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18.06.2021 | 04:13

CureVac, BioNTech, Novavax, XPhyto Therapeutics – Die COVID-Giganten und der Ausverkauf!

  • Biotechnologie
  • Covid-19
Bildquelle: pixabay.com

Wie schnell sich das Blatt im Umfeld der CORONA-Pandemie wenden kann, sieht man an den Impfstoff-Herstellern und Test-Anbietern. Die Aktie von BioNTech haussiert seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland unablässig, kleinere Meldungen zu potenziellen Nebenwirkungen stören kaum. Beim Teste-Anbieter Nanorepro verkehrt sich die Hausse der letzten Monate in einen totalen Ausverkauf, die Aktie verliert über 70%. Und dann gibt es da noch das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac. Verzögerungen in der Zulassung und ein Schock zur Wirksamkeit schicken die Aktie an einem Tag um ganze 50% in den Keller. Wir schauen uns die Lage etwas genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA98421R1055 , US09075V1026 , NL0015436031 , US6700024010

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Inhaltsverzeichnis:


    CureVac NV – Zu spät und wenig überzeugend!

    Impfen ist eine Vertrauenssache! Für das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac wird die Impfstoff-Entwicklung zum Debakel. Das Unternehmen musste kürzlich einräumen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47% gegen eine Corona-Erkrankung "jeglichen Schweregrades" erzielt habe. Damit hat er die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

    Der CureVac-Impfstoffkandidat befindet sich schon seit Dezember in der finalen und damit zulassungsrelevanten 2b/3-Studienphase. Während zahlreiche Konkurrenten ihre Vakzine längst auf den Markt gebracht haben, sammelt CureVac nach wie vor Daten. Ob man nun überhaupt liefern kann und wann, bleibt vorerst unklar. Ein komisches Gefühl schwang schon seit einiger Zeit mit.

    Die Bundesregierung hatte den CureVac-Impfstoff Berichten zufolge lange für die zweite Jahreshälfte eingeplant, auf der jüngst vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Liste der Impfstoff-Lieferplanungen fehlte das Unternehmen aber bereits. Angesichts der massiven Zeitverzögerung hatte die Firma zuletzt nicht nur ihre Aktionäre immer wieder vertröstet. Bis Anfang Juni hatte es geheißen, das Unternehmen erwarte - abhängig von den klinischen Studiendaten - die Zulassung seines Impfstoffkandidaten in der EU zumindest noch im zweiten Quartal.

    Am Morgen ging es gestern mit der Aktie von CureVac um 60% auf 31,50 EUR nach unten, bis zum Xetra-Schluss erholte sich das Papier bis auf 45 EUR. Von oben -50% von unten immerhin auch +50%. Des einen Freud ist wohl des anderen Leid. Die Aktie wird damit zum Casino-Papier und Dietmar Hopp ist erstmal um 5 Mrd. EUR erleichtert (hat aber seit Einstieg sicherlich noch satt Gewinn)! Der Titel ist völlig unberechenbar geworden!

    BioNTech – Der Impf-Spitzenreiter läuft und läuft

    Während sich BioNTech klug von Anfang an mit dem Pharmagiganten Pfizer zusammengetan hat, um das Projekt Corona-Impfstoff so schnell wie möglich über die Ziellinie zu bringen, hat sich CureVac viel zu spät einen Partner für das weltweite Megaprojekt ins Boot geholt und musste die eigenen Zeitvorgaben schließlich wieder und wieder reißen. Anders läuft es bei BioNTech, hier werden die weltweiten Bestellungen im 3 Tages-Rhythmus immer wieder nach oben gesetzt. Das beflügelt die operativen Ergebnisse von BioNTech und Pfizer und schiebt auch den Aktienkurs recht beständig nach oben.

    Es könnte noch eine Zeit so weiterlaufen, denn leider ist auch im Sommer die gefährliche Delta-Variante des COVID-Virus noch zu Ansteckungen geneigt. Der Impfstoff aus dem Hause BioNTech konnte im Zusammenhang mit Mutationen und zuletzt insbesondere mit der Delta-Variante bislang starke Studienergebnisse vorweisen. Damit dürfte das aktuelle Szenario noch eine Weile anhalten. Die Aktie jedenfalls sonnt sich in diesem Umfeld bei Kursen um 178 EUR knapp unter Allzeithoch.

    Novavax – Mit hoher Wirksamkeit gegen die Mutanten

    Ein weiterer COVID-19-Impfstoff zeigte in Studien eine äußerst gute Wirksamkeit: NVX-CoV2373 von Novavax. Der rekombinante Impfstoff auf Nanopartikel-Proteinbasis schützte zu 90% vor COVID-19, keiner der Novavax-Geimpften erkrankte bislang schwer.

