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19.04.2021 | 05:30

Rock Tech Lithium, BYD, Millennial Lithium – Nun kommt der Lithium-Boom!

  • Lithium
  • e-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Das Thema Lithium gewinnt gewaltig an Fahrt. Laut Bloomberg-Daten haben Junior-Lithium-Unternehmen in diesem Jahr schon ca. 530 Mio. USD eingesammelt. Einer der größten Kapitaleinwerber war Lithium Americas Corp., die innerhalb von 6 Monaten ganze 500 Mio. USD durch Platzierungen eingenommen haben. Grund für diese hohe Aktivität sind die Verlautbarungen der Automobil-Industrie, die in den nächsten 5 Jahren Rekordsummen in die mobile Batterie-Technologie investieren wollen. Wir sprechen hier von insgesamt über 50 Mrd. USD, die Tesla & Co. demnächst auf den Weg bringen, um die Zukunftsmobilität in die Hand zu nehmen. Die Klima-Schützer dürfte dies freuen, hier sind eine Auswahl von Aktien, die dabei das Gaspedal durchdrücken...

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien

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Dirk Harbecke, Executive Chairman, RockTech Lithium Inc.
"[...] 2020 sind die Würfel in der Automobilindustrie endgültig in Richtung Elektromobilität gefallen. [...]" Dirk Harbecke, Executive Chairman, RockTech Lithium Inc.

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Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Rock Tech Lithium – Die Planungen für Deutschland stehen

Wenn die Automobilhersteller mit ihren Verlautbarungen ernst machen, dürfte in 10 Jahren jedes 4. Fahrzeug weltweit mit einem nicht-fossilen Antriebssystem ausgestattet sein. Das würde gegenüber der heutigen Verbreitung eine gute Verzehnfachung darstellen. Manche Hersteller wie Volvo wollen ab 2025 beispielsweise gar keine Verbrenner mehr auf die Straße schicken. Seit einigen Wochen ist auch klar, dass die Hauptinvestitionen im elektrischen Bereich erfolgen werden, das Thema Wasserstoff scheint den Massenmarkt so schnell nicht zu erreichen.

Mit deutschem Management geht es auch beim kanadischen Lithium-Junior Rock Tech Lithium nach vorne. Rock Tech Lithium plant den Bau einer Konverter-Anlage für batteriefähiges Lithium-Hydroxid in Ostdeutschland mit einer Jahreskapazität von etwa 24.000 Tonnen. Die Projektkosten werden nach den ersten Planungen bei etwa 400 Mio. EUR liegen, das Ganze soll Hand in Hand mit der Industrie gestemmt werden. Das Projekt soll bereits im Jahr 2023 in Betrieb gehen, ein wichtiger Schritt, die Rohstoffversorgung in Europa sicherer zu machen, denn 80% des weltweiten Lithiums landet heute in China.

In Kanada kann das Unternehmen bereits auf eine vorhandene Oberflächen-Ressource zur Gewinnung von Lithium-Sulfat zurückgreifen, auch hier sollen ab 2023 die ersten Konzentrate hergestellt werden. Basierend auf den aktuellen Marktpreisen und Veröffentlichungen der Automobilhersteller hat man nach Produktionsstart geschätzte Anfangsumsätze von rund 300 Mio. EUR aus beiden Standorten im Visier. Das Problem der Reinigung von Lithium von Fremdstoffen für die Erreichung industrieller Standards wird unter Nutzung deutschem Ingenieurswissens umgesetzt. Für diesen Zweck wurde bereits mit GP Papenburg, einem Traditionsunternehmen aus der Roh- und Baustoffindustrie gesprochen. Die Planung des ersten deutschen Lithium-Projekts hört sich insgesamt gut an.

