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2022-01-14 06:00:00

Lufthansa, wallstreet:online, Block – Aktien mit Nachholpotential

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Bildquelle: pixabay.com

Die Nervosität war spürbar, als die US-Indizes fünf Tage in Folge nachgaben. Gründe für eine Konsolidierung sind schnell gefunden. Die Omikron-Variante, die Inflation und die Angst vor steigenden Zinsen sorgen für Unsicherheit bei den Bullen. Gerade die großen Tech-Firmen würden unter einer Zinserhöhung leiden. Bereits jetzt wurden viele Tech-Titel abgestraft und die Anleger investierten lieber in Value-Aktien. Kommt die Zinserhöhung, so dürfte es weitere Abschläge im Tech-Sektor geben. Wir werfen heute einen Blick auf drei Unternehmen, die unserer Meinung nach vor einem Turnaround stehen könnten.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , Block Inc. | US8522341036

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Inhaltsverzeichnis:


    Lufthansa – Kampf um die Slots

    Fluglinien wie Lufthansa sind einer der großen Verlierer der Corona-Krise. Dementsprechend stark ist die Aktie auch gesunken. Man sieht schon jetzt, dass die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie durch eine Durchseuchung mit Omikron dem Papier sofort Schub verleiht. Spanien will langsam zur Normalität zurückkehren und plant Corona wie eine Grippe zu behandeln. In Deutschland ist man immer noch vorsichtig, aber trotz hoher Infektionszahlen ändern sich die Hospitalisierungszahlen kaum. Im Frühjahr sollte sich die Lage wieder beruhigen und wenn viele Menschen genesen sind, könnte Lufthansa ein gutes Sommergeschäft winken.

    Während sich die Corona-Lage möglicherweise langsam bessert, wird der Kampf um die Slots, sprich die Start- und Landezeiten an Flughäfen, immer verbissener. Das Unternehmen hatte rund 18.000 Leerflüge gemeldet und sich darüber beklagt, dass damit die Umwelt belastet würde. Die EU hatte die Flugmengen bereits reduziert, aber das reicht aufgrund der vielen coronabedingten Flugausfälle nicht aus. Jetzt hat sich Michael O'Lear, der Chef von Ryanair, abfällig über die Lufthansa geäußert und ihr Krokodilstränen vorgeworfen. Sein Lösungsvorschlag wäre den Kunden billige Tickets zu verkaufen, um die Flieger zu füllen. Klar ist, dass Ryanair selbst gerne einige der Lufthansa-Slots hätte und der Angriff letztlich ins Leere laufen wird.

    Sobald sich die Corona-Situation bessert, erwarten Experten, dass als erstes die Transport-Flüge und Geschäftsreisen wieder spürbar anziehen werden. Mit Lenovo konnte das Unternehmen einen ersten Kunden präsentieren, der wöchentlich 20 Tonnen Fracht von Shanghai nach Frankfurt transportieren lässt. Diese positiven Aussichten haben die Aktie schon anspringen lassen und so konnte der Abwärtstrend gebrochen werden. Aktuell notiert die Aktie bei 7,10 EUR. Zuletzt hatten mehrere Analysten ihre Einschätzung deutlich nach oben angehoben.

    wallstreet:online – baut Geschäftsbereiche aus

    Vergleicht man wallstreet:online (w:o) mit der Konkurrenz, so erkennt man bereits an der Marktkapitalisierung, dass die Aktie unterbewertet ist. Das Unternehmen kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 305 Mio. EUR und liegt damit deutlich hinter Trade Republic und einigen anderen Neo Brokern. Dabei bietet w:o deutlich mehr als mancher Mitbewerber. Beim verwalteten Vermögen ist Smartbroker bereits führend, es werden deutlich mehr Handelsplätze angeboten und es existiert eine große Finanzcommunity, die sich auf vier Portale verteilt.

    Gerade der letzte Punkt wird in Zukunft noch wichtig werden, denn man sieht schon jetzt in anderen Branchen, dass Social Media und Influencer für deutlich höhere Verkaufszahlen sorgen. In Bezug auf Smartbroker bedeutet das mehr Trades. Neben der App, die im ersten Halbjahr 2022 an den Start gehen soll, baut w:o eine Trading Redaktion auf, wie am 7. Januar bekanntgeben wurde. Dabei sollen tradingspezifische Inhalte durch Texte und Videos den Konsumenten nähergebracht werden. Zukünftig soll es auch Paid-Content-Dienste geben, die neue Kundengruppen erschließen sollen. Die Verzahnung zwischen Broker und Finanzportal bekommt somit eine neue Facette.

