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02.05.2022 | 04:44

BioNTech, Defence Therapeutics, Valneva, Morphosys – Biotech Aktien, die auch morgen noch Spaß machen!

  • Biotechnologie
  • Pharma
  • Covid-19
Bildquelle: pixabay.com

Einer der am stärksten durchgeschüttelten Bereiche an den Wachstumsbörsen ist der Biotech-Sektor. Zuviel Enttäuschung gab es auf der Seite der Medikamenten-Entwicklung, selbst im COVID-Sektor verblieben nur wenige Gewinner. Der aktuelle Ausverkauf könnte sich aber mittelfristig als Einstiegschance entpuppen, denn auf der Erde gibt es immer mehr Menschen und erfreulicherweise werden diese immer älter, auch die Corona-Pandemie wird daran wohl nichts ändern. Aktuell sind weltweit bereits eine Milliarde Menschen älter als 60 Jahre, im Jahr 2050 werden es Prognosen zufolge bereits zwei Milliarden sein – bei einer dann prognostizierten Gesamtbevölkerung von mehr als 9 Milliarden Menschen. Welche Werte sind zu Unrecht unter die Räder geraten und wo liegen aktuell die Chancen für Investoren?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

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Inhaltsverzeichnis:


    Hans Hinkel, CEO/COO, BioTec CCI AG
    "[...] Wir wollen uns an Unternehmen beteiligen, die oftmals an lebensverlängernden oder -rettenden Innovationen arbeiten und auf die Privatanleger sonst keinen Zugriff hätten. [...]" Hans Hinkel, CEO/COO, BioTec CCI AG

    Zum Interview

     

    BioNTech – Mehr als 1 Milliarde für die Forschung

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnete bereits vor der Corona-Pandemie in den OECD-Staaten bis zum Jahr 2050 mit einem Anstieg der Gesundheitskosten von 6% des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5% des BIP. Das ist ein gewaltiger Anteil an der Brutto-Wertschöpfung. Biotech- und Pharma-Aktien werden von der prognostizierten Entwicklung einen großen Teil auf sich vereinigen können.

    Mit einer prall gefüllten Kasse aber stark sinkenden Impfzahlen ist BioNTech noch vergleichsweise gut im Rennen. Denn wie das Management verlautbart, konzentrieren sich die Mainzer nun auf die Erforschung von Ansätzen in der Immuntherapie auf Basis des Botenmoleküls mRNA sowie auf die Bekämpfung von Infektions- und Autoimmunkrankheiten und Krebs. In einer Analystenkonferenz sprach CEO Sahin von einem „historisch einmaligen Moment“, um wesentliche Fortschritte in der Medizin zu erzielen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen in diesem Jahr im Vergleich zu 2021 um etwa 50% auf 1,4 bis 1,5 Mrd. EUR steigen.

    Im alten Stammgeschäft „Corona-Impfstoffe“ sinkt die Nachfrage gewaltig. Waren es Mitte Dezember noch mehr als eine Million Dosen, die verabreicht wurden, so lag die Zahl im April gerade einmal noch bei etwas mehr als 30.000 Impfdosen, zwei Drittel davon waren Auffrischungs- oder Booster-Impfungen. In Dänemark wird das Corona-Impfprogramm sogar komplett ausgesetzt. Dieser Geschäftsbereich dürfte bis zum Herbst weiter schwach bleiben. Insgesamt sollten Investoren aber auf die Pipeline von BioNTech blicken, denn hier sollte es einige Überraschungen geben. Aktuell ist die Aktie mit der 2-fachen Umsatzschätzung von 2022 bewertet. Die Prognosen könnten von den Experten aber noch weiter revidiert werden. Ein Wiedereinstieg in die Aktie zwischen 115 bis 135 EUR sollte mit Blick auf 2023 dennoch Freude bereiten, im Hoch lag die Aktie bei knapp unter 400 EUR.

    Defence Therapeutics – Nun besteht Patentschutz für die Plattformtechnologie

    Der kanadische Biotech-Spezialist Defence Therapeutics (DTC) macht mit einer erfolgreichen Patentanmeldung von sich reden. Als börsennotiertes Forschungs-Unternehmen arbeitet man unter Einsatz seiner firmeneigenen Plattform ACCUMTM daran, einen präzisen Transport von Antigenen oder ADCs in intakter Form zu den Zielzellen zu ermöglichen.

