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28.12.2022 | 05:05

Outperformer-Aktien 2023? BioNTech, Steinhoff, Saturn Oil + Gas, K+S

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Bildquelle: BioNTech AG

Werden Energie-Aktien auch in 2023 zu den Outperformern gehören? In 2022 hat der MSCI World Energy jedenfalls den MSCI World deutlich geschlagen. Bei Einzeltiteln hat beispielsweise Shell im laufenden Jahr über 45% zugelegt. Jefferies empfiehlt die Aktie weiter zum Kauf mit einem Kursziel von 3100 GPX (Pence). Auch Warren Buffett hat 2022 Milliarden in die Öl-Branche investiert. Chevron und Occidental Petroleum gehören zu den sieben größten Beteiligungen von Berkshire Hathaway. Denn Energie dürfte auch 2023 gefragt sein. Wer auf einen Nachzügler setzen will, sollte sich Saturn Oil & Gas anschauen. Der kanadische Ölproduzent steht 2023 vor einem Meilenstein und Analysten sehen über 200% Kurspotenzial. Mit einem starken Newsflow geht BioNTech in das neue Jahr. Und was macht Steinhoff nach der Horror-Meldung?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: Shell PLC | GB00BP6MXD84 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019

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Inhaltsverzeichnis:


    John Jeffrey, CEO, Saturn Oil & Gas Inc.
    "[...] Wenn wir etwas erwerben, wollen wir sicherstellen, dass die Übernahme zu unserer Strategie passt und das Potenzial hat, für unsere Aktionäre erfolgreich zu sein. [...]" John Jeffrey, CEO, Saturn Oil & Gas Inc.

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    Saturn Oil & Gas: Aktie jetzt kaufen?

    Der MSCI World Energy Index hat im Jahr 2022 gut 50% zugelegt. Und man muss kein Experte sein, um mit dem auf die geopolitischen Entwicklungen anhaltend hohe Energiepreise in 2023 zu erwarten. Goldman Sachs beispielsweise sieht einen Ölpreis von 100 USD pro Barrel. Damit gehören Energieaktien auch 2023 in ein diversifiziertes Depot. Und damit auch die Aktie von Saturn Oil & Gas. Die Aktie des kanadischen Ölproduzenten gehört vielleicht zu den Enttäuschungen 2022. Doch operativ lief es mehr als rund: Durch Übernahmen wurde die tägliche Fördermenge innerhalb von 1,5 Jahren auf 12.000 Barrel Öläquivalent (boepd) mehr als verfünfzigfacht. Dennoch blieb die Neubewertung an der Börse aus und die Aktie verlor sogar rund 25%. Auch in Deutschland ist der Handel liquide und die Aktie notiert bei 1,83 EUR. Ein wichtiger Grund für die Underperformance ist wohl die etwas komplexe Übernahmefinanzierung durch Warrents. Diese werden in 2023 zurückgezahlt und spätestens dann sollte die Aktie durchstarten. Zumindest sehen Analysten erhebliches Kurspotenzial.

    First Berlin sieht die Aktie von Saturn Oil & Gas bei 7 CAD fair bewertet. Entsprechend empfehlen die Analysten das Wertpapier zum Kauf. Die beiden Saturn-Ölfelder Oxbow und Viking gehören zu den profitabelsten Öl- und Gasgrundstücken in ganz Nordamerika, so die Analysten. Selbst bei einem WTI-Ölpreis von 75 USD seien beide Projekte hochprofitabel. Daher gehen die Analysten davon aus, dass die Verschuldung von 220 Mio. CAD – in der Bilanz zum 31.12. sollten es bereits weniger sein – allein in 2023 aus dem Cashflow vollständig reduziert werden könnte. Bis Ende 2024 erwarten sie sogar einen Netto-Cash-Position von 55 Mio. CAD. Zur Einordnung: Derzeit wird das Unternehmen nur mit 160 Mio. CAD bewertet. Damit hätte Saturn Oil & Gas mehr als ausreichende Liquidität für weitere kleinere Übernahmen, Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe. zur First Berlin Studie

    Daher verwundert es auch nicht, dass die Analysten von Beacon Securities sogar noch etwas optimistischer sind und ein Kursziel von 9 CAD ausgerufen haben. Saturn vereine wertsteigernde Akquisitionen beeindruckende Bohrergebnisse. Im laufenden Jahr soll ein Free-Cashflow von 39,2 Mio. CAD generiert werden – Tendenz weiter steigend.