Die Aktie von Rock Tech wird in Kanada und Deutschland aktiv gehandelt. Mit den nun bekannten Planungen und dem Einstieg des bekannten Investors Peter Thiel wird der Riesensprung vom Januar verständlich. Nach einer Konsolidierung beträgt die Marktkapitalisierung aktuell ca. 248 Mio. CAD, das entspricht in etwa dem 5-fachen Gewinn, der ab 2023 nach heutigen Lithium-Preisen erzielt werden kann. Wenn die Finanzierung des deutschen Standorts schnell eingetütet wird, kommt es zum nächsten Schub in der Aktie, der in der Januarwelle schon mal bis 9,50 CAD reichte.

BYD – Der weltgrößte Batteriehersteller

Seit dem Einstieg in das Automobilgeschäft im Jahr 2003 nutzt BYD die Technologie- und Kostenvorteile einer Produktion in China. Über die Jahre hat sich BYD zu einem führenden Automobilhersteller in China mit eigener Marke entwickelt. Als Pionier in der Forschung und Entwicklung für den Einsatz neuer Energien hat der Konzern einen Weltrang erlangt, BYD ist heute der größte Akku-Batterie-Produzent der Welt. Der Konzern kann aber noch mehr. So produziert man Komponenten für Smartphones und PCs sowie neue intelligente Systeme für die Automobilindustrie, die Medizintechnik und Lösungen für das Gesundheitswesen.

Zu den Hauptkunden des Unternehmens gehören the Who is Who der Hightechbranche darunter Huawei, Samsung, Apple, Vivo, Xiaomi und andere führende Hersteller von intelligenten mobilen Endgeräten. BYD ist heute einer der führenden Akku-Hersteller im Bereich Lithium-Ionen-Batterien sowie der Entwicklung moderner Antriebssysteme im städtischen Schienenverkehr und im Automobilbau. Wer weltweit an e-Mobilität denkt, kommt an BYD nicht vorbei.

Die BYD-Hauptversammlung wird in diesem Jahr am 8. Juni in Shenzhen stattfinden. Der Jahresbericht 2020 zeigt in voller Breite, wie erfolgreich die Gesellschaft sich in den letzten Jahren positionieren konnte. Der Umsatz stieg um 18% auf 153,5 Mrd. CNY und der Gewinn legte um 160% auf 4,23 Mrd. CNY zu. In nur 10 Monaten quittierte die Börse diese Entwicklung mit 500% Kursanstieg, das Tief hatte die Aktie im April 2020 bei 4,84 EUR. Seit der Januar-Rallye in 2021, die bis 29,49 EUR lief, kam es dann auch zu einer ersten Kursreaktion nach unten auf 17,5 EUR im Tief. Seit ein paar Tagen geht es nun wieder nach oben, die Erfolgsstory geht Mitte 2021 offenbar in die nächste Runde.

Millennial Lithium – In 2022 ist soweit

Die Aktie von Millennial Lithium ist einer der bekanntesten reinrassigen Lithium-Werte auf dem deutschen Kurszettel. Auch Millennial ist noch ein Junior, die Arbeiten an der Machbarkeitsstudie sind aber schon weit fortgeschritten. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung seines Vorzeige-Lithium-Sole-Projekts Pastos Grandes, das in der Provinz Salta im Lithium-Dreieck von Argentinien liegt. Zu den bekannten Lithiumproduzenten in diesem Dreieck gehören SQM, Albemarle, Livent Corp. und Orocobre, welche alle schon an der Kapazitätsgrenze arbeiten.

Auch Millennial Lithium besorgte sich jüngst frisches Geld. Da die Lithiumnachfrage in den nächsten Jahren wahrscheinlich ausufern wird, das Angebot aber begrenzt bleibt, ist im Februar 2021 auch Sprott Capital Partners eingestiegen. Anschließend gab es noch eine Bought-Deal-Finanzierung von 8,6 Mio. Einheiten zu einem Preis von 4,00 USD pro Stück, damit erzielt man einen Bruttoerlös von insgesamt 34,5 Mio. USD. Die aktuelle Cashposition in der Bilanz zeigt üppige 50 Mio. USD, die laufenden Kosten für die technischen Programme inklusive einer Versuchsanlage sind damit gesichert. Nach aktuellen Meldungen sieht sich das Management nun in der Phase, strategische Partnerschaften und Abnahmeverhandlungen mit verschiedenen Parteien zu prüfen.

