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02.04.2025 | 05:55

RENK - der Rüstungshype ebbt ab. First Phosphate und Volkswagen nutzen den Aufschwung der Elektromobilität!

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Die Nachfrage nach Rüstungsaktien ebbt ab. Trotz Rekordaufträgen für Panzergetriebe der Renk Group und globalen Sicherheitsinvestitionen flacht der Rüstungsboom ab, auch weil die Aktien fundamental teuer geworden sind. Gleichzeitig beschleunigt die Elektromobilität unaufhaltsam: Die EU prognostiziert für 2025 einen Zulassungsanstieg von E-Autos um 38 %, angetrieben durch Deutschlands geplante Steuererleichterungen und Hybridförderungen. Dafür benötigt man Rohstoffe um Lithium-Eisenphosphat-Batterien produzieren zu können. Hier kommt First Phosphate ins Spiel. Volkswagen lotet zwar derzeit die Produktion von Militärfahrzeugen aus, drängt aber mit neuen Elektrofahrzeugen und Ladesystemen in den Markt. Zukunftsinvestitionen sollten in grüne Technologien fließen, nicht in Panzerproduktion.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RENK AG O.N. | DE000RENK730 , FIRST PHOSPHATE CORP | CA33611D1033 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

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Inhaltsverzeichnis:


    RENK - zwischen Wachstumsrausch und Bewertungszweifeln

    Die RENK Group, Spezialist für Antriebstechnik in Verteidigung und Industrie, lieferte zuletzt beeindruckende Zahlen. 2024 wuchs der Umsatz um 23 % auf 1,14 Mrd. EUR, getrieben vom Segment Vehicle Mobility Solutions mit einem Plus von 32 %. Der Auftragsbestand von 5 Mrd. EUR und die Prognose für 2025, die von 1,3 Mrd. EUR Umsatz und einem EBIT von bis zu 235 Mio. EUR ausgeht, unterstreichen die Momentum-These. Langfristig peilt das Unternehmen 2 Mrd. EUR Umsatz bis 2028 an. Doch der aktuelle Aktienkurs von 43,00 Euro scheint diese Erfolge bereits einzupreisen – das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 80 übertrifft den Branchendurchschnitt um ein Vielfaches.

    Analysten hinterfragen die hohe Bewertung kritisch. Das faire KGV läge bei rund 24x, was einen inneren Wert von etwa 32 Euro pro Aktie nahelegt, gut 24 % unter dem aktuellen Niveau. Auch im Vergleich zu Wettbewerbern wirkt RENK überteuert. Zudem offenbart die schwache Eigenkapitalrendite von 5,3 % trotz hoher Verschuldung, der aktuelle Verschuldungsgrad liegt bei 1,38, strukturelle Schwächen. Die aktuelle Marktkapitalisierung spiegelt somit nicht nur Wachstumshoffnungen, sondern auch spekulative Euphorie wider.

    RENKs Stärke, die hochspezialisierte Fertigung für Panzergetriebe und Marineantriebe, wird zum Risiko. Die 14 Produktionsstätten lassen sich kaum kurzfristig skalieren. Steigende Verteidigungsbudgets könnten die Nachfrage über die Kapazitätsgrenzen treiben. Zwar sichern Großaufträge wie der für den Leopard-2-Panzer die Auslastung, doch ohne Expansion droht ein Flaschenhals. Für Anleger bleibt die Frage: Kann RENK die in den Kurs eingepreisten Erwartungen erfüllen? RENK überzeugt operativ, doch der Aktienpreis wirkt gehypt. Vorsicht ist geboten.

    First Phosphate - Schlüsselprojekt mit robusten Kennzahlen

    First Phosphate treibt seine strategischen Projekte in Québec mit Nachdruck voran. Die geplante Phosphatmine Bégin-Lamarche könnte mit Investitionskosten von ca. 459 Mio. USD und einer prognostizierten internen Rendite von 37,1 % vor Steuern zum wirtschaftlichen Rückgrat für die nächsten 23 Jahre werden. Das Unternehmen bereitet den Start einer Machbarkeitsstudie vor, begleitet von langfristigen Abnahmeverträgen, die unabhängig von aktuellen Handelszöllen sind. Parallel wurden Verträge für eine Phosphorsäureanlage mit 190.000 Jahrestonnen Kapazität geschlossen – technisch unterstützt von Ballestra S.p.A. Den geschätzten Baukosten von 175 Mio. USD stehen potenzielle Jahreserlöse von 284 Mio. CAD gegenüber. Ebenfalls in Planung ist die Eisenphosphatanlage First Saguenay, deren Produktion ab 2026 hochskaliert werden soll. Ultion Technologies sieht hier bei Investitionskosten von 76 Mio. USD ein jährliches Umsatzpotenzial von 53 Mio. USD.

