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19.03.2021 | 05:50

Deutsche Telekom, Upco International, Vantage Towers– Nicht verpassen: wichtige Lektionen für eine erfolgreiche Geldanlage!

  • Telekommunikation
  • IPO
  • Payment
  • Timing
Bildquelle: pixabay.com

Übernahmen, Abspaltungen, Transformation der Geschäftsmodelle – diese drei Schlagwörter stehen für Veränderungen in vielen Wirtschaftszweigen. Dies gilt auch für die Telekommunikationsbranche. Und auch wenn ein Anleger auf das richtige Thema setzt, heißt es noch lange nicht, dass er eine Aktie günstig gekauft hat. Wir stellen Ihnen nachfolgend drei ganz unterschiedliche Titel aus der Telekommunikationsbranche vor und geben Ihnen Anregungen wie man die Spreu vom Weizen trennt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA9152971052 , US2515661054 , DE000A3H3LL2

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Inhaltsverzeichnis:


    DEUTSCHE TELEKOM AG – na ja

    Als das Schwergewicht der deutschen Telekommunikationsbranche im November 1996 an die Börse ging, lauteten die hochgesteckten Ziele, dass sich mit der „Volksaktie“ eine Aktienkultur in Deutschland entwickelt solle. Seitdem sind fast 25 Jahre vergangen und das Fazit in Bezug auf die Aktienperformance ist ernüchternd. Auch in der breiten Masse sind die Deutschen immer noch viel zu konservativ und überschätzen tendenziell die Risiken des Aktienmarkts und unterschätzen die Risiken anderer Assetklassen wie Anleihen oder Immobilien. Es wäre wünschenswert, wenn das Interesse an „Börse“ im weitesten Sinne, auch in der Zukunft nach dem Abebben der traumhaften Gewinne der letzten Jahre zu verzeichnen wäre.

    Telekom-Aktionäre der ersten Stunden erwarben das Papier für umgerechnet 14,57 EUR zum IPO und konnten sich in den Jahren danach über gute Dividenden freuen. Anfang April ist wieder Zahltag – pro Anteilsschein werden 0,60 EUR ausgeschüttet. Bei Kursen von aktuell knapp 17 EUR, hat sich die Rendite eines Investors seit IPO in erster Linie auf die Dividende beschränkt. Ob dies die Definition eines erfolgreichen Börsengangs ist, darf bezweifelt werden. Zum Vergleich: der Dax-Kursindex, der die Dividendenzahlungen nicht einrechnet, hat sich in dem Zeitraum seit 1996 fast verdreifacht, während die „Volksaktie“ noch nicht einmal um 20% zulegen konnte. Wer denkt, dass das schlimm ist, für den hält das Kapitel „Timing“ eine schöne Geschichte parat. Ein gutes halbes Jahr nach dem IPO wurden Aktien zu einem Preis von 39,50 EUR ausgegeben. Die euphorische Stimmung des Neuen Markts trieb die Aktie auf ein Allzeithoch von rund 103 EUR im März 2000. Im Sommer 2000 erfolgte ein öffentliches Angebot (Umplatzierung) zu 66,50 EUR. Anleger, die zu den genannten Zeitpunkten zugegriffen haben, müssen weiterhin tapfer sein.

    Aber da Börse ja bekanntlich Zukunft bewertet, Schwamm drüber. Das abgelaufene Jahr war für den Bonner Dax-Konzern mit einem Corona-resistenten Geschäftsmodell gut. Der Umsatz konnte um 25% auf 101 Mrd. EUR gesteigert werden. Der bereinigte Konzernüberschuss legte um 16% auf 5,7 Mrd. EUR zu. Analysten prognostizieren für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzzuwachs von rund 5% und einen Gewinnanstieg in gleicher Größenordnung. Der Free Cash Flow soll sogar um 20% zulegen. Alles in allem? Unserer Meinung nach gibt es etliche attraktivere Investments als die Aktie der Deutsche Telekom.

