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16.11.2021 | 05:08

Orocobre, Manganese X Energy, First Cobalt– Diese Firmen sind unverzichtbar für die Energiewende

  • Lithium
  • Kobalt
  • Nickel
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Das 21. Jahrhundert wird als das „elektrische Jahrhundert“ in die Geschichte eingehen. Während das 19. Jahrhundert von der Dampfmaschine und das 20. Jahrhundert von Verbrennungsmotoren dominiert waren, zwingen uns die klimatischen Veränderungen, die wir selbst durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe mit verursacht haben, zu einem Umdenken. Dabei steht u.a. die effiziente Speicherung emissionsfrei produzierter elektrischer Energie im Fokus. Laut aktuellem Stand der Forschung werden dazu bestimmte Rohstoffe unverzichtbar sein, neben Kupfer, Silber und Gold unter anderem Lithium, Mangan und Kobalt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: MANGANESE X ENERGY | CA5626781028 , OROCOBRE LTD | AU000000ORE0 , FIRST COBALT CORP. | CA3197021064

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Inhaltsverzeichnis:


    Orocobre – Steht der Lithium-Gigant kurz vor dem nächsten Sprung?

    Kurz nach Bekanntgabe der äußerst positiven Q1-Zahlen des australischen Lithium-Giganten Orocobre sah es so aus, als könnte der Kurs das Allzeithoch bei 10,08 AUD endlich knacken. Doch offensichtlich nutzten viele Anleger den erneuten Kursanstieg für Gewinnmitnahmen. Dennoch sprechen die immer weiter ansteigenden Tiefs dafür, dass die psychologisch wichtige Begrenzung bald fällt, damit sollte es dann in der Folge genug Platz für weiteres Wachstum geben. Und auch die Marktdaten sprechen eine klare Sprache: Lithium bleibt auf absehbare Zeit einer der wichtigsten Rohstoffe zur Produktion von Akkus. Durch die steigende Nachfrage hat sich alleine in diesem Jahr der durchschnittliche Preis für batterietaugliches Lithiumkarbonat bereits mehr als vervierfacht. Und damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

    So prognostizieren die Analysten von Fitch einen weiteren Anstieg des Preises für chinesisches Lithiumcarbonat (Reinheitsgrad: 99,5%) auf 15.025 USD je Tonne, nach durchschnittlich 13.145 USD je Tonne im laufenden Jahr. Auch die aktuelle Studie von Rio Tinto, nach der lediglich 15% des in den nächsten zehn Jahren auflaufenden Angebotsdefizits von batterietauglichem Lithium aus bestehenden Projekten wird befriedigt werden können, dürfte beim nach seiner Fusion mit Galaxy Resources inzwischen fünftgrößten Lithiumproduzenten der Welt für eine andauernde Partystimmung sorgen, zumal die Kriegskasse mit einem hohen Cash-Bestand für weitere Übernahmen oder neue Projekte gut gefüllt ist.

    Manganese X Energy – Rennt mit heimischen Projekten offene Türen ein

    Manganese X Energy ist ein kanadischer Explorer mit Sitz im québecischen Montreal, der sich mit der Erforschung heimischer Rohstoffvorkommen, die unverzichtbar für die Produktion von Akkumulatoren sind und deren Überführung in die Produktion beschäftigt. Dazu zählen die Elemente Nickel und Kobalt, sowie hauptsächlich das im Firmennamen enthaltene Halbmetall Mangan. Bis vor kurzem zählte auch noch der Stoff Graphit dazu, jedoch wurden sämtliche Aktivitäten rund um die Exploration und Produktion von Graphit in eine eigene Gesellschaft, die Graphano Energy Ltd., ausgelagert und separat an die Börse gebracht. Seit dem 30. September notiert Graphano nun eigenständig an der TSX in Toronto, während sich Manganese X weiter seinem Kerngeschäft widmen kann.

