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19.12.2023 | 04:45

GreenTech im Turnaround in 2024? Siemens Energy, Altech Advanced Materials, Nordex und Varta im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Das Investmentjahr 2023 war kein Highlight für die Besitzer von GreenTech-Aktien. Alle Werte, die von den sagenhaften Regierungs-Vorgaben in Sachen Klimawende profitieren sollten, wurden in Grund und Boden gestampft. So verloren Wasserstoff-Titel im Schnitt 75 % und auch die Wind- und Solarbranche ermäßigte sich um mindestens 50 %. Fragen wirft nun der Blick ins Jahr 2024 auf, denn die Berliner Ampel hat die Förderung für Heizungen und für die E-Mobilität wegen des Karlsruher Urteils adhoc eingestellt. Für die GreenTech-Produzenten wird dies nun zur Nagelprobe, denn sie müssen sich am Markt nun ohne Subventionen behaupten. Ein gewagtes Experiment, wenn der Staat keine Anreize mehr bietet. Wir schauen genauer hin.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A31C3Y4 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Uwe Ahrens, Direktor, Altech Advanced Materials AG
    "[...] Silumina Anodes® ist ein keramisch beschichtetes Graphit/Silizium-Anodenverbundmaterial, das wir in Schwarze Pumpe, Sachsen, produzieren wollen. Hier wollen wir Herstellern von Batterien für E-Autos eine Anwendungsbereite Drop-In Technologie liefern, die günstig, leistungsstark und sicher ist. [...]" Uwe Ahrens, Direktor, Altech Advanced Materials AG

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    Varta – Kann der Turnaround jetzt gelingen?

    Höchste Aufmerksamkeit verdient derzeit die Aktie des Ellwanger Batterie-Spezialisten Varta. Denn nach den Boomjahren 2021/22 mit Kursen von über 170 EUR mussten die Investoren in den letzten 14 Monaten schon drei Gewinnwarnungen durchstehen. Zuletzt kam es zur Ankündigung eines harten Sanierungsplans, der mit dem Verlust von 800 Arbeitsplätzen einhergeht. Varta hat mit dem Neunmonatsbericht die zuletzt im Sommer korrigierte Jahresprognose für 2023 nochmals bestätigt. Die Erlöse werden mit 820 Mio. EUR taxiert, auch die Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon teilen diese Meinung und schätzen 817 Mio. EUR. Im nächsten Jahr soll das Ganze laut Varta dann bei rund 900 Mio. EUR angesiedelt sein, also ein geplanter Zuwachs von 10 %. Damit konnte der Anbieter von Mikro- und Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen und Batterielösungen die Investoren zwar beruhigen, für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh.

    Hinweisgebend könnte der Kurs interpretiert werden. Denn nach einem Ausverkauf bis auf 13,95 EUR im Juni 2023 kam es zu einer schnellen Erholung bis etwa 22,50 EUR. Dann blieb die Erholungs-Rally aber stecken. Auch gestern konsolidierte der Wert wieder auf unter 21 EUR. Der neue Vorstand Dr. Markus Hackstein hat wohl noch viel Vertrauensarbeit zu leisten, bis die alten Wunden geheilt sind. Analysten erwarten erst im Jahr 2025 wieder einen kleinen Nettogewinn von 0,12 EUR je Aktie. Stoppen sie unsere letzten Kaufhinweise zwischen 16,00 und 18,50 EUR mit 19,50 EUR konsequent aus, um nicht wieder ins Minus zu fallen. Technisch kann die nachhaltige Überwindung der 24,50 EUR-Marke als Einstiegssignal verstanden werden.

    Altech Advanced Materials – Kapitalerhöhungen erfolgreich abgeschlossen

    Die Frankfurter Holding Altech Advanced Materials hat nun alle Kapital-Transaktionen unter Dach und Fach. Damit können sich die Ingenieure im laufenden Jahr wieder auf ihre Forschungsziele konzentrieren, um auf absehbare Zeit eine neue Blockbuster-Batterie auf den Markt zu bringen. Die Aktie hat in den letzten 12 Monaten eine Reise von 3,56 EUR auf 17,96 EUR durchlebt und kostete gestern nach Abschluss der letzten Kapitalmaßnahme wieder 8,30 EUR. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Aktien auf 7,542 Mio. Stück vergrößert, damit ist der Batterie-Experte mit rund 58,8 Mio. EUR bewertet.

