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26.03.2021 | 04:50

Klöckner+Co, Silver Viper Minerals, MBB – Gewinne versilbern?

  • Transformation
  • Digitalisierung
  • Stahl
  • Silber
Bildquelle: pixabay.com

Ist es schwieriger eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen? Wie lange lässt man Gewinne laufen? Auf diese und mehr Fragen gibt es ganz unterschiedliche Antworten. Gut so, denn nur wenn viele unterschiedliche Meinungen und Anlagehorizonte zusammentreffen, kann ein liquider Handel entstehen. Wir stellen Ihnen nachfolgend drei spannende Investments vor und verraten Ihnen, wo die Reise hingehen könnte.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA8283341029 , DE000KC01000 , DE000A0ETBQ4

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Inhaltsverzeichnis:


    KLOECKNER & CO SE – noch viel zu günstig bewertet

    Am 10. März veröffentlichte Klöckner & Co den Geschäftsbericht und musste das zweite Jahr in Folge einen Verlust ausweisen. Angesichts der sich nun deutliche aufhellenden Zukunftsaussichten sollte das Kapitel der roten Zahlen nun endgültig abgeschlossen sein. Die Aktie hat sicherlich schon einen Teil der Perspektiven eingepreist. Der Kurs hatte sich seit dem Corona-Tief zwischenzeitlich fast vervierfacht. Der Konzern ist einer der der größten produzentenunabhängigen Stahl- und Metalldistributoren der Welt und zudem eines der führenden Stahl-Service-Center-Unternehmen. Über ein Distributions- und Servicenetzwerk von rund 160 Standorten in 13 Ländern erreicht der Konzern über 100.000 Kunden - eine sehr beeindruckende Zahl.

    Noch beeindruckender ist der Ausblick, den die Gesellschaft vor 2 Wochen gab. Für das erste Quartal, für welches der Konzern am 29. April Daten veröffentlichen wird, stellte Klöckner & Co einen operativen Gewinn (EBITDA) vor Sondereffekten von 110 bis 130 Mio. EUR in Aussicht. Im Vorjahr erzielte der Konzern lediglich 21 Mio. EUR auf EBITDA-Ebene. Sicherlich war Q1 2020 schlecht, somit lag die Messlatte ziemlich niedrig. Das ungewöhnlich stake erwartete Q1 2021 Ergebnis wird durch den hohen Lagerbestand, den der Konzern zu günstigen Preisen aufbaute beflügelt. Zentral für die Bewertung der Aktie ist das Thema Digitalisierung.

    Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, seine Liefer- und Leistungskette durchgängig zu digitalisieren sowie seine unabhängige Industrieplattform XOM Materials zur führenden vertikalen Plattform für die Stahl- und Metallbranche zu entwickeln. Das Geschäft wächst kräftigt. Im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden bereits rund 45 % über digitale Kanäle generiert, ein Zuwachs von fast 50%. Seit kurzem ist das Angebot auch in den USA verfügbar. 2022 sollen bereits 60% des Umsatzes digital generiert und zusätzlich 100 Mio. EUR jährlich eingespart werden.

    Charakteristisch ist die Branche der Stahl- und Metalldistribution durch starke Preisschwankungen und eine hohe Wettbewerbsintensität geprägt. Mit digitalen Lösungen können Lieferketten transparenter und flexibler gestaltet werden, was in sinkenden Transaktions- und Vertriebskosten resultiert. Angesichts der Wachstumsperspektiven und des konkreten EBITDA-Ziels für das erste Quartal, halten wir die Analystenschätzungen in Summe für viel zu niedrig und erwarten in den nächsten Monaten deutliche Anhebungen der Kursziele. Noch erwarten die Experten ein EBITDA von rund 170 Mio. EUR im Gesamtjahr. Die sukzessiv steigende Ertragskraft des Konzerns ist unserer Meinung nach unzureichend am Markt verarbeitet. Anleger haben noch eine gute Chance sich günstig bei der Aktie einzudecken.

    SILVER VIPER MINERALS CORP – zwei gute Gründe, um einzusteigen

    Silver Viper Minerals Corp. ist ein kanadischer Explorer, dessen Fokus auf die Edelmetallexploration im Bundesstaat Sonora im Nordwesten Mexikos gerichtet ist. Das Unternehmen besitzt das Gold-Silber-Projekt La Virgina vollständig. Der Vorbesitzer Pan American Silver hat bereits viel Arbeit mit etlichen Bohrmetern geleistet. Zudem besitzt Silver Viper eine Option zum Erwerb sämtlicher Anteile der Rubi-Esperanza Claims.

