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17.07.2026 | 05:10

Siemens Energy, HPQ Silicon, BYD – Klare Weichenstellung

  • erneuerbare Energien
  • Energiespeicher
Bildquelle: pixabay.com

Der Wettlauf um die Technologien der Zukunft nimmt rasant an Fahrt auf. Künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Energiespeicherung und der globale Ausbau der Stromnetze lösen eine Investitionswelle in Milliardenhöhe aus. Gleichzeitig gewinnen innovative Batteriematerialien, Wasserstofflösungen und moderne Energietechnik zunehmend an Bedeutung. Unternehmen, die diese Schlüsseltechnologien entwickeln oder von der steigenden Nachfrage profitieren, könnten sich frühzeitig eine starke Marktposition sichern und langfristig zu den großen Gewinnern der globalen Transformation zählen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , BYD ELECTRONIC | HK0285041858 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Alles unter einem Hut

    Das Energieunternehmen Siemens Energy agierte bisher in Kooperation mit seiner Tochterfirma Siemens Gamesa Renewable Energy. Nun soll sich in den Reihen des Konzerns etwas ändern. So plant dieser ein umfassendes Rebranding und wird in Zukunft als Omterra am Markt auftreten. Unter dieser neuen Marke werden das bisherige Hauptgeschäft sowie die Windenergie-Sparte zusammengefasst. Die schrittweise Umsetzung dieses Prozesses beginnt noch im laufenden Jahr. Hintergrund ist ein befristeter Vertrag zur Nutzung der alten Marke, der nach der Unternehmensabspaltung von der Siemens AG im Jahr 2020 geschlossen wurde.

    Durch die Etablierung des neuen Namens entfallen zukünftig Lizenzgebühren an den ehemaligen Mutterkonzern. Diese Ausgaben beliefen sich zuletzt auf 1,2 % des Umsatzes, was im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 300 Mio. EUR entsprach. Die einmaligen Aufwendungen für den Markenwechsel sollen über mehrere Jahre verteilt deutlich unterhalb der jährlichen Lizenzkosten liegen. An der grundlegenden Ausrichtung des Unternehmens ändert sich durch diesen Schritt nichts.

    Auf dem Finanzmarkt wird die weitere Entwicklung des Unternehmens derzeit unterschiedlich bewertet. Die Barclays Bank äußert sich zurückhaltend und nennt einen Zielwert von 130 EUR. Die Analysten begründen dies mit der Annahme, dass das Geschäftsvolumen bei Gasturbinen seinen Höhepunkt erreicht haben könnte.

    Positive Einschätzungen kommen hingegen von J.P. Morgan und Jefferies, die Kursziele von 235 beziehungsweise 215 EUR ausgeben. J.P. Morgan prognostiziert zudem, dass die künftig wegfallenden Lizenzgebühren die Gewinnspanne des Konzerns früher steigen lassen dürften als bisher erwartet. Langfristig gilt vor allem der internationale Ausbau der Energienetze als zentraler Wachstumsfaktor. Zusätzlich sorgt der hohe Strombedarf neuer Rechenzentren im Bereich der künstlichen Intelligenz für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Energietechnik.

    HPQ Silicon – Neue Offensive für Industrie und Verteidigung

    HPQ Silicon treibt den Übergang vom Technologieentwickler zum Industrieunternehmen konsequent voran. Gemeinsam mit dem französischen Partner Novacium verstärkt das Unternehmen seine Vertriebs- und Geschäftsentwicklung mit erfahrenen Managern aus dem Industrie- und Verteidigungssektor. Ergänzt wird dies durch eine strategische Partnerschaft mit Offset Links, die den Zugang zu internationalen Märkten wie Australien und der MENA-Region erleichtern soll. HPQ besitzt die exklusiven Vermarktungsrechte für die Novacium-Technologien in Nordamerika und schafft damit die Grundlage, neue industrielle Anwendungen und potenzielle Großkunden schneller zu erschließen.

    Das Geschäftsmodell von HPQ basiert auf drei Zukunftsmärkten: Silizium-Anodenmaterialien für leistungsfähigere Lithium-Ionen-Batterien, innovative Verfahren zur Herstellung von pyrogener Kieselsäure sowie dezentrale Wasserstoffsysteme. Alle drei Bereiche profitieren von strukturellen Wachstumstreibern wie Elektrifizierung, Künstlicher Intelligenz, steigender Energienachfrage und dem Ausbau resilienter Lieferketten.
    Besonders weit fortgeschritten ist inzwischen die „Fumed-Silica“-Technologie.

    Nach erfolgreichen Pilotversuchen gelang die Herstellung von pyrogener Kieselsäure in kommerzieller Qualität direkt aus Quarz. Eine unabhängige Validierung, eine Absichtserklärung für eine Produktionsanlage mit 1.000 t Jahreskapazität sowie intensive Gespräche mit potenziellen Industriepartnern markieren den Übergang in die Vermarktungsphase. Parallel prüfen HPQ und die Tochter HPQ Silica Polvere Joint Ventures, Lizenzmodelle, Royalty-Vereinbarungen und eigene Produktionskapazitäten. Die geplante Beteiligung von PyroGenesis an HPQ Silica Polvere unterstreicht zusätzlich das Vertrauen in die Technologie.