Die Verarbeitungsanlage des Pastos Grandes Projekts soll im Jahr 2022 bereits an den Start gehen, das ist aus heutiger Sicht nicht mehr allzu lange. Die Millennial-Aktie konsolidierte im Tief bis 1,85 EUR und konnte sich in der dritten Aprilwoche wieder auf 2,08 EUR nach oben arbeiten. Das Hoch der Aktie war bei 3,84 EUR im Januar 2021. Millennial ist weiterhin ein interessanter Wert in diesem Segment.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Hauptversammlung – Die Hauptversammlung ist ein Organ einer Aktiengesellschaft und das Mitwirkungsgremium der Aktionäre.
  3. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von Carsten Mainitz vom 10.05.2021 | 04:54

Glencore, NSJ Gold Corp., Millennial Lithium – Inflationsangst?

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Die Preise in den USA sind im März im Vergleich zum Vormonat um 0,6% gestiegen. Die Teuerungsrate lag bei 2,6%. Grund sind sowohl Engpässe bei der Produktion sowie im Transportgewerbe, aber auch steigende Rohstoffpreise. Zu diesem Schluss kommen die Ökonomen der Commerzbank. Entgegen der historischen Politik der US-Notenbank FED, der steigenden Inflation durch Zinsenerhöhungen Einhalt zu gebieten, hat Notenbankchef Powell bekräftigt, dass man angesichts der aktuellen Schwierigkeiten in der Corona-Pandemie keine Absichten habe, die lockere Geldpolitik einzuschränken. Im Allgemeinen profitieren Unternehmen aus dem Rohstoff- und Edelmetallsektor von einer (erwarteten) Inflationssteigerung. Bei Industriemetallen und kritischen Rohstoffen mit einer speziellen Nachfrage- und Angebotssituation lohnt ein genauerer Blick. Ebenso bei Edelmetallaktien, die oft als Hebel der „glänzenden Krisenwährungen“ dienen. Hier sind drei Investmentideen. Wer macht das Rennen?

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Kommentar von André Will-Laudien vom 05.05.2021 | 04:32

NIO, Geely, IBU-Tec, Silkroad Nickel – Achtung, passen sie hier genau auf!

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Gestern kam es zu einer ersten schärferen Korrektur. Die großen Indizes verloren zwischen 1 und 4% - am stärksten erwischte es den TecDax mit einem Minus von 3,7% in der Spitze. Ist das die Kehrtwende von oben? Nein, sagen die Charttechniker. Noch ist Hopfen und Malz nicht verloren, denn die Indizes hatten weit Monaten förmlich nach einer Korrektur verlangt. Seit März 2020 gab es in den meisten Aktien kaum wesentliche Korrekturen. Ende Januar fingen dann die Wasserstofftitel an zu fallen, nun wird in der Breite mal Kasse gemacht. Kein Beinbruch…die Selektion von guten Titeln ist jetzt Trumpf.

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Kommentar von André Will-Laudien vom 30.04.2021 | 04:24

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Der Kupferpreis ist gerade dabei, die 10.000 USD-Marke zu erklimmen. Für viele Marktteilnehmer ist das Szenario für das Industriemetall gesetzt. Denn seit der öffentlichen Bekundung der Automobil-Industrie, das e-Fahrzeug zum Fortbewegungsmittel Nr. 1 zu machen, schießt die Nachfrage nach Kupfer und Batterie-Metallen durch die Decke. Minenbetreiber weltweit sind alarmiert, doch wie kann man seine Kapazitäten kurzfristig erhöhen, wenn es zu wenig entwickelte Projekte gibt? Wir tauchen in den Markt ein.

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