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21.06.2023 | 06:00

Volkswagen, Defense Metals, Rheinmetall – Abhängigkeit von China

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Bildquelle: pixabay.com

Ohne Seltene Erden fällt die Energiewende aus. Es gibt weder Elektroautos noch Windräder ohne den kritischen Rohstoffe Neodym. Dieser steht seit längerem auf der Liste der kritischen Metalle Europas und der USA. Doch diese Anwendungsgebiete sind nur die Spitze des Eisbergs, denn auch in der Rüstungsindustrie, Smartphones, MRTs und vielen weiteren Hightech-Geräten wird dieses Metall benötigt. China bereitet die abgebauten Seltenen Erden auf und hat diesbezüglich nahezu eine Monopolstellung. Jetzt wo die Nachfrage aufgrund der Energiewende steigt und die BRICS-Staaten sich langsam von den USA lösen sollte man nach Alternativen suchen. Wir sehen uns heute daher drei Unternehmen an, die nicht auf Seltene Erden verzichten können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen – Durchbruch bei der Batterieproduktion

    Heute am 21. Juni steht der Volkswagen Kapitalmarkttag an. Ein wichtiger Tag für die Aktionäre, denn VW-Chef Blume will bekanntgeben, wie das Kosteneinsparungsprogramm aussehen wird mit dem der Konzern über 3 Mrd. EUR im Jahr einsparen will. Damit soll sich die Umsatzrendite von 3 % auf 6,5 % mehr als verdoppeln. Die Wolfsburger könnten dann flexibler reagieren, wenn sich der Preiskampf auf dem Elektrofahrzeugmarkt in China weiter zuspitzt. Volkswagen setzt voll auf den Elektroantrieb und wenn man davon ausgeht, dass in einem Elektroauto derzeit zwischen 1 kg und 3 kg an Seltenen Erden verbaut sind, vor allem in Form von Magneten, dann kann man erkennen, wieviel Nachfrage die Elektroautos produzieren werden.

    Im März wurden konzernweit 763.800 Fahrzeuge ausgeliefert. Im 1. Quartal betrug der Anteil der vollelektrischen Fahrzeuge rund 7 %, also 53.466 auf den Mai übertragen. Damit wurden zwischen 53 t und 159 t Seltene Erden verbaut. Die Lieferkettenprobleme scheinen sich langsam aufzulösen und der Konzern kann wieder mehr produzieren. Um der wachsenden Nachfrage nach Elektroautos nachzukommen hat die Batterie-Tochter PowerCo, Glencore und Stellantis dem SPAC ACG Acquisition bei dem Kauf von 2 Minen in Brasilien unter die Arme gegriffen. Damit sichert man sich aufbereitetes Nickelkonzentrat für seine Batterien.

    Auch hier wurden zuletzt Fortschritte erzielt. Die Tochter ist in der Lage die Akkus der Fahrzeuge in einem Trockenbeschichtungsverfahren herzustellen. Das spart Kosten. Bis zur Serienproduktion können aber noch ein paar Jahre vergehen. Frühestens 2026 ist damit zu rechnen. Dieser Entwicklungssprung dürfte sich positiv auf einen möglichen Börsengang von PowerCo auswirken. Die Aktie, die von Anfang Juni bis Mitte Juni von 116,70 EUR bis auf 133,42 EUR nach oben schnellte, konsolidiert derzeit und notiert bei 126,00 EUR. Der Abwärtstrend ist damit gebrochen.

    Defense Metals – Daten für die Machbarkeitsvorstudie liegen vor

    Defense Metals ist Mitglied der Discovery Group und besitzt ein Seltene Erden Projekt namens Wicheeda, das sich über 4.244 ha erstreckt und auf eine gute Infrastruktur zurückgreifen kann. Die Ressourcenschätzung aus 2021 geht von einer angezeigten Mineralressource von 5 Mio. t mit einem durchschnittlichen Gehalt von 2,95 % TREO und einer abgeleiteten Mineralressource von 29,5 Mio. t mit 1,83 % TREO aus. Die Werte dürften mittlerweile deutlich höher liegen, da inzwischen über 10.000 weitere Bohrmeter hinzugekommen sind. Die Lagerstätte beherbergt vor allem Neodym und Praseodym, die in der Elektrofahrzeugindustrie gefragt sind.

    Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie kommt auf einen Kapitalwert nach Steuern von 397 Mio. USD. Nachdem am 12. April bereits die 1. Phase des Tests der hydrometallurgischen Pilotanlage erfolgreich abgeschlossen wurde, konnte am 6. Juni auch der Schluss der Phase II bekanntgegeben werden. Anhand der gewonnen Daten ist das Unternehmen nun in der Lage seinen technischen Beratern die metallurgischen Testdaten zur Verfügung zu stellen, die für die Machbarkeitsvorstudie (PFS) benötigt werden. Insgesamt wurden 370 kg Flotationskonzentrat verarbeitet und dabei eine Extraktionsrate von mehr als 90 % erreicht.

    Das Unternehmen kommt seinem Ziel, den nordamerikanischen Verbrauchern eine Alternative zu den bisherigen Lieferketten zu bieten, langsam näher. Mit den gewonnen Seltenen Erden aus den Tests sollen im 2. Halbjahr potentielle Käufer angesprochen werden. Für das 1. Quartal 2024 ist die Fertigstellung der PFS geplant. Geld genug für die nächsten Schritte ist nach Abschluss der Privatplatzierung vorhanden. Insgesamt flossen 12,5 Mio. CAD in die Kassen. Dabei wurden insgesamt 48.076.923 Aktien zu 0,26 CAD ausgegeben. Mit RCF Opportunities Fund II L.P. wurde ein neuer strategischer Investor gefunden, der rund 25,5 Mio. Aktien zeichnete. Obwohl keine Warrants ausgegeben wurden kam die Aktie dennoch unter Druck und notiert derzeit bei 0,215 CAD.

    Rheinmetall – kommt ein großer Rahmenvertrag?

    Auch für die Rüstungsindustrie sind Seltene Erden essentiell. Benötigt wird der kritische Rohstoff für Flugzeug Motoren, Unterseeboote, Wärmeschutzbeschichtungen, Nachtsichtgeräte und andere Ausrüstung. Seit dem Ausbruch des Ukraine Konflikts stehen die Zeichen auf Aufrüstung. Der Bundeswehr wurde ein Sondervermögen von 100 Mrd. EUR gewährt und auch der Anteil am Bundeshaushalt soll steigen. Gute Nachrichten für Rheinmetall, die als einer der Hauptlieferanten der Bundeswehr gilt und sich ein gutes Stück vom Kuchen sichern müsste.

    Das bestätigen auch die Zahlen zum 1. Quartal, die am 4. Mai vorgelegt wurden. Der Umsatz wuchs um 7,6 % auf 1,4 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis lag bei 73 Mio. EUR. Der operative Free Cashflow lag bei -105 Mio. EUR, verbesserte sich aber um 357 Mio. EUR. Das Management geht davon aus, dass die Prognosen erreicht werden. Gegenüber Reuters hat der CEO Armin Papperger zuletzt verlauten lassen, dass er mit einem Rahmenvertrag der Bundeswehr über ein Volumen von mehreren Mrd. EUR rechnet. Brandenburgs Ministerpräsident versucht derweil den Konzern in sein Bundesland zu locken, um dort Teile für den F-35 Kampfjet zu produzieren.

    Die guten Nachrichten haben der Aktie Auftrieb gegeben. Die Auftragsbücher sind voll mit Bestellungen im Wert von über 30 Mrd. EUR. Den derzeitigen Aufschwung will das Unternehmen nutzen, um weitere Geschäftsfelder zu erschließen, wie beispielsweise Kompressoren für Wärmepumpen. Seit Anfang Mai gab es 5 Kaufempfehlungen für die Aktie mit Kurzielen zwischen 275,00 EUR und 310,00 EUR. Lediglich die UBS riet zum "Halten" mit einem Ziel von 233,00 EUR. Das Ziel hat die Aktie schon längst überschritten und ist derzeit für 259,80 EUR zu haben.


    Seltene Erden bleiben gefragt. Zum einem aufgrund der Monopolstellung Chinas. Zum anderen aufgrund der stark steigenden Nachfrage aus dem Automobilsektor. Volkswagen versucht sich über seine Tochter schon jetzt wichtige Rohstoffe zu sichern und entwickelt neue Batterietechnologien. Defense Metals besitzt ein wirtschaftliches Seltene Erden Projekt und kann so die Abhängigkeit von China ein wenig abmildern. Rheinmetall profitiert von der Aufrüstung weltweit und sitzt auf vollen Auftragsbüchern. Neue Höchststände wären keine Überraschung.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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