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03.01.2023 | 04:44

E-Mobilität - Tesla in der Krise! BYD, Almonty Industries, Mercedes, Porsche – wer ist der Best-Performer in 2023?

  • E-Mobilität
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Bildquelle: pixabay.com

Das Jahr 2022 endete mit einem Sell-Out bei Tesla. Nicht dass die Regale für Tesla-Fahrzeuge geplündert wurden – nein – die Elon Musk-Aktie avancierte mit 70% Verlust zum Negativ-Spitzenreiter in der Auto-Performanceliste. Da war zum einen die Twitter-Übernahme des Egozentrikers, die nur durch Verkäufe in Tesla-Aktien bestritten werden konnte und dann folgten viele Fonds dem abwärts gerichteten Trend. Sie verkauften ebenfalls kräftig bis kurz vor Weihnachten. Allein die Meldung des Aufbaus einer Tesla-Infrastruktur in der Türkei verhalf der Aktie zu einem schnellen Revival zu Jahresbeginn. Doch wer hat bei den Automobilaktien die besten Karten in 2023?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , PORSCHE AG | DE000PAG9113 , TESLA INC. DL -_001 | US88160R1014

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Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Tesla in der Krise, wie läuft es in China?

    Gerät Tesla unter die Räder, stellt sich unweigerlich die Frage, wie es mit der gesamten Automobilbranche in Sachen E-Mobilität weitergeht? Die staatliche Förderung in Deutschland wird zum Jahresstart erst mal gesenkt. Ab dem 1.1.2023 beträgt der Bundesanteil der Förderung für batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge mit Nettolistenpreis bis zu 40.000 EUR statt 6.000 dann 4.500 EUR, mit Nettolistenpreis zwischen 40.000 bis zu 65.000 EUR statt 5.000 nur noch 3.000 EUR. Elektrofahrzeuge ab einem Kaufpreis von mehr als 65.000 EUR erhalten weiterhin keine Förderung.

    Der Absatz von Elektroautos in China wurde durch den COVID-19-Ausbruch in den letzten Wochen stark beeinträchtigt, doch es traf nicht alle Hersteller. Die wöchentliche Auslieferung der wichtigsten NEV-Marken im mittleren Preissegment ging nur wenig zurück, leicht zulegen konnten sogar Li Auto, Leapmotor und BYD, der Absatz der beiden Startups Nio und XPeng brachen allerdings um 22% gegenüber der Vorwoche ein. Den US-amerikanischen Elektroauto-Produzenten Tesla, der seine Fahrzeug-Produktion im Januar 2023 in China fast gänzlich ruhen lassen will, traf es mit einem Minus von 13% bei den Auslieferungen ebenfalls hart.

    Beim Marktführer BYD sieht es noch ganz gut aus, doch ist der chinesische Elektroauto-Produzent neben dem Halbleitermangel auch vom erneuten Ausbruch der Corona-Pandemie in China betroffen, was zu weiteren Kostensteigerungen führt. BYD hat seine Preise nun zum Januar 2023 wieder erhöht, da die seit November gekürzten Subventionen bei NEVs die Marge verringern. Der engste Konkurrent Teslas hatte noch im Schlussquartal 2022 seine Preise auf dem chinesischen Markt gesenkt, um die Verkaufszahlen angesichts des Angebotsdrucks und der schwächelnden Konjunktur weiter anzukurbeln. Das neue Jahr dürfte in der E-Mobilität noch einige Überraschungen liefern.

    Die BYD-Aktie hat nach einem Tief bei 20,80 EUR erst mal gedreht und notiert zu Jahresanfang bei 23,60 EUR, das letztjährige Hoch lag aber bei 41,80 EUR. Alles deutet darauf hin, dass auch bei BYD deutlich kleinere Brötchen gebacken werden. Für die hochpreisigen Tesla-Modelle dürfte es in China und Europa richtig schwierig werden. BYD ist im Korridor 15 bis 20 EUR langfristig interessant.