    In der Silumina Anodes Werksplanung wurde das keramisch beschichtete Anodenmaterial nun auf 100 % Silizium umgestellt. Mit der laufenden Machbarkeitsstudie wurde die jährliche Produktionskapazität für die neuen Speicher damit von 15 auf 120 GWh hochskaliert. Das geplante Schwarze-Pumpe-Werk zur Produktion von ausschließlich metallurgischem Silizium hat dann eine Jahresleistung von 8.000 t. Dieses Produkt wird anschließend von den Kunden in ihren eigenen Batteriefabriken und nicht in der Anlage von Altech in den Anoden-Graphit integriert. Die anhängige Studie (DFS) soll noch im Jahr 2023 veröffentlicht werden. Altech bleibt mit diesen Anpassungen sehr gut im Bereich der Energiespeicher und der E-Mobilität positioniert.

    Uwe Ahrens, Vorstand der Altech Advanced Materials AG, resümmiert: „Mit dieser strategischen Anpassung in unserer Produktion schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe: Beschichtetes Silizium, als das entscheidende Zukunftsmaterial für wesentlich effizientere Batterien, wird in kürzerer Zeit in wesentlich höheren Mengen auf dem Markt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig haben die Batteriehersteller die Möglichkeit im Drop-In-Verfahren ihr eigenes Graphit zu verwenden und sind somit in der Lage, die großen erforderlichen Kapazitäten abzudecken.“

    Die Altech-Aktie ist durch die Erhöhung der Aktienzahl nun sehr gut handelbar. Gestern haben über 5.000 Aktien den Besitzer gewechselt und das zu fast 10 % Aufschlag gegenüber der jüngsten Kapitalerhöhung bei 7,60 EUR. Angesichts der gestiegenen Liquidität können nun auch institutionelle Investoren einsteigen. Wenn die Entwicklung Schritt hält, kann bereits in 2024 ein großer Bewertungs-Sprung erwartet werden.

    Siemens Energy versus Nordex – Wer hat die Nase vorn?

    Zwei weitere GreenTech-Titel machen derzeit von sich reden. Da ist auf der einen Seite die stark unter die Räder gekommene Energietochter des Siemens Konzerns, Siemens Energy. Im Höchststand erreichte die abgespaltete Aktie knapp 35 EUR, Ende Oktober musste man allerdings hohe Abschreibungen bei der spanischen Windtochter Gamesa einräumen. Nur mit einer Bundes- und Bankenbürgschaft von bis zu 12 Mrd. EUR gelang es, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Von einem Verlaufstief bei 6,40 EUR konnte sich der Wert auch fast wieder verdoppeln. Letzte Woche wurde dann bekannt, dass der Bund für seine Bürgschaftsleistung 120 Basispunkte an Verzinsung verhandelt hat. Das könnte die Bilanz bei einer geschätzten Laufzeit von 3 Jahren um ganze 500 Mio. EUR mit Garantiezahlungen belasten. Die Erholungsbewegung in der Aktie ist mit diesen News bei rund 11,40 EUR wieder zum Erliegen gekommen. 19 von 22 Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon sind dennoch positiv gestimmt und erwarten ein durchschnittliches Kursziel von 14,76 EUR in den nächsten 12 Monaten.

    Bei Nordex ging es gestern wieder unter die 10 EUR-Marke. Auch die Hamburger sind von Margenproblemen geplagt. Zu hoch sind die Gestehungskosten der Windräder geklettert, was nicht komplett auf die Besteller umgelegt werden konnte. Trotz aller Vorbehalte bleiben 9 von 11 Analysten auf der Kaufseite und erwarten ein 12-Monatskursziel von 14,85 EUR. Da durch die komplette Neukalkulation der Verkaufspreise bei Nordex aber bereits in 2024 wieder Gewinne winken, sollten Anleger diese Aktie bevorzugen. Trotzdem: Wegen sinkender Subventionen aus Berlin werden sich beide Geschäftsmodelle den Realitäten stellen müssen.

    In den letzten 6 Monaten kam es bei einigen GreenTech-Aktien zu schmerzlichen Anpassungen in der Bewertung. Während Nordex und Siemens Energy eher mit Gewinnwarnungen an den Markt traten, können Varta und Altech sich derzeit gut refinanzieren. Quelle: Refinitiv Eikon 18.12.2023

    Der GreenTech-Sektor zeigt sich an der Börse zuletzt facettenreich. Während Windkraft-Spezialisten wie Siemens Energy, Gamesa und Nordex mit extremen Margenproblemen zu kämpfen haben, können Unternehmen aus dem Batterie-Sektor von einem dynamischen Umfeld in der E-Mobilität und bei Energiespeicherlösungen profitieren. Varta und Altech Advanced Materials dürften in 2024 weiter Stärke zeigen, während die Börse bei Siemens Energy und Nordex auf die nachhaltige Wende hofft.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    4. Vorstand – Das eigenverantwortliche und geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft ist der Vorstand.

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