    Schlüssel zum Erfolg ist die vertikale Integration. Die Kooperation mit GKN Hoeganaes sichert die Versorgung mit Eisenpulver und ermöglicht die Nutzung von Magnetit aus der Mine als Rohstoff – ein Kreislauf, der Kosteneffizienz verspricht. Zudem zeigt sich First Phosphate flexibel. Sollte es zu Zollproblemen kommen sind alternative US-Standorte als Backup vorgesehen. Die bereits gesicherten Abnehmerverträge für alle 3 Projekte unterstreichen die Marktakzeptanz. Bemerkenswert: Das Unternehmen strebt eine finanzielle Beteiligung der Pekuakamiulnuatsh First Nation an, was nicht nur die lokale Verankerung stärkt, sondern auch ESG-Kriterien bedient.

    Das Management sendet vertrauensbildende Signale. Seit Jahresbeginn haben Vorstandsmitglieder und der CEO Aktien im Wert von über 320.000 CAD erworben. Besonders hervorzuheben ist die Vergütungspolitik – das Management erhält 80 % seiner Vergütung als Restricted Share Units, das Board of Directors sogar zu 100 %. Diese Bindung an den Unternehmenserfolg ist für Investoren ein positives Indiz. Mit der Ernennung von Armand MacKenzie zum President und David Dufour zum Senior Vice President werden zudem Expertise in indigener Zusammenarbeit und Teamleitung gebündelt. In einer volatilen Rohstoffbranche positioniert sich First Phosphate als wichtiger Partner für die Lithium-Eisenphosphat-Batterieindustrie.

    Volkswagen - zwischen Batterieinnovation und Neuausrichtung

    Volkswagen setzt im Einstiegssegment gezielt auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Die Technologie überzeugt durch niedrigere Kosten, längere Haltbarkeit und höhere Sicherheit – trotz geringerer Energiedichte. Für preissensitive Märkte wie China ist dies ein strategischer Hebel. Ab 2027 soll das 20.000-Euro-Modell ID.EVERY1 die Massenmobilität prägen. Parallel treibt der Konzern Festkörperbatterien voran, die Reichweiten und Ladezeiten revolutionieren könnten. Staatliche Förderungen, darunter Steuererleichterungen und Subventionen für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur, könnten die Nachfrage zusätzlich stimulieren. Das wäre ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber chinesischen Herstellern.

    Neben der E-Mobilität prüft Volkswagen den Einstieg in die Rüstungsindustrie. Das Werk in Osnabrück könnte künftig gepanzerte Fahrzeuge für Rheinmetall produzieren, um Überkapazitäten zu nutzen. Deutsche Fahrzeugexporte halbierten sich seit 2019, getrieben durch chinesische Konkurrenz und Elektrifizierungskosten. Gleichzeitig belasten US-Zölle von 25 % das Geschäft, wobei hier vor allem Modelle aus Mexiko und Europa betroffen sind. Zwar plant VW Milliardeninvestitionen in nordamerikanische Werke, doch kurzfristig drohen Margendruck oder Absatzrückgänge.

    2024 markierte eine Durststrecke. Das operative Ergebnis sank um 15 % auf 19,1 Mrd. EUR, die Dividende wurde um 30 % gekürzt. Schuld sind hohe Fixkosten, schwache China-Nachfrage und Restrukturierungskosten. Für 2025 prognostiziert der Konzern jedoch ein Umsatzplus von bis zu 5 % und eine operative Marge von 5,5 – 6,5 %. Entscheidend wird, ob die geplanten 15 Mrd. EUR Investitionen in Nordamerika die Zolllasten abfedern und die E-Mobilität durch staatliche Anreize profitabel bleibt. Für Investoren bleibt die Frage: Schafft VW den Spagat zwischen Innovation, geopolitischer Anpassung und Kostendisziplin? Derzeit kostet eine Aktie 93,24 EUR.


    Die RENK Group zeigt operativ Stärke durch Rekordaufträge im Rüstungssektor, doch die überhöhte Bewertung beim KGV und strukturelle Schwächen mahnen zur Vorsicht. First Phosphate etabliert sich als Schlüsselplayer für Lithium-Eisenphosphat-Batterien – mit spannenden Projekten in Québec, vertikaler Integration und ESG-Engagement. Volkswagen setzt auf E-Mobilität durch LFP-Batterien und Festkörpertechnologie, kämpft aber mit Margendruck, US-Zöllen und der Gratwanderung zwischen Rüstungsexpansion und Elektrifizierungskosten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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