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13.01.2021 | 05:20

NEL ASA, dynaCERT, Everfuel – Platzt die Wasserstoffblase?

  • Wasserstoff
Bildquelle: dynaCERT Inc.

Die Bewertungen der meisten Wasserstoffaktien schießen in unermessliche Höhen. Gegenüber den aktuellen Bilanzkennzahlen erscheint dies irrational und nicht gerechtfertigt. Einzig die Zukunftsprognosen in Bezug auf Umsatz und Gewinn werden als Maßstab genommen. Vieles erinnert an das Jahr 2000 und den 'Neuen Markt', als Aktien wie Gigabell oder Metabox in den Orbit bugsiert wurden, um kurze Zeit später wie Sternschnuppen vom Himmel zu fallen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner

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Sebastian-Justus Schmidt, Vorstand und Gründer, Enapter AG
"[...] Warum soll denn ein modularer Elektrolyser mehr kosten als ein Motorrad? [...]" Sebastian-Justus Schmidt, Vorstand und Gründer, Enapter AG

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Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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Mit beiden Füßen auf dem Boden

Ganz anders verhält es sich beim kanadischen Unternehmen dynaCERT. Hier wurde in der seit 16 Jahren andauernden Forschungsarbeit eine Wasserstoff-Technologie für Dieselmotoren entwickelt, die dem Betreiber eine erhebliche Kraftstoffeinsparung ermöglicht. Die Technologie mit dem Namen „HydraGEN“ nutzt dafür ein patentiertes Elektrolysesystem, um destilliertes Wasser in Wasserstoff- und Sauerstoffgase zu verwandeln, die bei Bedarf produziert werden. Das Ziel von dynaCERT ist die Reduktion der Menge an Treibhausgasen, die bei der Verbrennung von kohlenstoffbasierten Kraftstoffen freigesetzt werden. Sowohl der CO2-Ausstoß als auch der Kraftstoffverbrauch werden in der Spitze bis zu 20% gesenkt.

Riesiges Potenzial

Aktuell sind die Kunden von dynaCERT hauptsächlich Fuhrparkbetreiber. Die schweren Lastkraftwagen, die bis zu 24 Stunden über die nordamerikanischen Highways rollen, sollen mit den neuentwickelten Kits ausgestattet werden. Mit der eigens programmierten Software „HydraLytica“ ist es möglich, die Kraftstoffeinsparungen aufzuzeichnen und zu analysieren. Weitere Features wie Flottenmanagement, Routenplanung, Fahrersicherheit sowie Lastmanagement sollen nach und nach hinzukommen. Die Technologie des Unternehmens wird derzeit bereits in mehr als 400 Fahrzeugen in Probeläufen eingesetzt.

Zukünftig soll die Technologie von dynaCERT dort eingesetzt werden, wo es Dieselmotoren gibt: Neben dem LKW-Verkehr zählen Logistik, schwere Baumaschinen, Bergbauausrüstungen - auch unter Tage, Dieselgeneratoren, in der Schifffahrt und in Zügen. Außerdem funktioniert die Technologie bei Diesel-PKWs. Hier wird die Umweltverschmutzung reduziert und der Kraftstoffverbrauch gesenkt. Dies soll jedoch der Zukunftsmarkt der Kanadier werden. Aktuell ist man mit dem Vertriebsteam beschäftigt, weltweit den LKW-Markt aufzurollen.

Riesenchance für die Zukunft

Laut Jim Payne, dem CEO, ist das langfristige Ziel, jeden Dieselmotor auf der ganzen Welt dazu zu bringen, die Technologie von dynaCERT zu übernehmen. Dieses Ziel ist zwar ambitioniert, die technischen Voraussetzungen wurden jedoch in den vergangenen Jahren geschaffen. Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell lediglich 128,50 Mio. EUR bietet das kanadische Unternehmen enormes Potenzial im Megamarkt Wasserstoff. Das komplette Vorstandsinterview mit Jim Payne können Sie hier nachlesen:
Interview mit dynaCERT CEO Jim Payne

Wenn die Mutter mit der Tochter

Neuigkeiten gibt es mal wieder im rechte - linke Taschenspiel zwischen der Mutter NEL ASA und Ihrer dänischen Tochter Everfuel. Diesmal erhält NEL ASA einen 20-MW-Elektrolyseurvertrag mit Everfuel A/S für die Produktionsanlage für grünen Wasserstoff neben der Raffinerie Fredericia in Dänemark. Der Everfuel-Vertrag hat einen Wert von 7,2 Mio. EUR. Das Werk in Fredericia wird eine Produktionskapazität von bis zu acht Tonnen grünem Wasserstoff pro Tag aus erneuerbarer Windenergie mit einer Speicherkapazität von zehn Tonnen haben. Der Elektrolyseur wird 2021 ausgeliefert und Mitte 2022 voll funktionsfähig sein. Der CEO von Everfuel äußerte sich wie folgt: „Dies ist ein wichtiger Schritt zum Aufbau unserer eigenen grünen Wasserstoffproduktion durch den HySynergy-Elektrolyseur in Fredericia in enger Zusammenarbeit mit dem Raffineriebetrieb von Shell. Dies ist der Kern unseres Bestrebens, die Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff für emissionsfreie Mobilität zu kommerzialisieren”.