    Auch bei Batteriematerialien meldet HPQ Silicon Fortschritte. Gemeinsam mit Novacium wurden Silizium-Anoden der nächsten Generation entwickelt, die deutlich höhere Energiedichten ermöglichen und bereits auf Interesse aus dem europäischen Drohnen- und Verteidigungssektor stoßen. Ergänzt wird das Portfolio durch mobile Wasserstofflösungen auf Basis der METAGENE-Technologie.

    Mit mehreren Technologien kurz vor der Kommerzialisierung, wachsendem Industrieinteresse und einer Marktkapitalisierung von rund 45 Mio. EUR verfügt HPQ Silicon über erhebliches Potenzial, von den globalen Megatrends Energiespeicherung, Verteidigung und Dekarbonisierung zu profitieren.

    BYD - neues Modell, geschärfte Strategie

    Kürzlich präsentierte der chinesische Automobilhersteller BYD seinen neuen vollelektrischen Supersportwagen Denza Z, der auf eine hohe Nachfrage stößt. So erhielt das Unternehmen innerhalb der ersten fünf Tage nach der Präsentation über 1.000 Reservierungen. Doch was macht dieses Fahrzeug erst so besonders? Das Fahrzeug ist mit drei Elektromotoren ausgestattet, die eine Systemleistung von mehr als 1.500 PS generieren und eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in knapp unter zwei Sekunden ermöglichen. Der Preis variiert je nach Absatzmarkt deutlich. Auf dem Heimatmarkt in China startet das Modell bei umgerechnet etwa 100.000 USD, während Kunden in Großbritannien umgerechnet rund 192.000 USD investieren müssen. Die Auslieferung der ersten Einheiten ist für Ende 2026 geplant.

    Neben der Produktneuheit strukturiert der Konzern seinen internationalen Markenauftritt neu. Auf den Auslandsmärkten werden die bisherigen Baureihen „Dynasty“ und „Ocean“ künftig unter der einheitlichen Hauptmarke BYD vertrieben. Zudem bündelt das Management die Vertriebsaktivitäten der Submarken „Denza“ und „Fang Cheng Bao“. Die Luxusmarke „Yangwang“ bleibt weiterhin eigenständig. Um das anvisierte Exportziel von 1,5 Mio. verkauften Fahrzeugen zu erreichen, investiert das Unternehmen in die eigene Infrastruktur. Bis März 2027 sollen außerhalb Chinas 6.000 neue Schnellladestationen entstehen, wovon 3.000 Standorte für den europäischen Raum vorgesehen sind.

    Die strategischen Maßnahmen und die starke Produktnachfrage spiegeln sich auch in der Bewertung am Kapitalmarkt wider. So zeigen sich die Analysten der Investmentbank CLSA in einer aktuellen Studie positiv und prognostizieren für die zweite Jahreshälfte 2026 einen weiteren Absatzanstieg sowie die Bestätigung der weltweiten Marktführerschaft.


    Der weltweite Ausbau von Energie-, Batterie- und Mobilitätsinfrastruktur schafft langfristige Gewinner. Siemens Energy stellt mit dem Markenwechsel und dem boomenden Netzgeschäft die Weichen für höhere Margen. HPQ Silicon steht mit mehreren Schlüsseltechnologien vor der Kommerzialisierung und könnte von den Megatrends KI, Verteidigung und Energiespeicherung profitieren. BYD baut seine globale Marktstellung konsequent aus und untermauert seinen Führungsanspruch in der Elektromobilität.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    • E-Mobilität
    • Rohstoffe
    • Batteriemetalle
    • Energiespeicher
    • Lieferketten

    Für Deutschland nennt eine aktuelle McKinsey-Analyse für 2035 einen Strombedarf von rund 780 TWh, was gegenüber 2022 einem Plus von etwa 56 % entspricht. Das Fraunhofer-Institut schätzt den Strombedarf der Elektromobilität allein auf etwa 260 TWh im Jahr 2035. Als Daumenwert heißt das: Wenn mehr als 50 % des nach oben skalierten PKW-Bestands elektrisch fahren, braucht die reine Mobilität bis 2035 grob zusätzliche 200 bis 260 TWh Strom pro Jahr, also in der Größenordnung von rund einem Drittel des heutigen deutschen Gesamtstromverbrauchs. Zum Vergleich zeigt der KI-Boom eine andere, aber ebenfalls massive Last: Rechenzentren verbrauchten 2024 weltweit etwa 415 TWh, und bis 2030 könnten es laut IEA rund 945 TWh sein. BMW, VW und BYD stehen auf unterschiedlichen Positionen derselben Wertschöpfungskette: Sie verkaufen Fahrzeuge, die künftig nicht nur Batterien, sondern auch eine deutlich größere und flexiblere Strominfrastruktur voraussetzen. Lithium bleibt der Schlüsselrohstoff, weil jede Batterie – ob LFP, NMC oder Festkörperkonzept – ohne das weiße Metall nicht auskommt. Damit wird Europa laut Branchenquellen bis 2035 bis zu 20-mal so viel Lithium benötigen wie heute. Rock Tech Lithium will in Kanada und Deutschland angreifen und ein wichtiger Baustein der nordatlantischen Versorgungskette werden. Wir rechnen nach!

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