    Almonty Industries – Über 1.000 Anwendungen für ein seltenes Metall

    Nur Wenige wissen, dass in der E-Mobilität neben Lithium, Graphit und Kupfer heute schon ca. 1,4 Kilogramm Wolfram in jedem Fahrzeug verbaut wird. Das könnte sich mit der Einführung von wolframbasierten Kathodenbeschichtungen in LI-Ionen-Batterien sogar noch auf etwa 2,5 Kilogramm erweitern. Wolfram ist ein weißglänzendes, in reinem Zustand dehnbares Metall mittlerer Härte sowie hoher Dichte und Festigkeit, es besitzt mit 3422 °C den höchsten Schmelzpunkt aller chemischen Elemente und mit 5930 °C auch den höchsten Siedepunkt. Damit ist das Metall essentiell bei der Herstellung von über 1.000 HighTech-Anwendungen weltweit.

    Der kanadische Explorer und Produzent Almonty Industries (AII) hat sich mit seinen 3 Standorten in Spanien, Portugal und Südkorea bereits voll auf diesen engen Wolfram-Markt konzentriert. Mit der laufenden Erschließung der firmeneigenen Sangdong-Mine in Südkorea könnte sich die Weltversorgung um etwa 5% in eine freundlichere Jurisdiktion verlagern. Und genau hier besteht der Knackpunkt: Wolfram ist neben China und Russland nur in wenigen Teilen der Erde zu finden. CEO Lewis Black ist davon überzeugt, dass die führenden Industrienationen gerade im aktuell fragilen, geopolitischen Umfeld nach vertretbaren Alternativen suchen: „Ich glaube, vor drei Monaten hat Apple angekündigt, Wolfram aus Russland zu kaufen. Apple ist bezeichnend für alle unsere Kunden, sie verlangen absolute Transparenz über ihre Lieferkette. Daher sind wir nur in Gerichtsbarkeiten tätig, in denen wir diese Transparenz garantieren können“, sagte er auf dem letzten Internationalen Investment Forum im Dezember .

    Die Digitalisierung ist ein Beschleuniger für den Bedarf des seltenen Metalls, daher landete es bereits auf der Liste der strategischen Metalle der EU. Der aktuelle Kurs der Almonty-Aktie (AII) in Kanada beträgt niedrige 0,68 CAD, in 2022 wurde die 1,00 CAD-Marke aber öfters getestet. First Berlin votiert in einer aktuellen Studie mit „Kaufen“ und Kursziel von 1,70 CAD auf 12 bis 24 Monaten. Die Zeichen stehen auf Sturm, das Unternehmen könnte sich in 2023 daher zu einem Top-Pick unter den Minenwerten mausern.

    Die Mine in Sangdong in Südkorea wird noch in 2023 mit der Förderung beginnen Quelle: Almonty Industries

    Mercedes und Porsche – Wer startet in 2023 richtig durch?

    Bei den europäischen Automobil-Herstellern kursiert Unsicherheit über den weiteren Erfolg in der E-Mobilität. Denn angesichts sinkender öffentlicher Zuschüsse und explodierenden Strompreisen sowie immer noch zu niedrigen Batterie-Reichweiten, sind die Anreize niedrig, einen Stromer zu erwerben. Durch das Fehlen der steuerlichen Anreize könnte der Konsument seinen Gebrauchten auch weiterhin in die vorhandene Verbrenner-Technologie tauschen. Immerhin gibt es keinen öffentlichen Beweis dafür, dass die Gesamt-Ökobilanz eines E-Fahrzeugs gegenüber dem saubersten BlueTec-Diesel überhaupt positiv ausfällt, denn moderne Diesel-Fahrzeuge können bereits einen Wirkungsgrad von über 30% nachweisen. Hingegen in der Stromgenerierung und auf dem Transportweg bis zur Steckdose gehen über 50% der Energie verloren oder fallen als Abwärme in der Erzeugung an. Immer noch wird Strom zu über 40% aus fossilen Energieträgern gewonnen.