    Mitte März berichtete die Gesellschaft über exzellente Bohrergebnisse innerhalb des Projekts La Viginia in der sog. El Rubi-Zone. Der beste Abschnitt des Bohrlochs LV21-290 zeigte auf einer Länge von ungefähr 20 Metern einen durchschnittlichen Gehalt von 88 g/t Silber und 2,43 g/t Gold. CEO Steve Cope war angesichts der Ergebnisse begeistert und sieht dies als Indikation für das große Potenzial der hochgradigen El Rubi-Zone.

    Weitere Steigerungen des Silberpreises und Projektfortschritte werden der Aktie unserer Meinung nach deutliche Impulse verleihen. Für langfristig orientierte Anleger ist die Aktie ein klarer Kauf. Die Konsequenz der aktuellen Geldpolitik muss Inflation und die Preissteigerung von Krisenwährungen wie Gold und Silber sein. Zusätzlich ist es sehr wahrscheinlich, dass die Gesellschaft fortgesetzt gute Ergebnisse der Bohraktivitäten liefern wird und die realistische Chance auf die Entwicklung eines werthaltigen Assets hat. Die aktuelle Bewertung liegt bei 54 Mio. CAD und spiegelt die Chancen des Unternehmens unzureichend wider.

    MBB SE – einfach beeindruckend

    Die MBB SE ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das seit seiner Gründung im Jahr 1995 ein beeindruckendes Wachstum gezeigt hat. MBB steht für Messerschmitt-Bölkow-Blohm und ist heute das einzige unabhängige, unmittelbar aus dem ursprünglichen MBB-Konzern hervorgegangene Unternehmen. MBB stand im Nachkriegsdeutschland für Ingenieurskunst. Der Erfolg der Holding steht insbesondere mit den Großaktionären Gert-Maria Freimuth (Vorsitzender des Verwaltungsrats) und Dr. Christof Nesemeier (CEO) im Zusammenhang. Die Gründer werden auch langfristig den Großteil der Konzern-Anteile halten. Beide haben die DNA der mittelständischen Holding geprägt und sehen sich der alten Tradition der MBB verpflichtet.

    Im Mai 2006 machte die Gesellschaft bei einem Kurs von 9,50 EUR den Schritt aufs Parkett und ist seit diesem Zeitpunkt um mehr als 20 % pro Jahr bei Umsatz und Gewinn gewachsen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erlöste der Konzern rund 685 Mio. EUR. Bis 2025 soll die Umsatzmarke von 1 Mrd. EUR fallen, durch organisches Wachstum und durch Übernahmen. Gerade mit dem Thema Übernahmen hat sich MBB in den letzten Jahren in eine neue Dimension vorgewagt. Mit dem IPO von Aumann im Jahr 2017 bewies die Holding ein gutes Gespür für das Thema Elektromobilität und auch gutes Timing.

    Gestern konnte MBB einen weiteren Erfolg mit dem IPO der Tochtergesellschaft Friedrich Vorwerk Group SE vermelden. MBB hatte sich 2019 mit 66% an der Gruppe beteiligt. Der Börsenneuling, dessen Anteilsscheine zu 45 EUR platziert wurden, ging mit 47,88 EUR und damit mit +6,4% zum Ausgabepreis aus dem Handel. Die Gesellschaft ist aktuell mit rund 950 Mio. EUR bewertet. Mit dem Bruttoemissionserlös von rund 90 Mio. EUR will das Unternehmen vor allem das Wasserstoff- und Stromgeschäft ausbauen. Friedrich Vorwerk ist ein führender Anbieter im Bereich des Pipeline- und Anlagenbaus für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen und gilt als Profiteur eines steigenden Investitionsbedarfs in die deutsche Energieinfrastruktur. Aber was bedeutet das für die Bewertung der MBB-Aktie?

    MBB brachte es gestern auf eine Börsenbewertung von 725 Mio. EUR. Friedrich Vorwerk ist nun das wichtigste Asset der Gesellschaft. Somit stellt sich eine weitere Frage: Wie wird sich der Börsenneuling entwickeln? Der Aufsichtsrat des Debüttanten ist sich sicher, dass die Aktie noch ziemlich günstig ist, was die zahlreichen Insider-Käufe zeigen, die gestern Abend gemeldet wurden. MBB ist eine gute Halteposition.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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