    Schätzungen von First Berlin zur Entwicklung von Saturn Oil & Gas. Quelle: First Berlin Equity Research

    BioNTech: Mit Schwung ins neue Jahr

    Auch bei BioNTech können sich Anleger in 2023 auf einen starken – und hoffentlich positiven – Newsflow freuen. Einen Vorgeschmack gab es in den vergangenen Tagen und Wochen. Zuletzt hat das Mainzer Biotechunternehmen mitgeteilt, dass sich in China lebende deutsche Staatsangehörige endlich mit dem COVID-19-Wirkstoff von BioNTech impfen lassen können. Rund 11.500 Dosen seien am 21. Dezember 2022 auf dem chinesischen Festland eingetroffen. „Wir danken der chinesischen und der deutschen Regierung für ihre kontinuierliche Unterstützung und ihre gemeinsamen Bemühungen bei der Versorgung der in China lebenden Deutschen mit unseren monovalenten und den an Omikron BA.4/BA.5 angepassten bivalenten mRNA-Covid-19-Impfstoffen“, sagte Sean Marett, Chief Business und Commercial Officer bei BioNTech. Aufgrund der massiven Ansteckungen pro Tag, lebt auch die Hoffnung von BioNTech-Aktionären, dass der mRNA-Impfstoff des Unternehmens doch noch in China zugelassen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar nicht hoch, wäre aber ein echter Knaller für die Aktie.

    Doch auch ohne COVID-19-Impstoff-Nachfrage aus China geht BioNTech mit Rückenwind ins neue Jahr. Mit Pfizer arbeitet man an einem Kombiimpfstoff (Grippe/COVID-19) und die Forschungs- und Produktionsstandorte wurden durch Übernahmen und Kooperationen ausgebaut. Kurz vor Weihnachten wurde dann auch noch gemeldet, dass die klinischen Phase I Studie für den potentiellen Malaria-Impfstoff begonnen hat. „Der Beginn dieser Studie ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, einen Beitrag zur Bekämpfung von Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf zu leisten. Unser Ziel ist es, einen Impfstoff zu entwickeln, der dazu beitragen kann, Malaria zu verhindern und die Sterblichkeit zu senken. In den nächsten Monaten werden wir verschiedene Antigene mit großer wissenschaftlicher Präzision untersuchen, um den optimalen Kandidaten zu identifizieren“, sagte BioNTech-CMO Prof. Dr. Özlem Türeci. „Parallel dazu arbeiten wir am Aufbau von Produktionsstätten auf dem afrikanischen Kontinent und in anderen Regionen weltweit.“

    Daneben hat auch die klinische Phase-1-Studie für potentiellen Impfstoff gegen Herpes begonnen. Prof. Dr. Özlem Türeci: „Dieses Programm ist Teil unserer Strategie, einen Beitrag zur Bekämpfung von Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf und großer Relevanz für die globale Gesundheit zu leisten. Dabei kombinieren wir unsere neuartigen Technologien wie etwa mRNA mit unserer Expertise als Immun-Ingenieure.“

    Steinhoff: Finger Weg

    Nach der jüngsten Horror-Meldung dürfte Steinhoff nicht zu den Outperformern des Jahres 2023 gehören. Die Aktie war schon in den vergangenen Jahren nur etwas für Zocker, aber nach der jüngsten Meldung werden Altaktionäre nach der Sanierung wohl mit leeren Händen dastehen. Seit Bilanzskandal im Jahr 2017 lastet auf der südafrikanisch-niederländischen Holding Steinhoff ein riesiger Schuldenberg. Die Kredite mit Zinsen von rund 10% sollen jetzt zwar bis 2026 verlängert werden, doch für Aktionäre ist dies kein Grund zum Feiern. Denn sie verzichten zugunsten der Gläubiger auf 80% des Eigenkapitals und verlieren sämtliche Stimmrechte. Entsprechend notiert die Aktie nur noch bei 0,029 EUR. Anfang 2022 waren es zwischenzeitlich über 0,30 EUR.


    Öl als fossiler Energieträger wird weiter gefragt sein. Dies hat nicht nur Star-Investor Warren Buffett erkannt. Wenn der Schuldenabbau im laufenden Jahr wirklich so kommt, wie geplant, dass sollte die Aktie von Saturn Oil & Gas nach einem enttäuschenden Jahr 2022 zu den Outperformern 2023 zählen. Auch bei BioNTech stehen die Zeichen für einen steigenden Aktienkurs gut. Wobei natürlich die Studiendaten – wie bei allen forschenden Pharmaunternehmen – stimmen müssen. Steinhoff ist weiterhin nur etwas für Zocker.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

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