    Das US-Patentamt (USPTO) hat unter der Patentnummer US 11.291.717 ('717) nun die ACCUM-Technologie unter Schutz gestellt. Es handelt sich um die firmeneigene Impfstoff-Plattformtechnologie für die Behandlung und Prävention eines breiten Spektrums an Krebs- und Infektionskrankheiten, sie schließt auch die SARS-CoV-2-Infektionen ein. Die zugrundeliegende Plattform nutzt an verschiedene Tumor-, virale oder bakterielle Antigene angedockte Komponenten der geschützten Accum-Technologie. Mit ihr verbessert sich sowohl die humorale als auch die zelluläre Immunantwort, was bei Challenge-Studien für einen auffällig hohen Schutz sorgte. Das Patent bezieht sich auf die immunogenen Zusammensetzungen von Substanzen, welche die ersten und folgenden Generationen der Accum-Technologien von Defence enthalten, sowie auch auf die Methoden für deren Herstellung und Nutzung bei Impfungen und Immuntherapien.

    CEO Sebastien Plouffe sieht in diesem Patent nicht nur einen weiteren wichtigen Meilenstein für den Schutz des kommerziellen Potenzials von ACCUM, sondern sie zeigt gemeinsam mit den neuen derzeit in der Vorbereitung befindlichen Patentfamilien den starken allgemeinen Einsatz von Defence für den Schutz der Innovation und des kommerziellen Potenzials des gesamten Produktportfolios. Mit den jüngsten Errungenschaften will man im Bereich Impfstoffentwicklung eine weltweite Führungsposition einzunehmen. Ein toller Fokus für das noch junge kanadische Unternehmen.

    Die DTC-Aktie hat die Kurskorrektur in der Branche mitgemacht und notiert nun auf einem sehr attraktiven Niveau. Gegenüber der Einführung liegt sie dennoch mit 100% im Plus, die Technologie hat sich aber schon ein Jahr weiterentwickelt. Mit einem Dreh im Sektor sollte es für die Aktie einen Ruck nach oben geben. Legen sie sich auf Basis 2,50 EUR ein paar Stücke zurecht.

    Valneva versus Morphosys – Welcher Biotech-Wert startet bald durch?

    Valneva und Morphosys gehören zu den bekanntesten Verlierern des Biotech-Sektors nach den ersten vier Monaten des Börsenjahrs 2022. Zwar konnte Valneva durch die Totimpfstoff-Phantasie in 2021 bravourös mit über 100% Plus performen, dennoch halbierte sich der Kurs wieder seit Dezember. Morphosys schickte sich im Februar zu einer Erholung an, erreichte aber nur ein Plus von 25% und landete Ende letzter Woche wieder unter 20 EUR. Wie steht es um die Publikumslieblinge?

    Der französisch-österreichische Impfstoff-Hersteller Valneva legt nun am 5. Mai mitten im Genehmigungsprozess zu seinem Covid-19-Impfstoff VLA2001 seine Zahlen für das erste Quartal vor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum soll Valneva einen Umsatzeinbruch von etwa 26% zu verbuchen haben, das wären dann etwa 17 statt 23,2 Mio. EUR. Insgesamt fünf Analysten erwarten für das aktuell laufende Fiskaljahr einen durchschnittlichen Gewinn von 0,882 EUR je Aktie, gegenüber -0,710 EUR je Aktie im Vorjahr. Den Jahresumsatz taxiert man mit 554 Mio. EUR fest, was die erwarteten Umsätze nach Genehmigung abbildet. Im Vorjahr standen noch 348,1 Mio. EUR in den Büchern. Die Hoffnungen liegen dabei auf einer hohen Nachfrage nach dem alternativen Impfstoff. Charttechnisch sollte der Kurs nicht auch noch unter 12 EUR fallen, sonst droht Ungemach. Beobachten sie die Entwicklung ruhig weiter und loggen sie sich bei steigendem Momentum ein!

    Auch am 5.Mai möchte das Biotech-Unternehmen Morphosys sein erstes Quartal enthüllen. Man peilt für das gerade begonnene Jahr weitere Zuwächse mit dem wichtigen Krebsmedikament Monjuvi in den USA an. So soll der Netto-Produktumsatz auf 110 bis 135 Mio. USD zulegen. Wegen der nun abgeschlossenen Entwicklungsphase könnte die Bruttomarge für das Medikament in diesem Jahr herausragende 75 bis 80% erreichen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in anderen Projekten sollen bei Morphosys in 2022 wiederum steigen, man geht von 300 bis 325 Mio. EUR aus. Insgesamt neun Analysten gehen für 2022 im Schnitt von einem Verlust je Aktie von 10,60 EUR aus, während im Vorjahreszeitraum ein negativer Gewinn von 15,40 EUR vermeldet worden war. Beim Umsatz sehen die Experten hoffnungsvoll einen 25% Anstieg von 179,6 auf insgesamt 228,5 Mio. EUR. Aktuell hat das Unternehmen fast 1 Mrd. EUR Cash in den Büchern und wird an der Börse nur mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3 gehandelt. Das ist historisch günstig für die Münchner Biotech-Schmiede. Nur Morgan Stanley und Berenberg trauen sich noch zu einem positiven Buy-Rating. Die Aktie dürfte nun langsam ihren Boden sehen. Fazit: Bei etwa 20 EUR einsammeln, der Pessimismus ist zu groß.


