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07.05.2025 | 06:00

Rettet dynaCERT die deutsche Industrie?

  • Wasserstoff
  • Industrie
Bildquelle: pixabay.com

An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Doch während Prototypen und Kleinserien die Fantasie der Investoren beflügeln, sorgen erst handfeste Aufträge für Gewinne. Das kanadische Wasserstoff-Unternehmen dynaCERT befindet sich aktuell in einer spannenden Phase. Im Umfeld der Münchner Baumaschinen- und Bergbaumesse (Bauma) ging das Unternehmen auf Kundenfang. Welche Termine in den nächsten Wochen und Monaten noch geplant sind und welche Branchen vor allem in Deutschland als potenzielle Partner für dynaCERT in Frage kommen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084

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Inhaltsverzeichnis:


    HydraGEN™ macht Dieselmotoren grüner

    Im Interview mit Lyndsay Malchuk von Stockhouse gab Kevin Unrath, COO von dynaCERT und Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft dynaCERT GmbH, einen Einblick in die aktuellen Aktivitäten. Nach Einschätzung von Unrath ist dynaCERT trotz seiner langen Erfahrung eine Art Startup – die Technologie eigne sich für verschiedene Bereiche und eröffne weiteres Wachstumspotenzial. Um diese Potenziale zu heben, rührt dynaCERT auf zahlreichen Fachmessen die Werbetrommel und hat auf industrielle Produktion umgestellt. Neben der Bauma reist das Team von dynaCERT Mitte Mai zur Sydney Build Expo und Anfang Juni zur Transport Logistic nach München. Doch zu welchen Branchen besteht für die Technologie von dynaCERT überhaupt ein Bezug?

    Schon vor Jahren ist dynaCERT mit der Mission gestartet, eine Übergangstechnologie für Dieselmotoren zu liefern. Mit HydraGEN™ hat das Unternehmen eine spannende Lösung im Angebot. Eine kleine Zusatzeinheit wird im Motor verbaut und stellt dort geringe Mengen Wasserstoff her, die dem Verbrennungsprozess beigegeben werden. Das hat gleich mehrere Vorteile: Neben einem geringeren Kraftstoffverbrauch sinken auch Emissionen, die Motorleistung verbessert sich und die Lebensdauer steigt. Diese Vorzüge wurden in verschiedenen Zertifizierungsprozessen bestätigt, unter anderem durch Continental EMITEC, TÜV Nord und Süd in Europa, iCAT in Indien und die PIT Group in Kanada. Die HydraGEN™-Technologie ist bereits marktreif und kommt in verschiedenen Pilotprojekten erfolgreich zum Einsatz.

    2027 droht der CO2-Preis-Schock – Industrie unter Zugzwang

    Ein besonders aussagekräftiges Beispiel für die Wirksamkeit der HydraGEN™-Technologie liefert ein Pilotprojekt mit der Alectra Utilities Corporation, dem größten kommunalen Stromversorgungsunternehmen Kanadas. Bei diesem Projekt wurden 13 Fahrzeuge mit der HydraGEN™-Technologie ausgestattet und einem strengen Monitoring unterzogen. Die Ergebnisse: Es wurden über 8.000 kg CO2-Äquivalente eingespart und bei jedem einzelnen eingesetzten Fahrzeug sank der Dieselverbrauch. Doch welche weiteren Branchen könnten neben den Bereichen Transport und Logistik von dynaCERTs Technologie profitieren?

    Mit den Aktivitäten in Deutschland verfolgt dynaCERT unter anderem das Ziel, die grüne Transformation der Industrie zu unterstützen. Der Einsatz von HydraGEN™ in Kraftfahrzeugen hat bereits gezeigt, dass sich Investitionen nach rund einem Jahr amortisieren. Für die Industrie könnte HydraGEN™ daher eine Alternative sein, um für 2027 gerüstet zu sein. Dann wird der CO2-Preis innerhalb der Europäischen Union frei von Angebot und Nachfrage bestimmt. Studien sagen pro Tonne CO2 Preise zwischen 200 und 300 EUR voraus – im Jahr 2025 ist der Preis auf 55 EUR festgesetzt.

    Blockheizkraftwerke und Wasserstoff? Wissenschaft sagt: „Das passt!“

    In der Industrie werden häufig Dieselgeneratoren für die Stromerzeugung oder für verschiedene Maschinen eingesetzt. Würde die HydraGEN™-Technologie hier implementiert, könnte das zu erheblichen Emissionsreduktionen führen. Ein weiterer Einsatzbereich könnten Blockheizkraftwerke (BHKWs) sein. Viele Neubau-Projekte und Wohnanlagen setzen auch heute noch auf diese Technologie. Eine Untersuchung des DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg zeigt, dass die Beimischung von Wasserstoff zu Erdgas in BHKW zu einer Reduktion von CO-, HC- und CO2-Emissionen führt, während der Wirkungsgrad steigt. Könnte dieser Bereich zu einem Zielmarkt für dynaCERT werden, wären die Chancen groß: Die Denkfabrik Agora Energiewende hat errechnet, dass zwischen 2021 und 2030 allein bei Immobilien in Deutschland Investitionen in Höhe von 460 Mrd. EUR notwendig sind, um die Klimaziele zu erreichen. Zwar machen Blockheizkraftwerke davon nur einen geringen Teil aus, doch dürfte HydraGEN™ aufgrund seiner schnellen Amortisierung gegenüber anderen Maßnahmen zur Energieeinsparung im Vorteil sein.

    Das Hauptaugenmerk von dynaCERT dürfte aber auch weiterhin auf dem Einsatz von HydraGEN™ in Fahrzeugen liegen. Mit dem europäischen Werkstatt-Netzwerk Alltrucks besteht bereits eine Kooperation. Durch die Integration in das Alltrucks-Netzwerk können Werkstätten für Nutzfahrzeuge zu wichtigen Multiplikatoren für dynaCERT werden. Sehen Entscheider aus Industrieunternehmen, Versorgern oder anderen Mittelständlern die positiven Effekte von HydraGEN™ im eigenen Fuhrpark, sind weitere Investitionen im Bereich von Maschinen oder Kraftwerken denkbar. Da HydraGEN™ dafür bekannt ist, schnell bei jeglichen Dieselmotoren nachgerüstet werden zu können, liegen darin für das kanadische Unternehmen große Chancen.

    dynaCERT: Aktienkurs vermittelt noch keine Trendwende

    Die kommenden Wochen werden für dynaCERT spannend: Weitere Industriemessen stehen an und bereits geknüpfte Kontakte wollen intensiviert werden. In einer Marktphase, in der viele Industrieunternehmen zwischen darbenden Geschäften und drohenden Folgen der CO2-Preise die richtigen Entscheidungen treffen müssen, können die flexiblen und kostengünstigen Lösungen von dynaCERT eine Alternative sein. Der Kurs der Aktie spiegelt diese Zukunftsoption des Unternehmens bislang nicht wider – Investoren sollten die weitere Entwicklung beim Unternehmen genau beobachten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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