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22.06.2022 | 05:10

Neue Chancen im Superzyklus - Glencore, Defense Metals, Nio

  • Seltene Erden
  • China
  • Rohstoffe
Bildquelle: Defense Metals Corp.

Die Sorgen vor einer weiter stark steigenden Inflation schickten in den vergangenen Wochen die Börsen auf Talfahrt. Grund für die enorme Teuerung waren vor allem explodierende Energie- sowie Rohstoffpreise. Aktuell korrigieren neben Erdöl und Erdgas auch für die Industrie wichtige Metalle wie Kupfer oder seltene Erdmetalle. Dies dürfte noch einmal eine Chance bieten, langfristig an den Superzyklen zu partizipieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
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Inhaltsverzeichnis:


    Gewinnsprung und eine Flut an Empfehlungen

    Viele Unternehmen ächzen unter den hohen Energie- und Rohstoffpreisen. Für die global größte im Rohstoffhandel tätige Unternehmensgruppe Glencore führt die Preisexplosion dagegen zu einem deutlichen Gewinnsprung. So rechnen die Schweizer bereits in den ersten sechs Monaten mit einem bereinigten Betriebsgewinn in Höhe von über 3,2 Mio. USD und hätten damit den geplanten Jahresgewinn bereits im ersten Halbjahr mehr als eingespielt. Ursprünglich lag die Prognose für das Gesamtjahr 2022 beim Ebit zwischen 2,2 Mrd. USD und 3,2 Mrd. USD im Handelsgeschäft.

    Durch die starken Prognosen überhäuften mehrere Analystenhäuser das Unternehmen mit Kaufempfehlungen. So hob die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel von 710 auf 745 GBp aufgrund des starken Zwischenberichts an und wiederholte ihr Kaufurteil ebenso wie die Schweizer Großbank UBS. Diese sehen weiterhin ein Ziel in Höhe von 560 GBp. Die US-Bank JP Morgan hob das Kursziel für das in Zug niedergelassene Unternehmen sogar von 630 GBp auf 650 GBp an und blieb beim Urteil „overweight“. Der Rohstoffkonzern habe einen starken Zwischenbericht präsentiert, schrieb Analyst Dominic O'Kane und sieht in Glencore seinen "Top Pick" im Minensektor.

    Auch wenn das Unternehmen selbst in einer Meldung ab dem Sommer mit einer Beruhigung der Lage rechnet, dürfte die Aktie nach einer kurzen Konsolidierung weiter gefragt bleiben. Rückenwind dürfte zudem die Aufnahme in den Stoxx Europe 50 geben. Dort ersetzt Glencore den zuletzt schwächelnden Sportartikelhersteller Adidas.

    Defense Metals - Sorgen wegen Abhängigkeit zu China

    Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine versuchen die westlichen Politiker die Abhängigkeit zu russischem Erdöl und Erdgas zu verringern. Dies soll durch den beschleunigten Aufbau von Erneuerbaren Energien gelingen. Hier schlummert jedoch bereits erneut die Gefahr einer Abhängigkeit, diesmal zu China. Denn China hat quasi ein Monopol auf den Abbau und die Weiterverarbeitung von existenziell wichtigen Rohstoffen wie seltene Erdmetalle. Diese werden etwa zur Herstellung von Windrädern, Solaranlagen, Batterien oder Elektroautos benötigt. So will die EU-Kommission mit einem neuen Gesetz Europas Versorgung mit Rohstoffen absichern, die für die Energiewende und die digitale Transformation benötigt werden. In ersten Eckpunkten warnt EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton vor einer „übermäßigen Abhängigkeit Europas von kritischen Materialien, die oft nur aus einem Land stammen“, berichtete das „Handelsblatt“.
    Jedoch sind Alternativen in der westlichen Welt rar gesät.

    Wie in einem Report dargestellt, gab es neben australischen Minen in den USA in der jüngeren Vergangenheit nur eine einzige erwähnenswerte Mine für Seltene Erden. Die Mine in Mountain Pass, Kalifornien, die der börsennotierten MP Materials gehört, produzierte nach Angaben des U.S. Geological Survey im Jahr 2020 15% der weltweiten Produktion.

