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2022-01-12 04:44:00

Valneva, Cardiol Therapeutics, Novavax: Den Nagel auf den Kopf treffen!

  • Biotechnologie
  • Covid-19
  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Wie korreliert die Entwicklung von Medikamenten oder Impfstoffen mit dem Kurs des betreffenden Unternehmens an der Börse? Schwer zu beantworten, denn im Bereich Biotechnologie gibt es eine schier unendliche Zahl von Forschungsbereichen. Nicht alle stehen im Zentrum des medialen Interesses, einige Themen erleben im Gegensatz dazu wahre Hype-Phasen. COVID-19 ist eine Virus-Krankheit, die mit allen verfügbaren Forschungsmitteln überwunden werden soll, entsprechend hoch ist die Aufmerksamkeit an den Kapitalmärkten. Wer hier Erfolge vorweisen kann, erzielt hohe Preise und Bewertungen. Nur wer liefert den ultimativen Impfstoff oder ein revolutionäres Medikament zur Behandlung infizierter Menschen. Viel Spekulation, Risiken und Chancen gleichermaßen. Wir blicken auf einige interessante Unternehmen.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , NOVAVAX INC. DL-_01 | US6700024010

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Inhaltsverzeichnis:


    Valneva – So eine Meldung kann niemand gebrauchen

    Valneva ist ein französisches Biotechunternehmen mit Hauptsitz in Saint-Herbain. Die Gesellschaft ging aus dem Zusammenschluss der französischen Vivalis mit der österreichischen Intercell hervor. Es entwickelt und vermarktet Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten und verfügt über Produktionsstätten in Österreich, Schottland und Schweden sowie Niederlassungen in Frankreich, Kanada und den USA.

    Valneva gilt mit seinem Totimpfstoff VLA2001 vielen Menschen durchaus als Hoffnungsträger in der Pandemie, er enthält das komplette Sars-CoV-2-Virus in einer inaktivierten Form, somit weicht er als klassischer Totimpfstoff von den verbreiteten mRNA-Impfstoffen erheblich ab. Leider haben Studien in China bislang keine große Wirksamkeit der Totimpfstoffe nachweisen können. Die Börse strafte alle Totimpfstoff-Entwickler ab, Valneva selbst äußert sich zu diesen Veröffentlichungen nicht.

    Letzte Woche hat der europäische Impfstoff-Entwickler seine Zeitpläne, was klinische Studien und Zulassungsanträge für den Impfstoff VLA2001 angeht, zumindest nochmals bestätigt. Demnach peilt Valneva eine behördliche Zulassung für das erste Quartal 2022 an. Das Unternehmen hat mit der Einreichung von Anträgen für die Erstzulassung begonnen und strebt grünes Licht in der EU, Großbritannien und Bahrain an.

    Die Aktie kam wegen der Gerüchte aus China extrem unter Druck und verlor zu Jahresanfang ganze 40% auf ca. 16 EUR. Gestern startete der Wert einen Erholungsversuch, bis die Zulassung steht, dürfte es turbulent weitergehen. Das Ergebnis wird digital ausfallen: Hop oder Top?

    Cardiol Therapeutics – Mit voller Kasse in die Phase-II

    COVID-19 ist für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) wesentlich schwerwiegender als für Menschen ohne CVD. Man schätzt, dass 30 bis 40% der Patienten, die an der Atemwegserkrankung COVID-19 sterben, kardiovaskulären Komplikationen ausgesetzt waren. Eine Strategie zur Verhinderung oder Begrenzung des Schweregrads dieser kardiovaskulären Komplikationen dürfte die Ergebnisse bei der Heilung dieser Krankheit erheblich verbessern.

    Im September 2020 erhielt das Life Science-Unternehmen Cardiol Therapeutics (CRDL) von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) die Genehmigung für seinen Antrag auf ein neues Prüfpräparat, um eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studie der Phase II/III zu beginnen. Untersucht wird die Wirksamkeit und Sicherheit seines Hauptprodukts CardiolRx™ bei hospitalisierten COVID-19-Patienten mit einer Vorgeschichte oder Risikofaktoren für CVD. CardiolRx™ ist eine orale Cannabidiol-Formulierung, welche pharmazeutisch unter cGMP-Regeln hergestellt wird. Patienten mit COVID-19 zeigen in erster Linie Atemsymptome, die sich zu einer bilateralen Lungenentzündung und schwerwiegenden pulmonalen Komplikationen entwickeln können. Inzwischen ist bekannt, dass die Auswirkungen von COVID-19 allerdings nicht auf die Lunge beschränkt sind.

