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25.03.2021 | 04:50

Evotec, PsyBio Therapeutics, Morphosys - Meilenstein in der Entwicklung!

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Weltweit leben etwa 350 Millionen Menschen mit einer Depression. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wird nur jeder vierte Betroffene adäquat behandelt. Die Corona-Krise mit all Ihren Einschränkungen lässt die Dunkelziffer noch einmal exorbitant in die Höhe schnellen. Damit ist Depression die wichtigste Krankheitsursache überhaupt. Außer der Verschreibung von Antidepressiva, die meist starke Nebenwirkungen aufweisen, gibt es im Augenblick wenig alternative Behandlungsmethoden. Doch nun treten junge Biotech-Firmen an, um den Bereich „mental health“ zu revolutionieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA6936971044 , DE0005664809 , DE0006632003

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Inhaltsverzeichnis:


    Lange Historie

    Aktuell sind „magic mushrooms“ einer der hippesten Themen an den Börsen. Doch die Geschichte der Pilze, die psychedelische Substanzen enthalten, reicht über Jahrtausende zurück. So nutzten bereits die Azteken Mexikos die psilocybinhaltigen Pilze zu rituellen als auch zu profanen Zwecken als Rauschdroge. Doch erst 1957 gelang es Albert Hofmann, der schon das LSD entdeckt hatte, als erstem Psilocybin und Psilocin als die wirksamen Substanzen des Pilzes zu isolieren. Die chemischen Strukturen der Hauptwirkstoffe sind eng mit der von LSD verwandt, weshalb sie auch ähnliche psychoaktive Wirkungen entfalten. In den 1960er Jahren wurde synthetisch hergestelltes Psilocybin unter dem Namen Indocybin® von dem Pharmaunternehmen Sandoz zu experimentellen und psychotherapeutischen Zwecken vermarktet. Die zunehmende Verwendung als Rauschdroge besonders von Vertretern der Hippie-Bewegung wurde unter anderem als Grund für das Verbot von LSD und anderen Psychedelika Anfang der 1970er-Jahre genannt.

    Revolutionäre Ansätze

    Seit einigen Jahren gibt es jedoch eine zunehmende Zahl von Studien mit Freiwilligen zur Untersuchung der möglichen therapeutischen Wirkungen von Drogen wie Psilocybin oder LSD. Diese Studien befassen sich mit der Anwendung von Psilocybin und anderen Halluzinogenen zur Behandlung einer Reihe anderweitig nicht behandelbarer psychischer Störungen wie zum Beispiel chronischer Depression, posttraumatischer Belastungsstörung und Drogen- bzw. Alkoholabhängigkeit. Nun will PsyBio Therapeutics ein einzigartiges Medikament auf den Markt bringen. In Kooperation mit dem psychologischen Institut der Universität von Miami arbeiten die Amerikaner mit weiteren verwandten Wirkstoffen, untersuchen deren Wechselwirkungen und forschen nach Stoffen, die noch besser wirken als das reine Psilocybin. Diese Zusammenarbeit konnte bereits mehrere Patente hervorbringen.

    Weltweit führend

    Laut dem CEO von PsyBio, Evan Levine, ist das Unternehmen in der Pole Position, wenn es um die Forschung und Patentverfolgung in der Branche geht. Zudem besitzt das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal, was sich in der Zukunft deutlich positiv auf die Margen niederschlagen dürfte. So wurde kürzlich ein Verfahren auf Patentierung eingereicht, dass Psilocybin mit Hilfe von Bakterien deutlich günstiger, schneller und umweltfreundlicher produzieren kann als jede andere veröffentlichte Methode.

    Anfang dieser Woche konnte PsyBio einen weiteren wichtigen Schritt vermelden. So konnte in Zusammenarbeit mit der Advanced Biofuels and Bioproducts Process Development Unit die Prozessentwicklung seines zweiten Produktkandidaten, einer eigenen biosynthetischen Formulierung von Norbaeocystin, gestartet werden. Norbaeocystin ist ein Analogon von Psilocybin und keine kontrollierte Substanz. Das Unternehmen hat mit Phase 1 dieses Prozesses begonnen, einschließlich des technischen Transfers der analytischen Chemie, um Erfassungsmethoden für Fermentationsprodukte sowie wichtiges Rohmaterial und Metaboliten zu ermitteln. Die PsyBio-Aktie ist Ende Februar an der kanadischen Börse gelistet worden und auch in Frankfurt handelbar. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 40 Mio. CAD. Eine Wette auf die Zukunft.

    Das komplette Interview mit dem CEO von PsyBio Therapeutics, Evan Levine, können Sie hier lesen: Interview

    Aussichtsreiche Kooperation

    Einen erfolgreichen Abschluss einer Partnerschaft vermeldet das deutsche Biotech-Unternehmen Evotec. So darf der japanische Pharma-Konzern Takeda Pharmaceutical Company Limited die RNA-Plattform von Evotec nutzen, um aussichtsreiche RNA-Sequenzen zu identifizieren, an denen niedermolekulare Liganden ansetzen können, die sich zu potentiellen First-in-class Therapeutika weiterentwickeln lassen. Dafür kassiert Evotec Forschungszahlungen und kann je Programm auf frühphasige, präklinische, klinische und kommerzielle Meilensteinzahlungen von umgerechnet bis zu 134 Mio. EUR hoffen. Außerdem habe Evotec Anspruch auf gestaffelte Umsatzbeteiligungen am Nettoumsatz der Produkte, die aus dieser Kooperation hervorgingen. Charttechnisch steht die Aktie im Moment vor der Entscheidung. Ein Bruch der 30-EUR-Unterstützung würde ein Verkaufssignal generieren. Wir raten Anlegern, abzuwarten.

    Negative Zeichen

    Den Bruch der Unterstützung hat die Aktie der Morphosys bereits hinter sich. Seit dem Hoch Anfang des Jahres korrigierte das Papier bereits um knapp 50% und notierte gestern bei 75 EUR. Die Korrektur dürfte sich bis zum nächsten Zielpunkt bei rund 70 EUR erstrecken. Aktuell raten wir von einem Investment ab. Auch fundamental sehen wir im Moment Morphosys nicht als Kaufkandidaten. Der schwache Ausblick für das Gesamtjahr 2021 sorgt immer noch für Verunsicherung.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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