    Noch wartet das Unternehmen auf die im Juli 2021 beantragte Lizenz, um als Wertpapierinstitut zugelassen zu werden. Ist die Genehmigung erst einmal erteilt, kann das Unternehmen noch stärker an dem Zusammenspiel der Finanzcommunity und Smartbroker arbeiten. Die Analysten von Warburg Research und GBC sehen ein Kursziel von 34,00 EUR bzw. 37,70 EUR. Die Aktie notiert aktuell bei lediglich 20,30 EUR und damit nahe dem Supportbereich von 19,50 EUR. Hält die Marke, ist ein Test der 25,40 EUR wahrscheinlich.

    Block – hängt am Bitcoin

    Man kann es den Investoren nie recht machen. Erst wollten sie, dass sich Jack Dorsey auf ein Projekt konzentriert. Kaum hat er sich von Twitter verabschiedet, um sich voll auf Square zu konzentrieren, beginnt die Aktie zu fallen. Dieser Abwärtstrend hält bis heute an und das, obwohl Square sich mittlerweile in Block umbenannt hat, um die Blockchain und damit Kryptowährungen mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Dorsey sieht den Bitcoin als eine Währung des Internets. Dass er daran glaubt, sieht man an den Bitcoin-Zukäufen in den vergangenen 15 Monaten.

    Ein Vorteil des Bitcoins besteht in der Knappheit. Es wird maximal 21 Mio. Bitcoins geben, abzüglich der verlorenen Coins, die auf irgendwelchen Ledgern liegen, zu denen es kein Passwort mehr gibt. Schon heute können die Kunden von Block mittels der App „Cash App“ Bitcoins handeln und so Geld transferieren, sofern der Gegenpart ebenfalls die App besitzt. Im letzten Quartal brachte der Handel mit Bitcoin dem Unternehmen einen Gewinn von 42 Mio. USD. Das ist im Vergleich zum Gesamtgewinn von 1,1 Mrd. USD noch sehr wenig, aber das Wachstum seit Bestehen der App kann sich sehen lassen.

    Um die Kryptowährungen besser zu sichern, entwickelt das Unternehmen ein Hardware-Wallet. Zusätzlich arbeitet man an tbdEX, einer Blockchain, die den Tausch von Fiatgeld und Kryptowährungen vereinfachen soll. Auch Metaverse wird in Zukunft eine Rolle bei Block spielen. Dass die Aktie seit November gefallen ist, liegt auch am gefallenen Bitcoin-Preis, der sich ebenfalls seit dem 10. November im Sinkflug befindet und von 69.355 USD bis auf unter 40.000 USD gefallen ist. Wer an Kryptowährungen glaubt, ist bei Block an der richtigen Adresse. Sobald der Bitcoin wieder anspringt, wird auch Block zulegen.


    Alle drei Unternehmen haben das Potential von deutlich höheren Kursen. Am volatilsten ist dabei sicherlich die Block Aktie, die sich ähnlich wie der Bitcoin bewegt. An zweiter Stelle steht wallstreet:online, birgt dabei aber deutlich weniger Risiko als Block. Der Lufthansa bleibt nur Platz drei, da man immer noch nicht weiß, ob die Pandemie wirklich ein Ende findet.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Blockchain – Die Blockchain ist eine Datenbank-Technologie und basiert auf einem kryptographischen Verfahren.

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    2022 beginnt wie 2021 – Corona ist immer noch das Thema Nummer 1. Aus dem vergangenen Jahr kann man Hoffnung schöpfen, denn trotz aller Widrigkeiten haben die Aktien teilweise sehr ordentlich zugelegt. Nun scheint mit Omikron eine Endemie möglich. Das Virus ist zwar ansteckender, der Verlauf ist aber milder als bei den Vorgänger-Varianten. Mit einer Durchseuchung könnte die lang ersehnte Herdenimmunität erreicht werden. Neben Corona muss man aber auch die Inflation im Auge behalten. Die hat seit Mitte 2021 Einzug gehalten und wird uns auch 2022 beschäftigten. Die Frage aller Anleger lautet: Wo winken die Gewinne im kommenden Jahr? Wir beleuchten heute drei mögliche Gewinner.

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