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12.05.2021 | 05:10

Nel Asa, dynaCERT, Nikola – Wasserstoff: Der Ausverkauf droht!

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff war neben der Elektromobilität ohne Zweifel das Boom-Thema des Börsenjahres 2020. Getrieben von den globalen Bestrebungen einer Energiewende, verhalfen Anleger Branchengrößen wie Ballard Power, Fuel Cell oder Nel ASA zu irrsinnigen Bewertungen. Seit Ende Januar setzte jedoch eine schmerzhafte Korrektur ein, die sich in den vergangenen Tagen noch beschleunigte. Mehreren Titeln droht der Fall unter die langfristigen Aufwärtstrends. Folgt ein weiterer Ausverkauf oder kommt jetzt der Turnaround?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA26780A1084 , NO0010081235 , US6541101050

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Inhaltsverzeichnis:


    Wasserstoff- eine klare Zukunftsbranche

    Aufgrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie rutschte das Thema Energiewende etwas in den Hintergrund. Doch das Streben nach Klimaneutralität ist neben dem Virus eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. So gab US-Präsident Joe Biden das Ziel aus, dass die USA bis 2050 klimaneutral sein soll und subventioniert die erneuerbaren Energien mit Milliarden-Programmen. Die Bundesregierung will diese Vorgabe bereits 2045 erreichen. Das bedeutet, dass zu dem Zeitpunkt die Menge an klimaschädlichen Gasen, die in die Atmosphäre gelangen und zur Erderwärmung beitragen, nicht mehr steigen soll. Für den langfristigen Erfolg der Energiewende und für den Klimaschutz werden Alternativen zu fossilen Energieträgern gesucht. Wasserstoff wird hier als vielseitig einsetzbarer Energieträger eine Schlüsselrolle einnehmen. Klimafreundlich hergestellter Wasserstoff ermöglicht es, die CO2-Emissionen vor allem in Industrie und Verkehr dort deutlich zu verringern, wo Energieeffizienz und die direkte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien nicht ausreichen.

    Die günstige Alternative

    Für einen Anteil von 40% aller Klimagas-Emissionen in Europa zeichnen „schwere Fahrzeuge“ verantwortlich. Aufgrund dessen fordert die Europäische Union nun drastische Senkungen für die nächsten Jahre. So müssen LKW-Bauer die CO²-Emissionen durchschnittlich um 15%, bis 2030 sogar um 30% senken, ansonsten drohen hohe Strafen. Für die betroffenen Fuhrparkunternehmer stellt sich hierbei die Existenzfrage. So ist der Aufbau einer neuen, klimafreundlichen Flotte für viele kaum zu stemmen.

    Bereits seit 16 Jahren forscht dynaCERT am Patentrezept zur Emissionsreduzierung. Ein Roll-Out der Technologie würde einem Befreiungsschlag für die LKW-Branche bedeuten. Anstatt den kompletten Fuhrpark zu erneuern, ist es durch das patentierte Elektrolysesystem „HydraGEN“ auf Wasserstoff-Basis möglich, Kraftstoffverbrauch und Emissionen bei großen Diesel-Motoren um bis zu 20% zu reduzieren. Neben „HydraGEN“ hat dynaCERT eine intelligente Software entwickelt, mit der es möglich ist, die Kraftstoffeinsparungen aufzuzeichnen und zu analysieren. Außerdem können Fuhrparkmanager sowohl Flottenmanagement, Routenplanung, Fahrersicherheit als auch das Lastmanagement kontrollieren.

    Aussichtsreiches Quartal bei dynaCERT

    Obwohl es bereits jetzt technisch möglich wäre, die dynaCERT-Technologie in PKWs zu verbauen, fokussieren sich die Kanadier aktuell auf LKWs, Baumaschinen und Dieselgeneratoren. Im ersten Quartal des Jahres 2021 konnten Geräte für die globale Bergbauindustrie nach Brasilien, Russland, China und Peru ausgeliefert werden. Zudem vermeldete dynaCERT einen wachsenden Absatz in der Lkw- und Nutzfahrzeuge-Industrie in Nordamerika. Durch die Partnerschaft mit Karbonkleen hat dynaCERT 20 Einheiten des HG-1 Modells an nordamerikanischen Speditionskunden auf dem Festland verkauft. Ziel des Unternehmens ist der Roll-Out in den nächsten 2 Jahren. Im Januar wurde dynaCERT von Analysten des kanadischen Brokerhauses Haywood zum Top-Pick im Bereich Nachhaltigkeit gekürt. Das Kursziel setzten die Experten auf 2,20 CAD. Aktuell notiert dynaCert bei 0,42 CAD.

    Wie geht es weiter bei Nel Asa?

    Symptomatisch für die ganze Branche steht aktuell der Chart des norwegischen Wasserstoffspezialisten Nel Asa. Nach einer Verzehnfachung auf das Allzeithoch von 35,15 NOK innerhalb von 3 Jahren, folgte Mitte Januar eine heftige Korrektur, die sich in dieser Woche noch beschleunigt. Nun heißt es, die wichtige Unterstützung bei 16,50 NOK zu verteidigen. Ansonsten droht ein schneller Rücksetzer auf den seit Juli 2020 ausgebildeten Aufwärtstrend bei rund 12 EUR. Wir raten aktuell weiterhin von einem Investment ab.

    Nikola: Es läuft in geordnete Bahnen

    Dass der Spezialist für Wasserstoff-betriebene Elektro-LKWs seinen Verlust ausweitet und immer noch keine Umsätze einfährt, war im Hinblick auf die gelieferten Quartalszahlen klar. Vielmehr ging es bei Nikola um die Aussichten für die nächsten Monate. So wurde im ersten Quartal die Inbetriebnahme der ersten Charge von fünf Tre-BEVs und Validierungstests auf dem Testgelände in Ulm gestartet. Die zweite Charge von neun Beta Nikola Tre-BEVs soll demnächst fertiggestellt werden. Im zweiten Quartal plant Nikola mit dem Start der Probeproduktion von Elektro-LKWs der Joint-Venture-Fertigungsstätte mit Iveco.

    Die Produktion von Kurz- und Langstrecken-Brennstoffzellenfahrzeugen ist frühestens im zweiten Halbjahr 2023 geplant. Das neue Management scheint eine Struktur in das frühere Chaos gebracht zu haben. Sollte die Produktion wirklich starten, wäre Nikola durchaus ein Vervielfachungskandidat. Allerdings steht dem weiterhin ein großes Risiko gegenüber. Der Wert ist nur für risikoreiche Anleger geeignet.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power

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