    Mercedes und Porsche haben ein versöhnliches Börsenjahr 2022 hinter sich gebracht. Während der DAX bis zum Jahresende 14% Verlust einkassierte, lagen Mercedes nur 10% im Hintertreffen und Porsche legten sogar um 15% zu. Das größte IPO der deutschen Börsengeschichte lief Ende September furios über die Bühne, obwohl sich das Umfeld wegen steigender geopolitischer Verunsicherung immer weiter verdüsterte. Die Porsche-Aktie war ohne Übertreibung einer der besten Börsengänge in Europa. Ein Blick auf die Fundamentaldaten testiert der Mercedes-Aktie beim Stand von 63,70 EUR ein 2023er KGV von 5,4 und satten 7,8% Dividendenrendite. Die neue Porsche AG notiert mit 92,60 EUR beim 1,3-fachen Umsatz und dem knapp 20-fachen Gewinn. Die Konzern-Strategien beider Hersteller unterscheiden sich aber deutlich: Während Mercedes den E-Mobilitätstrend voll mitgeht, wird Porsche wohl weiter an seinen gefragten Verbrenner-Sportwagen verdienen. Im direkten Fakten-Vergleich dürfte die Mercedes Benz Group die größeren Chancen offerieren. Auch charttechnisch sieht das Bild bei den Schwaben nach einer unteren Umkehr aus.


    Der Siegeszug der E-Mobilität ist aktuell mit vielen Fragezeichen zu versehen. BYD ist nach der starken Korrektur wieder interessant, Mercedes und Porsche zeigen sich auch attraktiv. Almonty Industries wird vermutlich in 2023 seine Produktion in Korea starten, die Aktie ist deswegen höchst interessant.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    • E-Mobilität
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    • Kritische Metalle
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    In den letzten Monaten gab es an der Börse kaum eine andere Branche, die sich so großer Unbeliebtheit erfreuen konnte wie der Automobil-Sektor. Margenkampf und Restrukturierungen mit Massenentlassungen machen in Europa die Runde. Dieser Abwärtstrend resultiert primär aus strukturellen Überkapazitäten und dem verfehlten Timing beim Hochlauf der Elektromobilität. Nun blicken die deutschen Verbrenner-Könige auf den aggressiven Markteintritt staatlich subventionierter chinesischer Konkurrenten. Gerade europäische Hersteller geraten dadurch in eine fatale Zangenkrise aus sinkenden Absatzzahlen und gleichzeitig steigenden Investitionskosten. Analysten bewerten die traditionellen Geschäftsmodelle der OEMs daher mehrheitlich als risikobehaftet und setzen ihre Zukunftserwartungen nach unten. Schlagartig verlagern institutionelle Investoren ihre Portfolios in weniger zyklische und margenstärkere Wachstumssektoren. Das Resultat: Minus 34 % im gesamten Sektor in den letzten 12 Monaten. Gibt es noch Hoffnung für die Titanen auf 4 Rädern?

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    Für Deutschland nennt eine aktuelle McKinsey-Analyse für 2035 einen Strombedarf von rund 780 TWh, was gegenüber 2022 einem Plus von etwa 56 % entspricht. Das Fraunhofer-Institut schätzt den Strombedarf der Elektromobilität allein auf etwa 260 TWh im Jahr 2035. Als Daumenwert heißt das: Wenn mehr als 50 % des nach oben skalierten PKW-Bestands elektrisch fahren, braucht die reine Mobilität bis 2035 grob zusätzliche 200 bis 260 TWh Strom pro Jahr, also in der Größenordnung von rund einem Drittel des heutigen deutschen Gesamtstromverbrauchs. Zum Vergleich zeigt der KI-Boom eine andere, aber ebenfalls massive Last: Rechenzentren verbrauchten 2024 weltweit etwa 415 TWh, und bis 2030 könnten es laut IEA rund 945 TWh sein. BMW, VW und BYD stehen auf unterschiedlichen Positionen derselben Wertschöpfungskette: Sie verkaufen Fahrzeuge, die künftig nicht nur Batterien, sondern auch eine deutlich größere und flexiblere Strominfrastruktur voraussetzen. Lithium bleibt der Schlüsselrohstoff, weil jede Batterie – ob LFP, NMC oder Festkörperkonzept – ohne das weiße Metall nicht auskommt. Damit wird Europa laut Branchenquellen bis 2035 bis zu 20-mal so viel Lithium benötigen wie heute. Rock Tech Lithium will in Kanada und Deutschland angreifen und ein wichtiger Baustein der nordatlantischen Versorgungskette werden. Wir rechnen nach!

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