hält einen Weltmarktanteil von zuletzt rund 16 %. Das Unternehmen litt wie viele nach der Boomphase im Markt unter den sinkenden Preisen. Doch die Lithium-Preise legen seit vergangenem Jahr wieder zu. Die hohen Vorräte der Abnehmer neigen sich dem Ende zu, heißt es unisono unter den Marktbeobachtern. Das Geschäft selbst teilt sich in zwei Segmente: Im ersten Bereich baut Albemarle Lithium ab und verarbeitet dieses zu hochreinen Verbindungen (Lithiumcarbonat, Lithiumhydroxid) weiter, die für die Kathoden von Elektrofahrzeug-Batterien und stationären Netzspeichern benötigt werden. Dabei fördert man das „weiße Gold“ vor allem in den Salzseen im Norden Chiles, was einen erheblichen Kostenvorteil bedeutet. Im anderen Segment Spezialitäten hat man ein stabiles, eher defensives Geschäft, wo es vor allem um Brom und Bromderivate geht. Diese werden auf Basis eigener Vorkommen in Arkansas (USA) und am Toten Meer (Jordanien) produziert. Bromprodukte kommen vor allem als Flammschutzmittel in elektronischen Bauteilen (z. B. für KI-Rechenzentren), in Halbleitern, in der Pharmaindustrie sowie bei Bohrflüssigkeiten für den Öl- und Gassektor zum Einsatz.
Starke Zahlen dank höherem Lithiumsegment
Albemarle hat Anfang Mai einen starken Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 33 % auf 1,43 Mrd. USD. Der Haupttreiber war dabei das Segment Energy Storage (Lithium), dessen Umsatz um 70 % zulegte und wo sich die höheren Lithiumpreise und größere Absatzmengen bemerkbar machten. Das bereinigte EBITDA schoss auch deshalb um 148 % auf 664 Mio. USD in die Höhe. Wie gut es läuft, zeigt der Blick auf die EBITDA-Marge im Lithiumgeschäft, die bei 62 % lag. Die Zahlen schlugen durchweg den Marktkonsens. Die Aktie befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend, binnen eines Jahres konnte sie sich mehr als verdreifachen. Zu den Allzeithochs aus 2022 ist es aber noch ein weiter Weg. Wer langfristig auf die steigende Nachfrage nach Elektroautos und Energiespeichern setzen will, findet hier einen breit aufgestellten Blue Chip.
Fazit: Weltweit verändern sich Konsumgewohnheiten, die sich stark im Energiesektor niederschlagen. Metalle wie Kupfer, Uran und Lithium profitieren am stärksten hiervon. Mit Albemarle können Anleger auf den Blue Chip aus dem Lithium-Sektor setzen. American Atomics könnte mit seinem vertikal integrierten Ansatz zu einem wichtigen Player in der US-Nuklearindustrie aufsteigen. Antofagasta wiederum ist einer der größten Kupferproduzenten der Welt und kann derzeit massiv von den steigenden Preisen für das rote Metall profitieren.
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