    UPCO INTERNATIONAL INC – warten auf die nächste Akquisition

    Ausgehend vom Geschäftsfeld Telekommunikationsdienstleistungen hat Upco seit Gründung im Jahr 2014 das weitere Standbein Digitaldienstleistungen aufgebaut. Der letztgenannte Bereich sorgte in den vergangenen Monaten für steigende Aktienkurse. Mit einer unternehmenseigenen Blockchain-basierten Lösung für Zahlungsdienstleistungen will Upco noch in diesem Jahr in Europa an den Start gehen. Die sichere und bequeme Lösung ermöglicht Direktzahlungen zwischen Personen sowie zwischen Personen und Händlern.

    Kern des Geschäfts ist dennoch die Tätigkeit als lizenzierter Global Telecom Carrier im internationalen VoIP (Voice over IP) Großhandelsgeschäft - vornehmlich in Nischenmärkten. Kürzlich informierte die Gesellschaft darüber, dass man die Akquisitionspipeline ausgebaut habe und bei zwei Unternehmen in einer frühen Due-Diligence-Phase bis hin zur unterzeichneten Interessenbekundung sei. Upco hält Ausschau nach führenden Telekommunikations-Großhandelsunternehmen in einem lukrativen Nischenmarkt mit einem Umsatzniveau zwischen 10 und 50 Mio. USD. Die Gesellschaften müssen über mehrere Jahre Umsatz und Rentabilität gesteigert haben und ein operatives Ergebnis (EBITDA) zwischen 0,5 und 5 Mio. USD erwirtschaftet haben.

    Somit ist 2021 ein bedeutendes Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte von Upco. Wichtigster Meilenstein ist unserer Meinung nach der Launch der Zahlungsdienstleistungen in Europa. Dieses Geschäft ist stark skalierbar. Dennoch ist die technologische Umsetzung kein Selbstläufer, ebenso ist die Marktdurchdringung bzw. das Erreichen eines kritischen Marktanteils eine große Herausforderung. Natürlich werden sich auch attraktive Übernahmen positiv auf die Aktie auswirken. Die Gesellschaft weist momentan lediglich eine Marktkapitalisierung von 24 Mio. CAD auf. Eine Neubewertung steht bei einem erfolgreichen Einstieg in den Markt für Zahlungsdienstleistungen definitiv an.

    VANTAGE TOWERS AG - Schnäppchen

    Die Funkturmsparte des britischen Telekommunikationskonzerns Vodafone feierte gestern ihr Debüt an der Frankfurter Börse. Der Zeichnungspreis von 24 EUR lag am unteren Ende der Book Building Spanne von 22,50 bis 29 EUR. Der erste Kurs betrug gestern 24,80 EUR. Die Aktie ging mit 25,25 EUR aus dem Handel. Damit ist die Gesellschaft mit 12,8 Mrd. EUR bewertet. Vodafone fließen durch das IPO rund 2,3 Mrd. EUR zu, was der Konzern zum Schuldenabbau verwenden will.

    Vantage Towers ist mit rund 82.000 Makrostandorten in zehn Ländern ein führender Funkmastbetreiber Europas. Das Unternehmen wurde 2020 gegründet und hat seinen Sitz in Düsseldorf. Zum Portfolio gehören Türme, Masten, Dachstandorte, Distributed Antenna Systems (DAS) sowie Small Cells. Durch den Bau, Betrieb und die Vermietung dieser passiven Infrastruktur an Vodafone und andere Funknetzbetreiber erzielt die Gesellschaft Einnahmen. Wegen der planbaren Erträge sind solche Geschäftsmodelle bei institutionellen Investoren beliebt.

    Noch ist nicht viel zur Bewertung der Aktie von Seite der Analysten zu hören. Aber ein grober Vergleich mit dem spanischen Wettbewerber Cellnex lässt die Aktie von Vantage Towers günstig erscheinen. Cellnex verfügt nur über gut die Hälfte der Standorte im Portfolio und weist trotzdem eine um rund 70% höhere Marktkapitalisierung auf. Anleger sollten sich also ein paar Stücke des Börsenneulings ins Depot legen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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