    Cardiol Therapeutics führte in 2021 zwei größere Kapitalerhöhungen durch und warb so zuletzt 52,4 Mio. CAD ein, der Kassenbestand wuchs im November auf 85,7 Mio. CAD. Damit kann das Unternehmen die höheren Kosten, die durch die Ausweitung der Rekrutierung für die LANCER-Studie in Brasilien, Mexiko und Kanada entstehen, gut stemmen und seine Forschung und Entwicklung an anderen Produkten fortsetzen. Die CRDL-Aktie konnte in 2021 auf über 4 EUR steigen, aktuell notiert sie bei 1,52 EUR. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 170 Mio. CAD kann es bei positiven Nachrichten jederzeit zu einem heftigen Rebound kommen.

    Novavax – Nun endlich die Zulassung für Covovax

    Das Impfen bleibt für viele Länder ein wichtiger Schlüssel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Im Omikron-Ausbruchsland Südafrika hat Novavax bei den zuständigen Behörden einen Eil-Antrag gestellt, um dem Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung zu erteilen. Die Gesellschaft stellte diesen Antrag zusammen mit dem Serum Institute of India, einem namhaften Hersteller von Impfstoffen.

    Sollte der Impfstoff zugelassen werden, so könnte er in Kapstadt unter dem Namen Covovax vermarktet und hergestellt werden. Das wäre eine Chance für die Menschen in Südafrika, denn die Impfquote liegt derzeit nur bei etwa 32%. Der Impfstoff von Novavax hat bisher bereits in mehr als 170 Ländern eine Zulassung erhalten. In der Europäischen Union wurde mit dem proteinbasierten Impfstoff vor Kurzem ein weiteres Vakzin zugelassen, welches vor allem einige „Impfskeptiker“ überzeugen könnte – so die Hoffnung der Regierung auch in Deutschland.

    Laut Rheinischer Post soll das Vakzin des US-Konzerns schon Anfang Februar in Nordrhein-Westfalen ankommen, zitiert die Tageszeitung einen Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums. Kurz vor Weihnachten wurde im Rahmen einer Bundespressekonferenz bekannt, dass Gesundheitsminister Karl Lauterbach vier Millionen Dosen des Vakzins von Novavax bestellt hat. Die Aktie von Novavax hatte sich wegen der ständigen Verzögerungen und sinkender Umsatzschätzungen im Dezember 2021 um fast 50% nach unten bewegt. Charttechnisch ist die Zone 112 bis 122 EUR ein wichtiger Unterstützungsbereich geworden. Aktuell reichen die abgeschlossenen Lieferverträge wohl nicht aus, um den Kurs erneut zu beflügeln.


    Das Virus lässt mit der Omikron-Variante keinen Zweifel daran, dass die Pandemie noch einige Monate toben wird. Börsenkurse von Biotech-Aktien oszillieren mit den Inzidenzzahlen, dennoch scheint die Zeit der astronomischen Bewertungen vorbei. Das noch junge Unternehmen Cardiol Therapeutics ist bereits in der klinischen Testphase, nun wird es richtig spannend.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

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    Zuletzt wurde der Pharmaindustrie vorgeworfen, raffgierig zu sein und sich an Corona bereichern zu wollen. Es ist richtig, dass 2021 Nachrichten zu Impfstoffen dominiert haben, doch die Branche kann weitaus mehr als nur Impfstoff gegen Corona herstellen. Das Handelsblatt titelte am 10. Januar „Im Schatten von Corona“ und verweist auf die wachsende Anzahl von Krebserkrankungen im Laufe der letzten Jahre. Dieses Jahr sollen mehr als 45 neue Medikamente auf den Markt kommen, die unter anderem gegen Krebs und Gendefekte helfen sollen. Wir werfen heute einen Blick auf drei Unternehmen, die keine Corona–Impfstoffe herstellen.

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    Zu Jahresbeginn gibt es wieder viel Gesprächsstoff über die scheinbar ewig laufenden Börsen und den unendlichen Reichtum derer, die alles richtig gemacht hatten. Klar war es ein Risiko, Tesla zu shorten, es ging auch zu 85% schief. Aber ist es seit den „Minutes“ der amerikanischen Notenbank FED vielleicht nicht ein erneuter Short mit Ansage? Denn die Zinsen werden wohl steigen müssen, wenn das Tapering erst mal so richtig in Fahrt kommt. Über die Inflationsentwicklung scheiden sich übrigens auch die Geister: Manche Banken schätzen eine Eins vorm Komma, andere sehen die Fünf. Also was jetzt? Zinsen hoch heißt Probleme für die Wachstumswerte, Zinsen runter könnte eine Fortsetzung der Hausse bedeuten. Wir blicken auf interessante Titel mit eigenen Geschichten.

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