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12.04.2022 | 05:10

Plug Power, Phoenix Copper, JinkoSolar – Aktien für die Freiheit

  • Kupfer
  • erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Der seit Wochen schwelende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bestimmt im Moment das Weltgeschehen. Dabei steht vor allem die Umsetzung der Energiewende ganz oben auf der Agenda. Durch die ausgerufenen Sanktionen steht Politik und Wirtschaft vor einem Stresstest, wie man sich zukünftig unabhängiger von russischem Gas und Kohle machen kann. Längere Kohle- und Atom-Laufzeiten stehen im Raum. Langfristig, so sind sich die Ampel-Politiker einig, ist der wirkliche Weg zu energiepolitischer Unabhängigkeit der Ausstieg aus den fossilen Energien. Durch die knappen Rohstoffe, wie z.B. Kupfer, wird dies jedoch ein teures Unterfangen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , PHOENIX COPPER LTD. | VGG7060R1139

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Inhaltsverzeichnis:


    Die Zukunft gehört den „Freiheitsenergien“

    Die Zukunft liege, so der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, in nicht-fossilen Energieträgern: "Der wirkliche Weg zu energiepolitischer Unabhängigkeit ist tatsächlich der Ausstieg aus den fossilen Energien. Die Sonne und der Wind gehören nun mal niemandem". Das sagte er in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Für Finanzminister Christian Lindner sind die erneuerbaren Energien „Freiheitsenergien“.

    Der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien wird jedoch teuer, durch die künstliche Verknappung der benötigten Rohstoffe aufgrund der ausgesprochenen Sanktionen umso mehr. Ob Lithium, Nickel, Kobalt, bereits vor der Invasion Russlands war ein Nachfrageüberhang festzustellen. Beim für das Erreichen der Klimaziele elementaren Kupfer fehlt schlicht das Angebot, um die Nachfrage aus der Elektromobilitäts-, Wind- und Solarbranche decken zu können. Durch den niedrigen Kupferpreis im vergangenen Jahrzehnt floss wenig Investment-Kapital in die Exploration von Liegenschaften, die jedoch jetzt dringend benötigt werden. Aussichtsreiche Projekte wie die von Phoenix Copper sind rar gesät, dafür versprechen diese bei erfolgreicher Exploration überproportionale Renditechancen.

    Analysten sehen Verdopplungspotenzial

    Ein Kursziel von 1,44 GBP, umgerechnet 1,72 EUR, sehen die Analysten des unabhängigen Investmenthauses SISM Investors für die Aktie des Kupferexplorationsunternehmens Phoenix Copper. Aktuell liegt der Kurs bei 0,70 EUR, somit bietet sich hier laut den Experten eine Chance von rund 150%. Der Börsenwert des angehenden Produzenten von Basis- und Edelmetallen, das Ziel zum Start der Produktion liegt im ersten Halbjahr 2023, liegt bei 83,60 Mio. EUR.

    Der Fokus von Phoenix Copper liegt auf dem Bergbaurevier Alder Creek im Bundesstaat Idaho, in dem sich das Empire-Kupferoxid-Tagebauprojekt befindet. 2013 wurden 80% des Projekts erworben und die ursprüngliche Fläche in den Folgejahren durch Zukäufe deutlich auf rund 32qkm erweitert.

    Zudem besitzt das Unternehmen, das neben Frankfurt auch an der AIM in London und dem QTCQX-Market in den USA gelistet ist, die historischen Minen Horseshoe, White Knob und Blue Bird Minen, die alle in der Vergangenheit Kupfer, Gold, Silber, Zink, Blei und Wolfram aus Untertageminen produzierten. Die neue Entdeckung bei Red Star, 330m nordwestlich der Empire Mine, zeigte hochgradiges Silber-/Blei-Sulfiderz.

    Stille Reserven durch die starke Nachfrage aufgrund der Energiewende könnten zudem mit 2 Kobalt-Claims gehoben werden. Dabei verlaufen diese entlang des produktivsten Trends der Kobaltmineralisierung in den USA und angrenzend an der Mine von Electra Battery Metals, die vormals unter dem Namen First Cobalt bekannt war.

    Für das laufende Geschäftsjahr sind über 3.000 Bohrmeter in Planung, mit einer Cash-Quote von rund 15 Mio. CAD steht Phoenix Copper auf gesunden Beinen. Der Plan der Firmenführung, um die Produktionsziele bis 2023 zu erreichen, ist die Beschaffung von Fremdkapital am Anleihemarkt. Aufgrund des geringen Angebots an geeigneten Kupfervorkommen ist Phoenix Copper für die nächsten Jahre äußerst attraktiv.

    Grüner Wasserstoff als Alternative

    Bereits vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise setzte die Bundesregierung mit der nationalen Wasserstoff-Strategie auf grünen Wasserstoff. Das Gas gilt als fehlendes Puzzleteil der Energiewende. Allerdings ist die Produktion von Wasserstoff aktuell noch zu teuer, um ausreichende Mengen nachhaltig produzieren zu können. Der Pionier der Brennstoffzellentechnologie, das US-Unternehmen Plug Power, will einer der global größten Produzenten von grünem Wasserstoff werden. Die Ziele sind ambitioniert, 2025 soll der Umsatz von Plug Power bei 3 Mrd. USD bei einer Bruttomarge von 30% und einem Betriebsergebnis von 17% liegen. Der Hauptumsatz soll dann aus dem Segment „Green Hydrogen Market“ kommen, dass die Hälfte zu den Gesamterlösen beisteuern soll.

    Um die Expansion nach Europa zu beschleunigen wurde im Duisburger Freihafen das europäische Service- und Logistikzentrum eröffnet. Bis Ende 2025 sollen dort jährlich 500 t an grünem Wasserstoff produziert werden. Dass Plug Power der Pionier und Markführer auf dem Gebiet der Brennstoffzellentechnologie ist, steht außer Frage. Jedoch ist die Bewertung mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 13,8 Mrd. EUR enorm hoch. Zu vergessen ist auch nicht, dass das Unternehmen in der mehr als 24-jährigen Geschichte noch nie Gewinne einfahren konnte.

    JinkoSolar mit offener Kurslücke

    Äußerst volatil zeigten sich Aktien aus dem Bereich erneuerbarer Energien in den letzten Wochen. Der chinesische Modulhersteller JinkoSolar korrigierte von über 66 USD Ende des vergangenen Jahres auf 35 USD nach dem Ausbruch der Ukraine-Krieges. Wichtig war hier das Verteidigen der Marke von 40 USD. So erreichte die Gegenbewegung Zwischenhochs bis 57,70 USD, um dann wieder nach unten abzudrehen. Aktuell notiert der Wert bei 47,85 USD, bei rund 41,38 USD ist noch eine Kurslücke zu schließen. Aufgrund der aktuellen Marktkorrektur sollte der Wert lediglich beobachtet werden.


    Die Ukraine-Krise drängt die Politik zu einem schnelleren Wechsel zu alternativen Energien. Diese benötigen jedoch enorm viel an Kupfer. Phoenix Copper dürfte im ersten Halbjahr 2023 zum Produzenten aufsteigen und dürfte von der steigenden Nachfrage profitieren. Plug Power ist ambitioniert bewertet, bei JinkoSolar ist die Korrektur noch am Laufen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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