    Mit diesen Ergebnissen rückt Novavax der Zulassung seiner Corona-Vakzine ein großes Stück näher, denn die zulassungsrelevante Phase-III erreichte dem Hersteller zufolge ihren primären Endpunkt. Die rekombinante, auf dem Spikeprotein basierende Vakzine, zeigte eine Gesamtwirksamkeit von 90,4% gegen COVID-19. Die Studie lief placebokontrolliert und beobachterverblindet, eingeschlossen waren 29.960 Teilnehmer ab 18 Jahren an 119 verschiedenen Standorten in den USA. Insgesamt traten 77 COVID-19-Fälle auf – 63 davon in der Placebogruppe, 14 bei mit NVX-CoV2373 geimpften Teilnehmern. Allerdings erkrankten die Geimpften durchweg nur leicht an COVID-19. In der Placebogruppe traten hingegen auch zehn mittelschwere und vier schwere Corona-Fälle auf. Somit gibt Novavax die Wirksamkeit gegen mittelschwere bis schwere COVID-19-Erkrankungen mit 100% an.

    Die Aktie war schon vor der Verkündung auf über 190 EUR gestiegen und litt zum Wochenende hin an Gewinnmitnahmen. Uns erscheint dieser Wert insgesamt schon ziemlich ausgereizt.

    XPhyto Therapeutics – Gute Ideen in einem dynamischen Umfeld

    Bei XPhyto Therapeutics geht es zurzeit Schlag auf Schlag. Ende Mai hatte das Biotech-Unternehmen aus Vancouver bekannt gegeben, dass man nun mit dem Verkauf des 25-minütigen SARS-CoV-2 (COVID-19) RT-PCR-Testsystems in Deutschland beginnen wird. Der Vertrieb wird über den Logistik-Partner Max Pharma unter dem Kurznamen COVID-ID Lab ausgerollt. COVID-ID Lab ist innerhalb der Europäischen Union als kommerzieller In-vitro-Diagnostik-Test (CE-IVD) registriert.

    Für die Durchführung des Tests benötigt Covid-ID Lab nur eine 20-minütige PCR-Laufzeit ohne vorherige RNA-Extraktion als Teil der Probenvorbereitung. Nach der RT-PCR wird das SARS-CoV-2-Virus innerhalb von 5 Minuten auf einem Testchip detektiert. Bei Vorhandensein von SARS-CoV-2 kann das Ergebnis sofort visuell abgelesen werden. Somit wird die Geschwindigkeit eines Antigentests mit der Genauigkeit eines PCR-Tests kombiniert.

    Covid-ID Lab bietet eine diagnostische Genauigkeit innerhalb von Minuten am Ort des Geschehens. Es ist ein spezialisiertes Produkt, das die Marktlücke zwischen Einweg-Antigentests und zentralisierten automatisierten PCR-Systemen schließen soll. Mit diesem Angebot zielt das Unternehmen auf spezielle Einsatzorte wie z.B. Flughäfen, Kreuzfahrtlinien, Apotheken, Kliniken und diverse Industrie- und Bildungseinrichtungen, welche schnelle und eindeutige Ergebnisse benötigen.

    Auch im Bereich Psilocybin setzt das Unternehmen seine Meilensteine weiter um. Mit dem GMP-Meskalin-Syntheseprogramm und der Fertigstellung der ersten Produktionschargen liegt man voll im Zeitplan. Die Herstellung von psychedelischen Verbindungen in pharmazeutischer Qualität und im industriellen Maßstab, einschließlich Meskalin und Psilocybin, ist ein wichtiger Teil von XPhytos Programm für psychedelische Medizin und wird eine Basis für die Arzneimittelformulierung und die klinische Validierungsarbeit bilden. Denkbar ist, dass man mit dem Einsatz dieser neuen Substanzen der Therapie von bislang schwer bis unheilbaren psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen, Suchterkrankungen und Trauma bedingten Belastungsstörungen wesentlich näher kommt.

    Die XPhyto-Aktie hat seit Februar eine kleine Korrektur durchlaufen. Sie wird auch in Deutschland mit sehr guten Umsätzen gehandelt. Auf dem aktuellen Niveau von 2,10 CAD beträgt die Marktkapitalisierung ca. 135 Mio. kanadische Dollar. Die Themenvielfalt der Forschungsansätze wird früher oder später einen Blockbuster liefern, dafür steht die Qualität der Teams und zugehöriger Kooperationspartner. Im Bereich 2,10 CAD bzw. 1,42 EUR unbedingt einsammeln!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

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