    Hier betreibt das Unternehmen unter anderen das Projekt Battery Hill in Woodstock, Provinz New Brunswick, unweit der Grenze zu den USA. Das 1.228 Hektar große Grundstück besteht ausf 55 Claims mit Mangan-Eisen-Vorkommen. Dabei handelt es sich um die einzige kommerziell explorierte Mangan-Lagerstätte in Nordamerika. Eine erste offizielle Ressourcenschätzung geht von 34,86 Mio. Tonnen nachgewiesenem Mangan bei einem Gehalt von 6,42% aus, die vermuteten Ressourcen liegen bei 25,91 Mio. Tonnen bei einem Gehalt von 6,66%. Das Unternehmen selbst hält Vorkommen von bis zu 194 Tonnen Mangan für möglich. Sollten sich diese Vermutungen bewahrheiten, wächst hier ein sehr interessanter Player im Rohstoffmarkt heran. Insbesondere die Tatsache, dass aktuell über 80% der Manganproduktion aus Südafrika stammen, stellt durch die räumliche Nähe zu den nordamerikanischen Automobilproduzenten einen Wettbewerbsvorteil dar.

    Bei einem prognostizierten Nachfragewachstum nach Mangan von 30% p.a. und den damit einhergehenden Preissteigerungen, geht das Unternehmen davon aus, das Projekt Battery Hill profitabel betreiben zu können. Auch auf einer zweiten Liegenschaft mit historischen Kupfer-Nickel-Kobalt-Vorkommen mit Gehalten von bis zu 22,8% Kupfer, 0,73% Nickel und 0,266% Kobalt, dem 44 Claims auf 2.568 Hektar umfassenden Grundstück Peter Lake, soll bald mit der Erschließung begonnen werden. Am 9. September 2021 gab das Unternehmen interessante Details bekannt: "Die Sensitivitätsanalyse der Lagerstätte Battery Hill in Bezug auf den Cut-off-Gehalt zeigt 12,25 Millionen Tonnen gemessene und angezeigte Mineralressourcen mit 8,77 % Mn und 10,61 Millionen Tonnen abgeleitete Mineralressourcen mit einem Gehalt von 9,05 % Mn, wobei ein Cut-off-Gehalt von 7 % Mn verwendet wird." Aktuell ist das Unternehmen mit rund 45 Mio. CAD moderat bewertet.

    First Cobalt Corp. – Umbenennung in Elektra Battery Metals und Ausweitung des Produktspektrums geplant

    Der aktuell mit rund 200 Mio. CAD an der Börse bewertete Kobalt-Spezialist aus der Provinz Ontario in Kanada hat kürzlich angekündigt, das Unternehmen in Elektra Battery Metals umzubenennen. Damit soll dem Umstand genüge getan werden, dass zukünftig nicht nur Kobalt, sondern auch Nickelsulfat zur Batterieproduktion hergestellt und in das Recycling von Lithium-Ionen-Akkumulatoren eingestiegen werden soll. Außerdem möchte man die Raffinierkapazität von Kobalt von derzeit 5.000 Tonnen pro Jahr auf 6.500 Tonnen ausbauen. Die neuen Kapazitäten sollen ab dem vierten Quartal 2022 zur Verfügung stehen.

    Im Zuge der neuen Strategie soll ein regionaler Standort für Batteriemetalle entstehen, an dem aus dem Recycling von verbrauchten Lithium-Ionen-Akkus
    die Rohstoffe Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer und Graphit nutzbar gemacht werden. Eine Demonstrationsanlage ist für 2023 geplant. Zusätzlich wird der Aufbau einer Nickelsulfatproduktion mit einer Jahresleistung von 60.000 Tonnen untersucht, die sich aus der Nickelproduktion regionaler Produzenten in der Provinz Ontario speisen würde. Alle diese Produkte könnten dann in einem weiteren Schritt zu Batterievormaterialien, wie Elektroden, verarbeitet werden. Hier setzt First Cobalt, bzw. Elektra wahrscheinlich auf eine Joint Venture Lösung. Durch die lokale Zulieferstruktur und die Nähe zur nordamerikanischen Automobilproduktion ließen sich so große Einsparungen in der Batteriewertschöpfungskette realisieren, bspw. durch den Wegfall des Erfordernisses, das Nickelsulfat vor dem Versand zu kristallisieren.


    Batterien bzw. Akkus sind definitiv die Zukunft. Nicht nur für die Elektromobilität, auch für die Sicherheit der Netzversorgung sind Speichermöglichkeiten unabdingbar. Damit wird die Nachfrage nach Batteriematerialien in Zukunft weiter steigen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, legt sich die Aktien eines Schwergewichts wie Orocobre ins Depot. Auch die Ausrichtung von First Cobalt geht in die richtige Richtung. Das größte Potenzial – allerdings auch das größte Risiko – bietet aktuell sicherlich das Papier von Manganese X Energy. Sollten die Pläne der Gesellschaft wie geplant aufgehen, winken satte Renditen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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