Platzt der Ballon?

Aktuell liegt der Börsenwert von NEL ASA bei 4,71 Mrd. EUR. Dagegen sehen die aktuellen Umsatzzahlen der Norweger mickrig aus. So wurde der Umsatz 2020 auf 57,13 Mio. EUR gegenüber 55,1 Mio. EUR zum Vorjahr geringfügig gesteigert. Der Verlust betrug im Jahre 2020 satte 31,7 Mio. EUR. Das ist nicht ungewöhnlich bei einem Wachstumswert. Zwar konnten größere Aufträge im vergangenen Jahr eingefahren werden. Dies spiegelt jedoch keinesfalls die exorbitant hohe Bewertung. Gleiches gilt für die Tochter Everfuel, an der NEL ASA noch mit knapp 17% beteiligt ist. Hier liegt der Börsenwert bei 1,3 Mrd. EUR. Angetrieben von der immer größer werdenden Euphorie raten wir zur Vorsicht. Eine stärkere Korrektur wäre aufgrund der fundamentalen Daten jedenfalls gerechtfertigt.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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Lexikon:

  1. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
  2. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen
  3. Software – Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen, die für den Betrieb von Computern notwendig sind.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar von André Will-Laudien vom 08.04.2021 | 04:48

NEL, dynaCERT, Fuelcell Energy – Wasserstoff die zweite Welle!

  • Wasserstoff

Der Wasserstoff-Hype geht in die zweite Welle. Grund ist sicherlich die aktuelle Beschlussvorlage des Joe Biden-Pakets zugunsten der weltweiten Klimaziele. Diese beinhaltet eine Investitionssumme von mehreren hundert Milliarden US-Dollar zur Senkung der klimaschädlichen Emissionen. Ob hierbei stärker die Batterie- oder die Wasserstofftechnologie zum Zuge kommt, wird der Markt entscheiden, wichtig ist nur die schnelle Freigabe der Mittel für den Start der Forschungsprojekte. Die Zeit drängt, denn die Pandemie hat viele Branchen ins Abseits bugsiert, gerade die Transportbranche lebt vom Warenumsatz und der soll in Zukunft ohne negative Umwelteinflüsse von statten gehen.

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Kommentar von Carsten Mainitz vom 25.03.2021 | 05:10

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Kernfusion ist das Stichwort der Zukunft. Technisch werden dabei zwei Wasserstoffatome zu einem Heliumkern verschmolzen. Was auf der Sonne im großen Maßstab problemlos möglich ist (tatsächlich werden dort jede Sekunde 564 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium fusioniert), bleibt bei uns leider noch Zukunftsmusik. Das bedeutet: 1. Leider können wir noch keinen Strom aus Kernfusion erzeugen, darum müssen wir die Energiewende weiterhin mit etablierten nachhaltigen Technologien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft schaffen. Dabei wird Wasserstoff als Energiespeicher und Übertragungsmedium eine herausragende Rolle spielen. Und 2. Helium wird auch auf absehbare Zeit nicht anders als durch klassische Förderung im industriellen Maßstab zu erzeugen sein. Folgende drei Unternehmen sollten kräftig von der Energiewende profitieren.

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Kommentar von Carsten Mainitz vom 24.03.2021 | 04:50

Siemens Energy, Enapter, ThyssenKrupp – Wasserstoff oder Batterie? Egal! Warum diese Unternehmen in jedem Fall profitieren werden!

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Die starken Kursschwankungen bei Wasserstoffaktien zeugen von einem aktuellen Glaubenskrieg rund um das häufigste Element auf unserem Planeten, das auch gleichzeitig das am einfachsten aufgebaute ist: ein Proton, ein Elektron. So schön simpel kann Perfektion sein. Und doch steckt darin das Potential unsere Gesellschaft von Grund auf zu ändern – die Sonne macht es vor. Zugegeben, aktuell stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung. Im kurzfristigen Fokus des Kapitalmarktes stehen eher die praktischen Anwendungsmöglichkeiten des Elements. Dabei blicken viele Investoren auf das Thema Mobilität. Was wird sich durchsetzen? Batterien? Oder doch Wasserstoff? Eine mögliche Antwort gab jüngst die VW-Nutzfahrzeug-Holding Traton SE: ein salomonisches „beides“. Batterien für den Langstreckenverkehr, Wasserstoff bspw. für Busse, die nicht lange zwischendurch nachladen können. Doch Wasserstoff kommt noch für viele weitere Anwendungsbereiche eine große Bedeutung zu. Darum wird die weltweite Nachfrage nach Wasserstoff als Energieträger in den nächsten Jahren in jedem Fall massiv zunehmen. So sieht Aurora Energy Research bis 2050 eine Verachtfachung der Wasserstoffnachfrage auf 2.500 TWh pro Jahr. Dies entspricht einem Jahresumsatz von mehr als 120 Mrd. Euro. Folgende Unternehmen dürften von dem Boom ganz unabhängig von der Entwicklung der Elektromobilität profitieren.

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