    Biotech-Titel sind beliebt, aber schwankungsintensiv. Die Performance hängt von Entwicklungserfolgen und Genehmigungsverfahren ab, aber auch von der Zinslandschaft. Die Zinsen stiegen zuletzt erheblich, das setzte die Branche ordentlich unter Druck. In dem nun ausgebombten Umfeld bevorzugen wir die günstige BioNTech und Morphosys als Turnaroundkandidaten. Defence Therapeutics könnte mit Erfolgsmeldungen in 2022 vor einer deutlichen Neubewertung stehen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Patent – Der rechtliche Schutz einer technischen Erfindung ist ein Patent.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 18.05.2022 | 04:44

    Biotech-Aktien: BioNTech, Xphyto Therapeutics, Novavax, Valneva – Absturz, die Auswahl bleibt schwer!

    • Biotech
    • Covid-19
    • Pharma

    Für reine Impfstoffhersteller wird das Umfeld rauer. Denn zum einen ist der Winter vorbei, zum anderen hat Corona seine Schrecken verloren, da speziell die Omikron-Variante für die meisten Infizierten wie ein Schnupfen wirkte. 77,6% der deutschen Bevölkerung haben bisher mindestens eine Impfdosis erhalten. 63,1 Mio. Menschen sind damit bereits grundimmunisiert und 49,5 Mio. Menschen gingen ein weiteres Mal zur Spritze. Lediglich 4,6 Mio. Menschen oder 5,5% erhielten bereits eine zweite Auffrischungsimpfung, den sogenannten „Booster“. Nicht geimpft sind nach wie vor 18,6 Mio. Menschen oder 22,4% der Bevölkerung. Bei aktuell nur noch 4.000 Impfungen pro Tag dürften die vielen Millionen bestellten Impfdosen im Regal verbleiben. Für die Impfstoffhersteller werden die künftigen Bestellungen stark zurückgehen. Welches Unternehmen hat einen Plan B vorzuweisen?

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    Kommentar von Juliane Zielonka vom 12.05.2022 | 05:53

    Cardiol Therapeutics, Tesla, Bayer AG - statt chronisch überbewertete Aktien handeln, lieber chronisch Kranke behandeln

    • Biotech
    • Pharma
    • Monsanto
    • Cardiol Therapeutics
    • Tesla

    Kaum will die US-Regierung unter Biden im Monsanto-Fall den obersten Gerichtshof beeinflussen, rutscht die Bayer-Aktie um 7%. Doch ist dieser Kursrutsch berechtigt? Die Bayer AG hat vorgesorgt für das mögliche Urteil im Juni und Rücklagen gebildet für chronische Erkrankungen. Chronische Erkrankungen sind auch ein Schwerpunkt von Cardiol Therapeutics. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Prävalenz chronischer Krankheiten bis zum Jahr 2020 weltweit um 57 % steigen. Cardiol setzt dabei auf Herzgesundheit. Die Aktie steht bei ca. 1,12 EUR und wird von Analysten im Mittel bei etwa 7 EUR gesehen. Was überbewertete Aktien im Portfolio auslösen, erfahren derweil die Tesla-Investoren gerade mit Haut und Haaren. Ihr CEO spekuliert, keine Neukunden mehr anzunehmen. Warum? Das lesen Sie hier...

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    Kommentar von Carsten Mainitz vom 21.04.2022 | 05:08

    Valneva, Power Nickel, K+S: Die perfekte Mischung für Trader und Langfristanleger!

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    Der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf. Auf die Frage wie schnell und in welcher Höhe dieser realisiert werden soll, haben Trader und langfristig orientierte Investoren sicherlich ganz unterschiedliche Antworten. Die jetzige Marktphase ist für beide Anlegertypen interessant. Für viele Branchen, wie Rohstoffe oder Life Science, sind die Rahmenbedingungen gut, die Erfolgswelle kann also weiter geritten werden. Erhöhte Schwankungen bieten zudem kurzfristige Opportunitäten.

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