    Das Wicheeda-Projekt, das seit Jahresanfang vom börsennotierten Unternehmen Defense Metals komplett erworben wurde, weist starke Ähnlichkeiten in der Metallurgie mit der bisher einzig rentablen Mine in der westlichen Hemisphäre auf und besitzt nach der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (Preliminary Economic Assessment, PEA) das Potenzial, eine der bedeutendsten globalen Lagerstätten für Seltene Erdmetalle zu werden.

    Die Lagerstätte ist, nachdem Defense Metals zusätzliche Claims abgesteckt hat, insgesamt 4244 ha groß und mit einer erstklassigen Infrastruktur ausgestattet. Für 2021 ergab eine PEA einen Nettogegenwartswert nach Steuern (abgezinst mit 8%) von 517 Mio. USD bei einem internen Zinsfuß von 18%.

    Kürzlich wurde ein Update zu den laufenden Diamantbohrungen veröffentlicht. So begann die Kampagne im nördlichen Ressourcengebiet, wobei die ersten beiden Bohrlöcher zur Ressourcenabgrenzung mit einer Gesamtlänge von etwa 615m vor dem Abschluss stehen. Wie die Unternehmensführung mitteilte, plant Defense Metals Diamantbohrungen auf einer Länge von bis zu 5.000m. Nach einer Korrektur des Aktienkurses von über 40% seit dem vergangenen Jahr könnten positive Bohrergebnisse zu einem Rebound führen. Durch die Angebotsknappheit an seltenen Erdmetallen in der westlichen Welt bietet sich beim Wicheeda-Projekt eine erstklassige Chance auf langfristige Kursgewinne.

    Nio mit relativer Stärke

    Nach den starken Kursverlusten der letzten Monate scheint die schlimmste Leidenszeit für Aktionäre des Elektroautobauers Nio vorüber. Nachdem das Papier nach seinem Hoch bei 66,99 USD bis auf 11,67 USD Mitte Mai korrigierte und dort einen möglichen doppelten Boden ausbildete, ging es für die Aktie seither bis auf 20,77 USD nach oben. Dabei gab es neben Kaufsignalen bei MACD und RSI auch von fundamentaler Seite Rückenwind.

    So wurde kürzlich der neue Geländewagen ES7 vorgestellt. Der sportliche SUV soll damit den Wettbewerber Tesla und dessen Model X und Model Y in Bedrängnis bringen. Je nach Batteriegröße schafft der ES7 insgesamt 485km, 620km oder 930km und soll knapp 70.000 USD in der Grundvariante kosten. Auch die Hinderniserkenntnissoftware von Nio soll Objekte bereits in 687m Entfernung erkennen, während Tesla erst ab 229m Hindernisse erkennen kann.

    Zudem ist die Deutsche Bank positiv gestimmt und sieht in Nio weiterhin einen Kaufkandidaten mit einem Kursziel von 45 USD. Der Analyst Edison Yu ist nach wie vor zuversichtlich, dass NIO den wichtigsten Produktzyklus in der Geschichte des Unternehmens in Angriff nehmen wird. Außerdem standen die Volumina in den letzten Quartalen aufgrund von betrieblichen Engpässen und COVID-Sperren unter Druck. Die Auslieferungen des Unternehmens sind jedoch auf dem besten Weg, von 7.000 pro Monat im Mai auf 25.000 am Ende des Jahres zu steigen, was den Blick weg von Lieferengpässen hin zu einem robusten Produkt-Superzyklus lenken sollte.


    Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate korrigieren neben Erdöl und Erdgas auch diverse Rohstoffe, die für die Erneuerbaren Energien benötigt werden. So ergeben sich bei Unternehmen wie Glencore oder Defense Metals nach Korrekturen antizyklische Einstiegschancen. Nio drehte bereits und sendete erste Kaufsignale.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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